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NASDAQ BIG PICTURE: Zwei CMC Analysten - zwei Meinungen - Crash oder Rally nach den US-Wahlen?

CMC Markets

In diesem Big Picture zum Nasdaq Technologie-Index möchten treten zwei Analysten "gegeneinander" an - Jochen Stanzl und Konstantin Oldenburger geben ihre Meinung zum bei CMC Markets handelbaren US NDAQ 100 Cash CFD zum Besten - aus einer fundamentalen und charttechnischen Sicht. Jochen Stanzl konzentriert sich bei der technischen Analyse auf 123-Muster, Konstantin Oldenburger auf die Elliottwellenanalyse. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen des aktuellen Big Picture!

Nasdaq Big Picture: So sieht Jochen Stanzl das Big Picture

Jochen Stanzl

Die Wall Street bereitet sich auf eine blaue Welle in den USA vor: Die Demokraten könnten den nächsten Präsidenten stellen und gleichzeitig am 3. November auch neben dem Repräsentantenhaus den Senat für sich gewinnen. 

Der "Economist" hat am 23. September eine Erhebung veröffentlicht, wonach die Demokraten eine Chance von 67% haben, 51 Sitze und damit die Mehrheit im Senat zu gewinnen. Derzeit ist der Senat republikanisch, das Repräsentantenhaus demokratisch geführt. Die beiden blockieren sich gerade gegenseitig bei der Verabschiedung des großen Konjunkturpakets, das auch eine Verlängerung des Arbeitslosengeldes in den USA vorsieht.

Das ist wichtig, da immer noch 11 Millionen Menschen arbeitslos in den USA sind, das ist zwar nur noch die Hälfte der 22 Millionen am Anfang der Pandemie, aber immer noch zu viel. Diese Menschen konsumieren weniger, da das Geld fehlt, was gerade zum Weihnachtsgeschäft bitte wäre. 70% der US-Konjunktur wird durch den Konsum und Service-Sektor getrieben.

Gewinnen die Demokraten könnten sie durchregieren, ein schnelles Konjunkturpaket verabschieden und damit dem Markt helfen, ein Szenario weiter wachsender Gewinne im Jahr 2021 wie bislang auch weiterzuspielen. Eine Blockade beim Konjunkturpaket nach den Wahlen am 3. November könnte sich zu einem Schlagloch für die Märkte entwickeln.

Diese Ungewissheit des Ausgangs der Wahlen würdigte der US NDAQ 100 Cash CFD Anfang September mit einem Rumms abwärts. Seither verhält sich der Markt so, als hätte jemand den Pause-Knopf gedrückt: Es hat sich eine Schaukelbörse entwickelt, ein paar Tage gab es einen Schwächeanfall, dann wieder eine Rally, dann Zögerlichkeit. Und dann begann das Spiel wieder von vorne. Unter dem Strich kann man am 9. Oktober festhalten, dass es keine Trendwende im Tageskerzenchart des US NDAQ 100 Cash CFD gibt, allerdings droht eine solche immer noch, sollte kein neues Hoch über dem Punkt ausgebildet werden, an dem der Rumms Anfang September losgegangen war.

Konkret in der doch manchmal sehr abstrakt klingenden Sprache der technischen Analyse bedeutet das: Ein Tagesschlusskurs unter 11140 Punkten reaktiviert eine 123-Trendwendeformation, die Weigerung, dies im Verlauf des September hinweg entschieden zu tun kann als Ansatzpunkt verstanden werden diese Trendwende abzuwenden, was einen bullischen Druckaufbau an den Anfangspunktes des Rumms von Anfang September bilden, der bei 12466 Punkten liegt. Dazwischen ist der Index quasi im luftleeren Raum "geparkt".


US NDAQ 100 Cash CFD, Quelle: CMC Markets

 

Nasdaq: So sieht Konstantin Oldenburger das Big Picture

Land unter an der Wall Street Anfang September. Nach einem nicht enden wollenden Anstieg in den Sommermonaten kam es bei zahlreichen Aktien an der US-Technologiebörse Nasdaq zu kräftigen Kursverlusten.

Nasdaq 100 Index: Wenige Aktien treiben an

Gefolgt vom Abverkauf an der Technologiebörse, rutschte auch der Gesamtmarkt deutlich nach unten. Besonders starker Verkaufsdruck herrsche zu Beginn der September-Korrektur bei den vorherigen Highflyer, die im Zuge der Corona-Pandemie stark zulegen konnten. So brachen die Kurse bei Zoom, Tesla aber auch bei Amazon und Apple deutlich ein.

Der überraschende und schnelle Anstieg im Nasdaq 100 seit dem Corona-Abverkauf, lässt den ein oder anderen Marktbeobachter verblüfft zurück. Die Frage nach einer Blase werden immer lauter. Befindet sich der Technologieindex tatsächlich in einer Blase? Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Zu komplex ist die Gemengelage und die möglichen Implikationen der Coronakrise. Mit US-Aktien konnte man in den letzten Jahren und Jahrzehnten wenig falsch machen. Im Gegensatz zu vielen anderen Märkten gelang dem Technologiesektor kontinuierliches Wachstum zu erzeugen.

Es steht außer Frage, dass sich einige Technologieaktien in einer Blase befanden, sodass die Auswahl von einzelnen Titel selektiv vorgenommen werden muss. Alternativ lässt sich aber auch auf den breiten Technologiemarkt setzen, um das Einzelrisiko auszuschließen.

Die Bewegung in der vergangenen Woche war teilweise gewaltig. Dennoch scheint der Markt heute deutlich vernünftiger bewertet zu sein, als vor 20 Jahren . KGVs von über 90 für den Nasdaq 100 Index sehen wir heute noch lange nicht.

Korrekturen kommen am Markt häufiger vor, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Seit 1920 kommt es zum Beispiel im S&500 Index 3 Mal im Jahr zu einem Rücksetzer im Bereich von 5 %. Eine 10 % Korrektur ereignet sich durchschnittlich alle 16 Monate. Eine 20 % Korrektur ereignet sich lediglich alle 7 Jahre. Letztendlich kommt einem das ganze Jahr 2020 wie ein einziger Spielfilm vor. Sehr viele Ereignisse müssen in einer sehr kurzen Zeitspanne verarbeitet werden.

Die Antizipation einer Korrektur kann stressig sein. Als Anleger sollte man dem Drang nach einem perfekten Markt-Timing widerstehen. Wie viel insgesamt nach einem starken Anstieg korrigiert wird, weiß niemand. Aktuell kann man von einem intakten Aufwärtstrend an der US-Technologiebörse Nasdaq und im US-Markt allgemein sprechen.

US NDAQ 100 Cash CFD: So sieht der Chart aus EW-Sicht aus

Im Wochenchart sieht man im US NDAQ 100 Cash CFD einen perfekt ausgebildeten Aufwärtstrend. Auch wenn es einem anders vorkommen mag, so startete der Aufwärtstrend der Technologieaktien erst im Juni 2016, als der Index die Hochpunkte aus der Dot.com Ära überwinden konnte.  In diesem Zusammenhang erkennt man mittlerweile 2 Tiefpunkte, die maßgeblich sind für die Fortführung der Rally. Zum einen das Dezembertief 2018 und das Coronatief im März dieses Jahres.  Mit diesen beiden Punkten als Kontrollpunkte für den Aufwärtstrend und dem Junihoch bei 9.744 Punkten, können in den nächsten Monaten weitere Ziele bei 15.276 und 17.618 Punkten auf der Oberseite erreicht werden.

Quelle: CMC Markets Plattform, Wochenchart, 08.10.20

Im Zoom des Tagescharts lässt sich der Abverkauf im September besser beleuchten. Die Korrektur vom Allzeithoch betrug kam 14%. Mit dem erreichen der ersten Unterstützungszone zwischen 11.071 und 10.316 Punkten könnte die Korrektur bereits abgeschlossen sein und der Ausbruch über 12.442 Punkte in Richtung 15.276 Punkte in vollem Gange sein. Die Alternative hierzu wäre ein zweite Abwärtsstrecke, um den Ausbruchspunkt vom Juni diesen jahres bei 9.740 Punkten zu testen. Hierzu sollte der Bereich zwischen 11.550 und 11.756 Punkten beobachtet werden. Ein Unterschreiten der 10.681 Punkte würde den tieferen Abverkauf bestätigen und einläuten.

Quelle: CMC Markets Plattform, Tageschart, 08.10.20


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