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Analysis

Befreiungsschlag für die Thyssenkrupp Aktie?

Befreiungsschlag für die Thyssenkrupp Aktie?

Die letzten Jahre hatten für Thyssenkrupp viele negative Ereignisse und Überraschungen parat. Diese Feststellung scheint nicht weit hergeholt zu sein. Das einstige Aushängeschild der deutschen Industrie verstrickte sich in interne Streitereien und hatte mit dem deutlichen Preisrückgang beim Stahlpreis zu kämpfen. 

Thyssenkrupp Aktie muss den Dax verlassen  

Der Aktienkurs von Thyssenkrupp kam in den letzten Jahren und speziell auch während der Corona-Pandemie deutlich unter Druck und erreichte im März mit 3,28 Euro den tiefsten Stand seit über 20 Jahren. Investoren und Anleger fragen sich, wann der freie Fall endlich endet, da sich eine Erholung des Aktienkurses von Thyssenkrupp nur schleichend bis gar nicht einstellen will. In der Folge des langjährigen Abverkaufs verlor Thyssenkrupp auch seine Dax Zugehörigkeit. Der Konzern zählt seit September 2019 nicht mehr zu den wichtigsten und größten deutschen Unternehmen. 


Umbau von Thyssenkrupp nimmt Gestalt an

Zu Beginn des Jahres stellte die neue Thyssen-Chefin Martina Merz ihre Zukunftsvision vor. Das Unternehmen lotete danach viele verschiedene Option aus, um den Konzern neu aufzustellen. Ein langwieriger und schmerzhafter Umbau sollte beginnen.  
Der Verkauf der Aufzugsparte war dabei der erste Schritt. Ende Juli und damit coronabedingt 3 Monate später als geplant wurde der Deal final eingetütet.  Der Essener Konzern verkaufte Aufzugsparte für gut 17 Milliarden Euro an Finanzinvestoren, um sich finanziell Luft zu verschaffen. Mit den Einnahmen soll der Umbau des Konzerns finanziert werden. Der Verkauf der Fahrstuhlsparte wiegt allerdings schwer, schließlich war die Sparte die Cashcow des Konzerns. Ohne die Sparte wäre ThyssenKrupp bereits viel früher in die roten Zahlen geschlittert. Das Geld muss deshalb sinnvoll investiert werden. 

Der Stahlbereich gilt als Sorgenkind im Konzen. Die Sparte leidet unter der hohen Abhängigkeit der derzeit schwächelnden Automobilindustrie. Hohe Kapazitäten und starker Preisdruck aus Asien drücken auf die Profitabilität. Zudem sind hohe Investitionen in eine klimaschonende Produktion nötig. Eine Fusion oder Verkauf der Sparte sind ebenfalls nicht ausgeschlossen. Der Konzern hatte bereits im vergangenen Jahr versucht seine Stahlsparte mit Tata Steel Europe zu fusionieren. Der Versuch scheiterte damals jedoch an der europäischen Kartellbehörde. Mit dem Interesse des britischen Konzerns Liberty Steel könnte nun eine neue Lösung gefunden worden sein. Der Zusammenschluss könnte wirtschaftlich, sozial und ökologisch ein logischer Schritt sein, der beiden Konzernen bei den künftigen Herausforderungen hilft. Ob ein Verkauf bzw. Deal zustande kommt muss jedoch abgewartet werden, da noch kein konkretes Angebot von Liberty Steel an Thyssen Krupp unterbreitet wurde. 

ThyssenKrupp Aktie im Aufwind 

Die Aktie von Thyssenkrupp sprang nach den Meldungen zum möglichen Spartenverkauf zu Handelsbeginn um 23 % nach oben. Die Aktie konnte die stattlichen Gewinne im Handelsverlauf jedoch nicht ganz verteidigen und notieren kurz vor Handelsschluss mit knapp 12 % im Plus.  
Das Drama bzw. der Abwärtstrend in der ThyssenKrupp Aktie lässt sich jedoch allein schon auf die letzten 12 Monate reduzieren. Allein in diesem Zeitraum verlor die Thyssenkrupp Aktie in der Spitze 76,6 %. Die aktuelle Erholung fühlt sich wie ein Tropfen auf den heißen Stein an, könnte aber den Beginn einer größeren Erholung einleiten, wenn es der Aktie gelingt über 3,95 Euro zu handeln. So könnte eine Erholung bis zum Sommerhoch bei 7,64 Euro gelingen. Unter 3,95 Euro droht dagegen ein Abverkauf auf ein neues Jahrestief unter 3,23 Euro. 

Quelle: CMC Markets Plattform, Tageschart,16.10.20

 


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