CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 73% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. DPS sind komplexe Instrumente und gehen mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren.

US-Notenbank startet Blitzer-Marathon an der Börse

An der Börse hat es sich in den vergangenen Jahren eingebürgert, dass man bei erlaubten Tempo 70 locker auch 90 oder 100 und in einigen Aktien sogar noch schneller fahren kann. Die Gefahr, geblitzt zu werden und dabei finanzielle Verluste zu erleiden, war gering. Was die US-Notenbank Fed jetzt macht, ist ein wenig Verkehrserziehung: Sie droht 2022 mit einem Blitzer-Marathon. 
 
Und jetzt fangen auf einmal viele Anleger an, mit Tempo 30 in der 50er Zone unterwegs zu sein. Ein großer Teil des Kursgeschehens der letzten 24 Stunden ist psychologisch getrieben. Die Hoffnung einiger Anleger noch vor einigen Wochen war, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung an der Börse eventuell komplett aufgehoben wird. Diese ist wie eine Seifenblase zerplatzt. Die Zahl der Aktien, die sich gegenüber dem Allzeithoch halbiert haben, ist gerade im Technologiesektor lang und prominent: Paypal, Twitter, Alibaba, Snap, Pinterest, Roku, Crispr, Zoom, Beyond Meat, Peloton, Stich Fix. 
 
Die 449-Punkte-Umkehr im Deutschen Aktienindex gestern nach Börsenschluss dürfte auch zum Teil von der Hoffnung getrieben sein, dass Schnellfahren an der Börse bald wieder erlaubt sein wird. Das ist allerdings fraglich angesichts der Tatsache, dass sich der Ölpreis gestern kaum vom allgemeinen Ausverkauf beeindrucken ließ. Es gibt Trendwendemuster in den großen Aktienindizes und bei den Staatsanleihen, deren Zinsen steigen. Unbeeindruckt davon bleibt der Aufwärtstrend im Ölpreis intakt. 
 
Erdöl handelt wie auf einem anderen Planeten. Und der Aktienmarkt ist nicht in der Lage, die Geisel Ölpreis abzuschütteln. Auch wenn Erdöl als Inputfaktor heute weitaus weniger relevant für das Wirtschaftswachstum geworden ist, darf man nicht vergessen, dass Deutschland sein gesamtes Erdöl importieren muss. Das gilt auch für Erdgas und nun auch für Strom. Es findet also ein Kapitaltransfer von Deutschland als Rohstoffimporteur in die exportierenden Länder statt. Wenn die Preise für Energie so schnell steigen, kann daraus schnell ein Szenario entstehen, in dem die frei verfügbaren Einkommen der Verbraucher sinken und darunter die Endnachfrage der Unternehmen leidet. Diese investieren aber gerade in den Ausbau ihrer Kapazitäten, die dann brach liegen könnten. 
 
Dass sich die am Markt gehandelten Wahrscheinlichkeiten für das Ausbleiben einer Zinserhöhung im März gestern in der Spitze gegenüber dem Stand vor einer Woche fast vervierfachten, deutet genau auf diese geldpolitische Hoffnung hin. Die Fed könnte angesichts einer bevorstehenden Wachstumsverlangsamung gar keine echte Zinswende schaffen. Damit könnte sich am Ende auch die Angst vor der Zinswende viel schlimmer herausstellen als die Zinswende selbst. Die Investoren erhoffen sich von der morgigen US-Notenbanksitzung endlich ein paar klärende Worte zum weiteren Zinspfad in diesem Jahr.

Fed-Bilanz vs. S&P 500 Index

Die Bilanz der amerikanischen Notenbank war im Januar 2018 4,4 Billionen USD stark. Im August 2019 lag sie bei 3,7 Billionen USD. Das war die letzte "Zinswende". 14% Bilanz-Verkleinerung, nachdem man seit November 2014 die Bilanz gleich belassen hat und den Markt zwei Jahre davor auf den Abbau der Bilanz vorbereitet hatte. Der S&P korrigierte Jan/Feb 2018 erst 12%, dann nach Bullenfalle im Okt 2018 um 21%. Dann war Schluss mit der Verkleinerung der Bilanz.

Die Fed-Bilanz vor der Pandemie war wieder leicht auf 4,1 Billionen USD angewachsen, um sich dann bis 19. Jan 2022 auf 8,9 Billionen USD mehr als verdoppeln. Dieses Mal - so interpretiert man es - will die Fed keine zwei Jahre warten, bis sie dem Markt Liquidität abschöpft. Im Protokoll der Sitzung von Mitte Dezember steht dieser Schlüsselsatz, der jetzt diese Unruhen am Markt verursacht:

"Fast alle Teilnehmer stimmten ein, dass es wahrscheinlich angebracht ist, den Abbau der Bilanz at some point nach der ersten Anhebung der Spanne der Federal Funds Rate zu initiieren"

Jetzt kann man sich darüber streiten, was mit "at some point" gemeint ist. An einem gewissen Punkt? Oder übersetzt man das mit "irgendwann"? Was ist mit "irgendwann" genau gemeint? Antworten auf diese Fragen wird man morgen Abend hoffentlich erhalten.

 


Disclaimer: Dieses Informationsmaterial (unabhängig davon, ob es Meinungen wiedergibt oder nicht) dient lediglich der allgemeinen Information. Es stellt keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Es sollte nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Das Informationsmaterial ist niemals dahingehend zu verstehen, dass CMC Markets den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. Insbesondere berücksichtigen die Informationen nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die Informationen wurden nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen zur Förderung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse erstellt und gelten daher als Werbemitteilung. Obwohl CMC Markets nicht ausdrücklich daran gehindert ist, vor der Bereitstellung der Informationen zu handeln, versucht CMC Markets nicht, vor der Verbreitung der Informationen einen Vorteil daraus zu ziehen.