Analysis

DAX-CRASH voraus? Roubini warnt noch 2020 vor Weißen Schwänen

CMC Markets

Noch 2020 könnte es durch die Anhäufung von wirtschaftlichen, finanziellen, geopolitischen oder klimatischen Entwicklungen zu ernsthaften Problemen kommen, die von den Aktienmärkten nur schwer eingeschätzt werden können - die sich aber am Ende massiv auf die Kurse auswirken könnten. Das ist die Aussage des weltweit angesehenen Wirtschaftsexperten Nouriel Roubini. 

Der Volkswirt Nassim Nicholas Taleb beschrieb in seinem bekannten Bestseller Ereignisse mit geringer Wahrscheinlichkeit aber hoher internationaler Tragweite, etwas wie ein Tornado - man kann ihn nicht vorhersehen, aber man weiß, dass er zerstörerische Folgen entfalten kann. Ein Weißer Schwan hingegen ist eher wie ein Hurrikan: Durch die Anhäufung von einzelnen Entwicklungen kann man zu bestimmten Jahreszeiten in bestimmten Regionen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für diese Stürme identifizieren.

Genau solche Weißen Schwäne gibt Roubini vor zu erkennen und warnt, dass sie noch 2020 zu negativen Folgen führen können, die bisher niemand an den Aktienmärkten wirklich einpreisen kann, da die Bestimmung der Wahrscheinlichkeit für ihr Eintreten so schwierig sei. 

V, U, W oder L? 

Die Gefahr sei, dass die V-förmige konjunkturelle Erholung, die durch massive geld- und fiskalpoluitische Interventionen ermöglicht wurde, nur ein oder zwei Quartale andauern könnte. Risikoaversion und vorsichtiges Handeln könnte jedoch auch zu einer schwachen U-förmigen konjunkturellen Erholung führen, vor allem, wenn Unternehmen und private Haushalte sich dazu entscheiden würden, ihr Geld lieber zurückzuhalten und zu sparen, anstatt es zu investieren und auszugeben.

Bei einem erneuten Aufflackern der Coronavirus-Pandemie, wie sie sich in einigen Erdteilen derzeit andeute, könnte es auch zu einer W-förmigen Entwicklung kommen, in der eine zweite Rezession später in diesem Jahr folgt. Die Zerbrechlichkeit der Weltwirtschaft könnte damit zunehmen und zu einer L-förmigen wirtschaftlichen Depression zur Mitte des Jahrzehnts hin führen, warnt Roubini.

Irankrieg im Oktober?

Auch von Seiten der Geopolitik drohe Ungemach. Die iranische Regierung habe ihren Druck auf die amerikanische Regierung zuletzt verringert, da sie angesichts sinkender Umfragewerte darauf hofft, dass eine demokratisch geführte Regierung im Jahr 2021 dem Iranischen Atomabkommen wieder beitreten könnte. Allerdings, so Roubini, sehe Israels Regierung damit ein sich schließendes Zeitfenster, um noch gegen den Iran vorgehen zu können, was zuletzt zu wachsenden Spekulationen über eine militärische Intervention noch im Oktober geführt habe, so Roubini.

Die Rally beim Gold sei zudem auch damit zu erklären, dass Russland, China und andere Gläubigerstaaten der US-Regierung in das Edelmetall und andere Märkte diversifizieren, da sie befürchten müssten im Falle eines knapp ausgehenden Präsidentschaftswahlergebnis der Einflussnahme auf die US-Wahlen bezichtigt zu werden. Sie würden Gold kaufen, um einem Einfrieren ihrer US-Staatsanleihen-Konten und dem wachsenden Risiko von Sanktionen der US-Regierung vorzubeugen, so Roubini weiter. 

Große Gefahr knappes US-Wahlergebnis?

Ein knappes Wahlergebnis bei den Präsidentschaftswahlen könnte auch dazu beitragen, die amerikanische Politik weiter zu destabilisieren, was zu neuen sozialen Unruhen führen könnte Dies identifiziert Roubini ebenfalls als ein Risiko wie das schnelle Abschmelzen der Gletscher, was zu einem dramatischen und unerwartet schnellen Anstieg des Meeresspiegel führen könnte. Als wären diese Warnungen nicht genug sieht Roubini auch im Auftauen des Permafrosts in Sibirien als Gefahr an, da dort ruhende Viren sich ähnlich wie das Coronavirus weltweit verbreiten könnten.

Einschätzung der Warnungen

Meiner Ansicht nach trifft Roubini mit vielen seiner Warnungen den Nagel auf den Kopf. Allerdings gab es immer Probleme und es wird immer Probleme geben, ohne dass diese zu katastrophalen Endergebnissen führen müssen. Die Märkte sind aktuell charttechnisch betrachtet nicht in der Stimmung für eine große Trendwende. Die Trends aufwärts sind in den Tageskerzencharts etwa vom Germany 30 Cash oder auch vom größeren US SPX 500 Cash intakt. Allerdings zeigt der US NDAQ 100 Cash Ermüdungserscheinungen. Oft wurde in den vergangenen Tagen an verschiedenen Stellen auf ein drohendes Dopppeltopp in diesem Techindex hingewiesen. Dieses könnte das vorläufige Ende der Rally bei Tech-Aktien einläuten. Hier ist es zu sehen:

Quelle: CMC Markets, US NDAQ 100 Cash CFD

Tatsächlich könnte ein Vierstundenschlusskurs unter 10372 Punkten ein erstes Signal sein, dass dieses Doppeltopp aktiviert wird.

Quelle: CMC Markets, US NDAQ 100 Cash CFD

Es ist sogar schon ein Versuch gelaufen, dieses Doppeltopp zu aktivieren, was jedoch durch ein 123-Tief vereitelt werden konnte. 

Quelle: CMC Markets, US NDAQ 100 Cash CFD

Nun wird heute Vormittag die Stabilität dieses 123-Tests (und damit des Vereiteln des Aktivierens des Doppeltopps) getestet. Rutscht der US NDAQ 100 Cash CFD auf Vierstundenschlusskursbasis (9, 13, 17, 21 Uhr) unter 10556 Punkte wären das die ersten Risse in dem charttechnischen Setup. Dann könnte ein Test von 10372 Punkten kommen. Andernfalls könnte ein Verteidigen dieser Marke zu einem bullischen Druckaufbau nach oben inklusive einem Versuch, neue Allzeithochs auszubilden, führen.


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