2019 war ein wichtiges Jahr für IPO's - nicht nur für diejenigen, die erfolgreich daraus hervorgegangen sind, sondern auch für diejenigen, die es nicht geschafft haben.

Beginnen wir doch mal mit einem Unternehmen, das es nicht geschafft hat und auf das doch so viele Hoffnungen gesetzt wurden – WeWork. Dieser Börsengang enttäuschte bereits, als es sein [S-1 Filing] veröffentlichte und Investoren die Unternehmensführung nach Corporate Governance Gesichtspunkten beleuchteten.

Das Unternehmen Softbank behält man dieses Jahr sicherlich ebenfalls nicht in guter Erinnerung, denn es bereitete den Boden für eine Vielzahl ähnlicher Unternehmen, deren Due-Diligence-Prüfungen in der Retrospektive jedoch jede Menge Wünsche offenließen.

In den meisten dieser Fälle hätte man jedoch vorsorgen können, denn bei bloßer Betrachtung der Auswertungen wäre sichtbar geworden, dass viele dieser Unternehmen rein spekulativer Natur und nicht für Investoren geeignet sind.

Bei einem Börsengang sollte eine vernünftige Faustregel darin bestehen, welchen Anteil des Erlöses für die Reinvestition in das Unternehmen investiert oder für die Auszahlung früher Investoren verwendet werden soll.

Bei Letzterem wird der Börsengang weniger zu einem „Initial Public Offering“ (IPO) als zu einem „Initial Ponzi Offering“ (einem Börsengang, der eher einem Schneeballsystem gleicht als einem herkömmlichen Börsengang, benannt nach dem amerikanischen Betrüger Charles Ponzi). Die meisten IPO‘s, die dieses Jahr getätigt wurden, werden nun unter ihrem ursprünglichen Erstnotierungspreis gehandelt.

WeWork steht dabei für alles, was mit dem Kapitalismus nicht stimmt. Denn trotz der Tatsache, dass das Unternehmen nicht an die Börse gegangen ist, erhielt CEO Adam Neumann eine beträchtliche Summe allein für sein nicht allzu originelles Unternehmenskonzept Büroflächen zu teilen.

Eine Bewertung von 47 Mrd. Dollar oder 25 Mrd. Dollar oder 15 Mrd. Dollar basierte nie auf realistischen Tatsachen, nicht einmal auf einer virtuellen Realität. Und doch wurden die Investoren erst stutzig, nachdem Uber und Lyft enttäuschende Börsengänge hinlegten und so feststellen mussten, dass viele dieser vermeintlich einzigartigen Unternehmen Ihre Businesspläne auf Luftschlössern errichtet haben.

Was uns zu denen führt, die es in diesem Jahr geschafft haben. Nach anfänglichem Optimismus können wir mit Sicherheit sagen, dass ein Großteil der anfänglichen Begeisterung, die wir in der ersten Jahreshälfte 2019 gesehen haben, einer kleinen Realitätsprüfung gewichen ist.

Widmen wir uns aber nun dem nächstgrößten Flop nach WeWork, Uber. Die Fahrgemeinschafts- und Food Delivery-App, deren Börsengang bei 45 US-Dollar pro Aktie lag, wurde auf über 82 Milliarden US-Dollar bewertet und generierte mehr als 8,1 Milliarden US-Dollar. Doch das war noch immer deutlich weniger als einige Schätzungen im Vorfeld prognostizierten. Einige überstiegen sogar die 100- Milliarden-Dollar-Marke.

Mit Blick auf die eigenen Unternehmensdaten hätten man diesen Faux-Pas vermeiden können. Im Mai ließ das Unternehmen verlauten, dass die erwarteten Umsätze von 11,27 Mrd Dollar auf 14,18 Mrd. Dollar steigen würden, jedoch auch die Verluste bis Ende dieses Jahres auf 5,4 Mrd. Dollar. Bloomberg-Schätzungen zufolge würden Verluste im Jahr 2020 lediglich nur leicht auf 4,1 Mrd. Dollar sinken. Doch die Realität hielt Schlimmeres bereit. Allein in diesem Jahr steuert das Unternehmen auf Verluste um die 8 Mrd. Dollar zu, 5,2 Mrd. Dollar davon wurden allein im zweiten Halbjahr generiert. Damit würde das Unternehmen sogar noch die im letzten Jahr eingefahrenen Verluste von 3 Mrd. Dollar übertreffen.   

Das Unternehmen hat bereits damit begonnen, Personal abzubauen, wobei in den letzten 12 Monaten über 1.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden, da es auch nach Indien und andere Schwellenländern expandieren will. Es überrascht daher nicht, dass der Aktienkurs stark gefallen ist, bisher über 30% mit wenig Anzeichen für einen Aufschwung, aber das Unternehmen dennoch eine Marktkapitalisierung von 48 Mrd. Dollar verzeichnet.

Die Kursentwicklung der Lyft-Aktie war ähnlich schlecht: Sie notierte bei 70 US-Dollar pro Aktie, die Aktien sind ebenfalls um über 30 % gesunken, unter 50 US-Dollar, und das Unternehmen wird derzeit mit 13,5 Milliarden US-Dollar bewertet.

Quelle: CMC Markets

Basierend auf bisherigen Schätzungen liegen die Einnahmen bei 3,27 Milliarden Dollar und man erwartet allein für dieses Jahr Verluste von 710 Millionen Dollar.

Pinterest gelang ein besserer Start. Das Unternehmen handelte zunächst über seiner Erstnotiz von 19 Dollar, mit einer Bewertung von über 15 Mrd. Dollar bei einem Umsatz von 756 Mio. Dollar. Es fuhr auch im vergangenen Jahr Verluste von 63 Millionen Dollar ein und wird für 2019 auf 414 Millionen Dollar geschätzt, obwohl der größte Teil davon wahrscheinlich einmalige Kosten sein werden, die dem Börsengang geschuldet sind. Dennoch wird für das Gesamtjahr nur ein Umsatzanstieg auf 1,1 Milliarden US-Dollar erwartet. Seitdem gibt es jedoch wenig Positives zu berichten und die Aktie notiert sogar unter der Erstnotiz.

Bei Beyond Meat, der veganen Burger-Fleischmarke, scheint der Markt den Überblick verloren zu haben. Nach einem Einstieg von 25 Dollar pro Aktie stieg der Aktienkurs in den ersten Monaten des Handels auf 239 Dollar pro Aktie und das Unternehmen wurde sogar mit über 15 Mrd. Dollar bewertet. Zudem generierte es Umsätze von 87,9 Mio. Dollar und Verluste von 28 Mio. Dollar. Seitdem notiert der Kurs sogar bei 75 Dollar, was aber dennoch eine recht pauschale Bewertung für ein Unternehmen ist, das seinen Umsatz auf 231 Mio. Dollar gesteigert hat und bei einer Umsatzerwartung von 275 Mio. Dollar. Dennoch werden vor Ende 2020 keine Gewinne erwartet.

Ein weiteres Unternehmen, das sich an der US-Börse etablierte, war Slack Technologies. Das Unternehmen schlug mit einer direkten Notierung einen etwas anderen Weg ein. In vielerlei Hinsicht ist dies ein besserer Weg, um den Wert eines neuen Unternehmens zu bestimmen.

Selbst hier haben sich die Aktien unterdurchschnittlich entwickelt und mit 26 Dollar pro Aktie sind die Aktien wieder auf das Niveau von 20 Dollar zurückgefallen. Das Unternehmen plant für 2020 einen Umsatz von rund 610 Mio. Dollar zu generieren.

Dies wäre eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, das bei 400 Millionen Dollar lag. Das Unternehmen hat bisher noch keinen Gewinn erzielt und gab im September bekannt, dass die Umsätze in den kommenden Quartalen geringer ausfallen könnten.

Mit Hauptkonkurrent Microsoft im Messaging-Bereich muss sich das Unternehmen anstrengen, wenn es mit einer derartigen Geschwindigkeit wachsen möchte, die ihm eine deutliche Umsatzsteigerung ermöglicht.

Als letztes Einhorn ging Peloton an die Börse. Das Unternehmen notierte zu Beginn bei 29 Dollar pro Aktie mit einer Unternehmensbewertung von 8,1 Mrd. Dollar. Dies sieht zuerst einmal auch nach einer extrem guten Bewertung aus und der Markt scheint vorerst auf den Zug aufzuspringen, da er mit Erwartungen von 1,5 Milliarden Dollar Umsatz für das laufende Geschäftsjahr ins Rennen ging. Peloton beschreibt sich selbst als ein Technologieunternehmen, das jedoch etwas weit hergeholt zu sein scheint. Tatsächlich verkauft die Firma nämlich Heimtrainer mit Touchscreens, die am Lenker befestigt sind, für 2.000 Dollar pro Einheit und einer monatlichen Gebühr von 40 Dollar, die es Kunden ermöglicht Trainings-Kurse zu streamen.

Wie auch alle anderen Börsengänge, die wir in diesem Jahr behandelt haben, fuhr auch dieser Verluste ein. Obwohl bis Ende 2021 eine Verdoppelung des Umsatzes auf 2,1 Mrd. US-Dollar erwartet wird, ist es schwer, sich für die Gesamtidee zu begeistern. Für einen Bruchteil des Preises können Sie einen Heimtrainer kaufen und ein iPad am Lenker befestigen.

Einer der wenigen IPO's, die in diesem Jahr tatsächlich gut abgeschnitten haben, war ein IPO des Unternehmens Trainline.com aus Großbritannien, das zu Beginn bei 350 britischen Pence notierte und nun deutlich über 400 britischen Pence handelt. Es generiert bereits Gewinne, und vielleicht ist dies tatsächlich das, worauf es bei bei IPO‘s wirklich ankommt.

Investieren Sie in ein Unternehmen, das über ein nachhaltiges Geschäftsmodell und eine stabile Einnahmequelle verfügt und tatsächlich auch Gewinne generiert, sowie mit dem Erlös aus dem Börsengang in das Unternehmen investieren kann. Es stellt sich die Frage, wenn es eine Idee gibt, muss darauf dann immer ein IPO folgen?

Mit Sicherheit kann man sagen, dass Investitionen in IPOs in diesem Jahr keine besonders gute Idee waren. Als Faustregel muss man sich, wie zu Beginn angedeutet, zuerst einmal überlegen, warum das Unternehmen überhaupt an die Börse gehen soll. Wenn man damit nur frühere Investoren oder das Management bezahlen möchte, dann sollte man ein Investment wohl eher vermeiden und einen anderen Weg einschlagen.

Dieser Ansatz gilt für jedes Anlagesystem, wie immer, natürlich ohne Gewähr.

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