Der Goldpreis hat im großen Bild - solange er sich über 1532 US-Dollar hält - aus charttechnischer Sicht weiterhin die Chance über 1923 US-Dollar und möglicherweise fortfolgend zu der viel beachteten psychologischen Marke von 2000 Dollar pro Unze anzusteigen.

Goldpreis: Startet ein neuer Bullenmarkt?

Gold bleibt als Krisenwährung gefragt. Das liegt daran dass Gold seit jeher als Währung gilt und nur in relativ begrenzter Menge verfügbar ist. Der legendäre Investor Warren Buffett mag Gold hingegen nicht besonders. Es sei "unfähig, irgendetwas zu produzieren", und jeder, der Gold gegenüber Aktien bevorzuge, lasse sich von irrationaler Angst leiten.
 
Spielt diese irrationale Angst gerade einen treibenden Faktor in der Goldpreisentwicklung? Die Attraktivität des Goldes resultiert aus seiner mengenmäßigen Begrenzung. Angesichts einer erwarteten neuen Geldflut durch die Zentralbanken und neuen Schulden durch die Regierungen, die versuchen der wirtschaftlichen Schwäche durch das Virus zu begegnen, sehen Anleger in der limitierten Eigenschaft der weltweiten Goldmenge eine positive Eigenschaft. 
 
In der gesamten Geschichte der Menschheit wurden 160.000 bis 170.000 Tonnen Gold geschürft. Der Mittelwert entspräche, eingeschmolzen zu einem Würfel, rund 8000 Kubikmeter. Das entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von gerade einmal 20x20 Metern. 
 

Warren Buffet: Das Orakel aus Omaha ist kritisch zu Gold

Am 9. Februar 2012 schrieb Warren Buffett im Fortune Magazine folgenden Aufsatz zu Gold (Auszug):
 
"Heute beträgt der Goldvorrat der Welt 170.000 Tonnen. Bei 1750 USD pro Unze - dem Goldpreis zu dem Zeitpunkt dieses Aufsatzes - ist dieses Gold rund 9,6 Billionen USD wert. Nennen wir das Würfel A. Stellen wir uns nun einen Würfel B vor, der einen ähnlichen Wert hat. Für diesen Würfel B könnten wir das gesamte amerikanische Ackerland kaufen (161 Millionen Hektar Land mit einem jährlichen Ertrag von 200 Milliarden USD), zusätzlich 16 Mal Exxon Mobil (das profitabelste Unternehmen der Welt, mit einem Jahresgewinn von 40 Milliarden USD). Nach diesen Zukäufen hätten wir immer noch rund eine Billion USD übrig um sonstige Ausgaben zu finanzieren (über seine Finanzlage müsste man sich nach diesem Kaufrausch also keine großen Sorgen machen). Können Sie sich einen Investor mit 9,6 Billionen USD vorstellen, der Würfel A den Vortritt gegenüber B geben würde?".
 
Bei 1689 USD/Unze erreichte das Edelmetall, das auch als sicherer Hafen in unsicheren Börsenphasen und als Gegengewicht zur Inflationierung des Papiergeldes durch die Notenbanken gilt, den höchsten Stand seit sieben Jahren. Und es erreichte ungefähr wieder den Stand, den es zum Zeitpunkt des Aufsatzes von Warren Buffet gehabt hatte. Die Unsicherheit rund um die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hat die Investmentnachfrage nach Gold weiter steigen lassen. Weltweit haben viele Gold-ETFs neue Rekordstände bei den Hinterlegungen mit Goldbarren erreicht. 
 

Bershire Hathaway: Vergleich mit Gold

Vergleicht man die zehnjährige Performance der Aktie der Investmentgesellschaft von Warren Buffett mit der Anlage in den Dollargoldpreis, dann erhält man ein klares Ergebnis. Die Berkshire Aktie stieg um 160%, Gold nur um 8,5%. Auf Sicht von zwei Jahren hat das Pendel aber umgeschlagen. Gold liegt 29% vorne, die Berkshire-Aktie nur 5%. 
 

Goldkurs 2020: Gelingt ein Sprung auf 2000 Dollar?

Der Goldpreis rannte im alten Jahr fünf Monate lang gegen den Widerstand bei 1532 USD/Unze an.

1532 USD/Unze - das ist nicht irgendeine Unterstützung. Als sie vor sieben Jahren brach kam es zu dem heftigsten Ausverkauf, den der Goldmarkt jemals erlebte. Was damit begann, war ein jahrelanger Bärenmarkt bei Gold. Nun sind wir wieder dort. Und sogar darüber. Denn:
 
Das Coronavirus und damit einhergehende neue Rezessionsgefahren haben den Ausbruch über diesen Widerstand gebracht. Hält sich der Goldpreis darüber könnte es nun zu einem bullischen Druckaufbau in Richtung 1800 USD/Unze kommen. Dort liegt der Punkt 2 eines 123-Tops aus den Jahren 2011 bis 2013. Ein erneuter Rückfall unter 1532 USD/Unze könnte die damalige Trendwende reaktivieren. Plötzlich ist technisch ein Ende des jahrelangen Bärenmarktes beim Gold möglich geworden. 

Das Coronavirus und damit einhergehende neue Rezessionsgefahren haben den Ausbruch über diesen Widerstand gebracht. Hält sich der Goldpreis darüber könnte es nun zu einem bullischen Druckaufbau in Richtung 1800 USD/Unze kommen. Dort liegt der Punkt 2 eines 123-Tops aus den Jahren 2011 bis 2013. Ein erneuter Rückfall unter 1532 USD/Unze könnte die damalige Trendwende reaktivieren. Plötzlich ist technisch ein Ende des jahrelangen Bärenmarktes beim Gold möglich geworden. 

Nun lässt sich darüber hinausgehend eine Bodenbildung im Goldpreis über 1375 Dollar ausmachen. Sehen Sie selbst im Chart:

Man kann sich jetzt an den eingezeichneten Fibonacci-Marken als mögliche Unterstützungen und Widerstände orientieren.