Trends erkennen und andere Primärindikatoren verstehen

Ausschlaggebend für den Erfolg eines Trading-Plans ist die Trenderkennung. Viele Anlagestrategien versuchen, von Trendmärkten zu profitieren. Es geht darum, zu Beginn eines neuen Trends einzusteigen und Ihre Position so lange zu halten, bis es Hinweise auf ein Ende des Trends gibt.

Primärindikatoren

Technische Analysten setzen eine Reihe von Tools ein, die Ihnen bei diesem Prozess helfen sollen. Einige Tools ermitteln den aktuellen Trend, andere können beim Voraussehen einer Trendwende helfen. Zu diesen Tools zählen Chartmuster sowie Indikatoren und Untersuchungen. Um diese effektiv zu nutzen, müssen Sie jedoch zunächst wissen, was ein Trend ist.

Was genau ist ein Trend?

Ein Trend ist einfach ausgedrückt die allgemeine Richtung, in die sich ein Kurs tendenziell entwickelt. In der technischen Analyse wird eine strengere Definition verwendet. Ein Blick auf die vergangene Kursentwicklung gibt Aufschluss über die allgemeine Richtung eines Kurses. Nicht so einfach ist jedoch, daraus zu schließen, wie sich diese auf die gegenwärtige Situation auswirkt. Eine genaue Definition kann hier hilfreich sein.

Ein Aufwärtstrend
Ein Aufwärtstrend ergibt sich, wenn ein Kurs einer Reihe höherer Hochs (oder Spitzen) und höherer Tiefs folgt. Abbildung 1.1 bietet eine theoretische Veranschaulichung dessen. Ein Aufwärtstrend gilt als intakt, solange die Kursrückgänge nach den Aufwärtstrends auf höheren Levels enden als vorherige Tiefs.

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Abbildung 1.3 zeigt ein Beispiel aus der Praxis, in dem ein Aufwärtstrend einen stetigen Verlauf höherer Hochs und höherer Tiefs aufweist. Gegen Ende des Charts lässt sich technisch gesehen feststellen, dass der Aufwärtstrend intakt ist.

Ein Abwärtstrend​ 
 Ein Abwärtstrend ergibt sich, wenn ein Kurs entlang einer Reihe von niedrigeren Hochs (oder Spitzen) und niedrigeren Tiefs verläuft. Abbildung 1.2 bietet eine theoretische Veranschaulichung dessen. Ein Abwärtstrend gilt als intakt, solange die Kursrallys (-anstiege) entgegen dem vorherrschenden Abwärtstrend bei tieferen Levels enden als vorherige Anstiege (siehe Abbildung 1.2).

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Der Chart in Abbildung 1.4 zeigt einen nach unten tendierenden Markt, gefolgt von einem nach oben tendierenden Markt. Kein Trend dauert ewig, und wenn die Kursentwicklung am Markt auf eine bevorstehende Trendwende hindeutet, bedarf es eines geänderten Ansatzes.

Unterstützung und Widerstand

Unterstützung, wie der Begriff schon sagt, bezeichnet ein Kurslevel oder einen Kursbereich im Chart unter dem aktuellen Marktpreis, an dem das Kaufinteresse ausreichend stark ist, um den Verkaufsdruck zu überwinden. Infolgedessen kommt es zu einem Ende von Kursrückgängen und die Kurse durchlaufen eine Trendwende nach oben.

Die Hochs und Tiefs von Trendlinien sind auch als Widerstand- bzw. Unterstützungslevels bekannt. Die Identifizierung dieser Levels ist eine der wichtigsten Fähigkeiten bei der technischen Analyse.

Widerstand ist das Gegenteil von Unterstützung. Der Begriff beschreibt ein Kurslevel oder einen Kursbereich über dem aktuellen Marktpreis, an dem der Verkaufsdruck gegenüber dem Kaufinteresse eventuell die Oberhand gewinnt, was entgegen einem Aufwärtstrend zu Kursrückgängen führt. Allerdings bedeutet ein bestehendes vorheriges Hoch nicht, dass nachfolgende Rallys definitiv bei diesem oder unterhalb dieses Hochs enden, sondern dass allgemein von Widerstand auszugehen ist.

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Praktische Regeln zur Identifizierung von Unterstützung und Widerstand

Die Identifizierung von Unterstützung und Widerstand erfordert die Feststellung von kritischen Kursen, die den Trend (oder die Spanne) definieren und gegenüber anderen Kursen einen größeren Stellenwert einnehmen. Zur Feststellung der Angemessenheit und Stärke eines Kurslevels, unabhängig davon, ob es sich um eine Unterstützung oder einen Widerstand handelt, gibt es Richtlinien und Regeln. Dazu gehören:

  • Bewährtes Kurslevel: ein Level, an oder in dessen Nähe ein Kurs mehrere Male „getestet“ (gehandelt) wurde und das so den Marktteilnehmern verstärkt bewusst ist. So verkaufen Trader unter Umständen nicht bei Erreichen eines Tiefs, wenn in der Vergangenheit damit keine guten Erfahrungen gemacht wurden.
  • Volumen: in Anbetracht des vorstehenden Punktes berücksichtigen die Marktteilnehmer auch, ob umfangreiche Volumen an oder nahe einem bestimmten Level gehandelt wurden.
  • Jüngster Handelsverlauf: je mehr Transaktionen zu einem bestimmten Level vor Kurzem erfolgt sind, desto wichtiger der Stellenwert dieses Levels bei der Analyse des Marktkurses.
  • Runde Zahlen: aus hauptsächlich psychologischen Gründen erinnern sich Trader (und Menschen generell) besser an „runde Zahlen“.
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Handelsstrategien mit Unterstützung und Widerstand

Unterstützung und Widerstand eignen sich am besten für den Einstieg in bzw. Ausstieg aus Positionen im Verbund mit einem effizienten Risikomanagement. Einige praktische Beispiele wären:

  • Take-Profit-Aufträge. Zu diesem Kurslevel werden Gewinne auf eine Position realisiert. Das heißt, wenn sich der Kurs einer Unterstützung (von oben) nähert, dann realisieren Short-Trader auf ihre Positionen unter Umständen Gewinne. Nähert sich ein Kurs dagegen einem Widerstand (von unten), dann realisieren Long-Trader unter Umständen Gewinne.
  • Etablierung einer neuen Position nahe einem ungebrochenen Level. Nähert sich der Kurs dem Unterstützungslevel, dann würde ein technisch vorgehender Anleger nahe und über einer definierten Unterstützung Limit-Kaufaufträge, aber nahe und knapp unter Widerstandslevels Limit-Verkaufsaufträge setzen.
  • Etablierung einer neuen Position bei Durchbruch eines Levels. Wird eine Unterstützung durchbrochen, dann könnte man eine Short-Position in der technischen Erwartung eingehen, dass die Kurse auf das nächste (niedrigere) Unterstützungslevel zurückgehen werden. Wird dagegen ein Widerstand durchbrochen, dann bietet sich vielleicht ein Kauf in der Erwartung an, dass die Kurse auf den nächsten (höheren) Widerstand, sofern gegeben, ansteigen werden.
  • Festlegen von Stop-Loss-Aufträgen. Das Durchbrechen eines Levels kann auch zur Begrenzung von Verlusten eingesetzt werden. Das Durchbrechen eines Unterstützungs- oder Widerstandslevels kann nicht nur für neue Positionen, sondern auch zur Minimierung von Verlusten eingesetzt werden. Eine Verlustposition sollte sofort aufgelöst werden. Das dafür nötige Signal ist das Durchbrechen des Unterstützungs- oder Widerstandslevels. 

Sobald es zu einem Durchbruch gekommen ist, kehren sich die Funktionen von Unterstützungs- und Widerstandslevels um. Dies ist ein wesentlicher Aspekt der Identifizierung von Unterstützung und Widerstand: Sobald ein Level (ob Unterstützungs- oder Widerstandslevel) durchbrochen ist, kehren sich die technischen Merkmale dieses Levels um. Das heißt, eine durchbrochene Unterstützung wird zu einem Widerstand, während ein durchbrochener Widerstand zu einer Unterstützung wird. Dies wird aus Abbildung 2.4 ersichtlich.

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Technische Analyse in Seitwärtskanälen

Eines der nützlichsten technischen Muster ist der Seitwärtskanal oder die Spanne. Es ermöglicht eine einfache, mechanische Strategie, die wie folgt einzusetzen ist:

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Der erste Schritt besteht darin, die Unterstützung und den Widerstand zu identifizieren, mit der die aktuelle und jüngste beobachtete Kursentwicklung begrenzt wird. Anschließend können Kauf- und Verkaufsaufträge entsprechend platziert werden, und zwar nahe oder über dem Unterstützungslevel bzw. nahe oder knapp unter dem Widerstandslevel. Im Anschluss daran ist es ratsam, die Kauf- (oder Verkaufs-) Aufträge mit Stop-Loss-Aufträgen (d. h. Exit Orders) zu versehen.

Ein Beispiel:
Hier ein einfaches Beispiel für einen Trading-Plan mit geplanter Risikobegrenzung (d. h. die Differenz zwischen unseren Aufträgen und dem Exit) für eine angestrebte Rendite. Aus diesem Plan können sich zwei mögliche Szenarien ergeben:

Wird der in Abbildung 3.2 skizzierte Trading-Plan eingesetzt und eine Verkaufsposition eingegangen, dann tritt eines von zwei Ereignissen ein. Diese sind in den Abbildungen 3.3 und 3.4 dargestellt. Abbildung 3.3 zeigt das ideale Szenario. Am oberen Ende der Spanne wurde nahe dem Hoch und Widerstandslevel eine Short- (d. h. Verkaufs-) Position eingegangen, während auf der anderen Seite des Widerstands ein Stop-Loss-Auftrag gesetzt wurde.

Ab dem Verkaufszeitpunkt geht der Kurs auf das niedrigere Ende der Spanne zurück, was zur Auslösung eines Take-Profit-Auftrags (nahe der Unterstützung) und einer Auflösung der Position mit Gewinn führt.

Abbildung 3.4 zeigt das zu vermeidende Szenario, auf das es sich jedoch vorzubereiten gilt. Am oberen Ende der Spanne wurde nahe dem Hoch und Widerstandslevel eine Short-(d. h. Verkaufs-) Position eingegangen, während auf der anderen Seite des Widerstands ein Stop-Loss- Auftrag gesetzt wurde. Ab dem Verkaufszeitpunkt steigt der Kurs auf das obere Ende der Spanne an und durchbricht sie, anstatt zu fallen. Dabei löst er den Stop-Loss-Auftrag aus. Diese Position wird folglich mit einem Verlust aufgelöst. Hinweis: Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nur um einen sehr einfachen Entwurf eines möglichen Trading-Plans handelt. Sie sollten in diesem Bereich immer dazulernen und entsprechend üben.

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  1. Dies ist ein theoretisches Beispiel eines Trading-Plans, basierend auf der Identifizieung von Unterstützung und Widerstand:
  2. dem Einsatz von Kauf- und Verkaufsaufträgen unter Bezugnahme auf Punkt 1), und
  3. der Anwendung von Stop-Loss-Aufträgen zur Risikobegrenzung und zum Schutz der Performance. Die Abbildungen 3.3 und 3.4 zeigen die schematische Methode, angewandt auf einen tatsächlichen (aber historischen) Trading-Plan und Markt.

Entwurf des Plans – ein Praxisbeispiel

Bei diesem Beispiel wurde eine Unterstützung durchbrochen und der Kurs ist auf ein sehr viel tieferes Level gefallen. Mit der Zeit hat sich der Kurs auf knapp unterhalb des alten Unterstützungslevels erholt, das sich nun umgekehrt haben und zu einem Widerstandslevel werden müsste

Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste besteht in einem Short-Verkauf knapp unter dem Widerstand mit einem Stop-Loss-Auftrag auf der anderen Seite in Erwartung eines Kursrückgangs. Die zweite besteht darin abzuwarten, ob sich ein technischer Durchbruch (bei dem der Kurs den Widerstand durchbricht) ereignen und ein Kaufauftrag knapp über dem Durchbruch mit einem Stop-Loss-Auftrag knapp unter dem alten Widerstand (der von nun an als Unterstützung fungieren sollte) eingegangen werden könnte.

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Einige zusätzliche wichtige Muster, auf die man achten sollte: 
Das Muster in Abbildung 3.6 ist als „Double Top“ (M-Formation) bekannt. Dabei handelt es sich um das Muster einer Kursspanne mit zwei auffallenden Widerstandstests, gefolgt von einem Kursrückgang auf das Unterstützungslevel des definierten Kanals, das dann durchbrochen wird. Wichtiger als die Bezeichnung dieses Musters ist die Tatsache, dass ein wesentliches, identifiziertes Level (in diesem Falle die Unterstützung) geschnitten oder durchbrochen wurde. Es gibt Varianten solcher Muster. Kommt es beispielsweise zu drei ausgeprägten Tests nach oben hin (d. h. des Widerstands), gefolgt von einem Kursrückgang, der die Unterstützung des Kanals durchbricht, dann spricht man von einem „Triple Top“.

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Ein Muster wird bestätigt, sobald das Unterstützungs- oder Widerstandslevel durchbrochen wird. Andernfalls handelt es sich nur um ein wahrscheinliches oder vorläufiges Muster.

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CMC Market ist ein rein ausführender Dienstleister. Die Unterlagen (sei es mit oder ohne eine Stellungnahme) dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und berücksichtigen nicht Ihre persönlichen Umstände und Ziele. Die Angaben in diesen Unterlagen stellen keinerlei Finanz-, Anlagen-, Vermögens- oder sonstige Beratung dar (und sind nicht als solche zu verstehen), auf die man sich verlassen sollte. Eine in diesen Materialien geäußerte Meinung ist keinesfalls als Empfehlung seitens CMC Markets noch des Autors hinsichtlich der Eignung einer bestimmten Geldanlage, Sicherheit, Transaktion oder Anlagestrategie für eine bestimmte Person zu verstehen.

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