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EUR/TRY – Türkische Lira im Abwärtsstrudel

Währungskrisen dauern viel länger, als man es grundsätzlich für möglich hält. Wenn jedoch eine Währungskrise in einem Land entsteht ist der Verlauf dafür umso schneller, als man es für möglich gehalten hätte.

Türkische Lira fällt auf Rekordtief

Die Türkei erlebt derzeit eine solche Währungskrise auf die harte Tour. Viele Jahre lang erfreute sich die Türkei trotz der groben Misswirtschaft ihrer Wirtschaft einer relativen Währungsstabilität. Doch als die Märkte schließlich die Geduld mit den politischen Fehlern des Landes verloren, stürzte die Währung wie ein Stein ab. Seit Beginn dieses Jahres hat die türkische Lira nun mehr als 30 % an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren und ist damit die Währung mit der weltweit schlechtesten Performance. Noch dramatischer ist, dass die Lira in den letzten zwei Wochen um über 10 % gefallen ist. Die Lira wird derzeit zu einem Kurs von 11,27 pro Dollar oder 12,65 pro Euro gehandelt.

Wenn die sich verschärfende Währungskrise in der Türkei etwas Gutes haben könnte, dann ist es, dass sie anderen Schwellenländern wertvolle Lektionen darüber erteilt, wie man keine Wechselkurspolitik betreiben sollte. Diese Lehren scheinen gerade jetzt besonders aktuell zu sein, da die US-Notenbank kurz vor einer strafferen Geldpolitik steht, die für die Schwellenländer ein sehr viel schwierigeres globales Liquiditätsumfeld schaffen könnte, als sie es in der jüngsten Vergangenheit erlebt haben

Eine der wichtigsten Lektionen ist auch, dass es keine gute Idee ist, wenn die Regierung die Unabhängigkeit der Zentralbank untergräbt und sich bei steigender Inflation und einer sich verschärfenden Währungskrise stark auf die Zentralbank stützt, um die Zinssätze zu senken. Es ist auch wenig hilfreich, wenn der Präsident des Landes weiterhin mit der völlig unzutreffenden Idee hausieren geht, dass höhere Zinssätze die Ursache der Inflation und nicht deren Heilung sein könnten.

Präsident Erdogan macht Geldpolitik

Wenn jemals ein Präsident eine rote Fahne auf dem Devisenmarkt geschwenkt hat, dann ist es der türkische Präsident Recep Erdogan. In den letzten zwei Jahren hat er nicht weniger als drei Zentralbankgouverneure entlassen und allen Vorstandsmitgliedern der Notenbank entlassen. In den letzten Monaten gelang es ihm auch, die Zentralbank dazu zu bringen, die Zinssätze von 19 % auf 15 % zu senken, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als die Inflation in der Türkei auf über 20 % anstieg und damit die türkische Lira massiv unter Druck brachte.

Eine weitere Lehre, die man aus der traurigen Währungserfahrung der Türkei ziehen könnte, ist, dass es ein Fehler ist, wenn ein Land seine internationalen Reserven zur Stützung der Währung aufbraucht, während seine makroökonomische Politik alles andere als stabilitätsfördernd ist. Es ist auch nicht hilfreich, wenn ein Land zulässt, dass sich der private Sektor übermäßig in Fremdwährung verschuldet wie es die Türkei in den letzten Jahren zuhauf getan wurde. Diese Fehler haben das Land in eine schwache Position gebracht, um die Währung durch Wechselkursinterventionen zu verteidigen, wenn eine solche Verteidigung dringend erforderlich ist.

Eine weitere Lektion, die die derzeitige Währungskrise der Türkei erteilt, ist, dass es für ein Land unklug ist, andere Länder zu verärgern, die ihm in einer Zeit echter wirtschaftlicher Not zu Hilfe kommen könnten. Indem Präsident Erdogan nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch die Europäische Union verprellt hat, hat er es seinem Land schwer gemacht, Unterstützung vom Internationalen Währungsfonds zu erhalten. Dies ist besonders bedauerlich, da ein vom IWF unterstütztes wirtschaftliches Reformprogramm wahrscheinlich die einzige realistische Möglichkeit für Präsident Erdogan ist, die Glaubwürdigkeit der Wirtschaftspolitik seiner Regierung wiederherzustellen.

Da die Türkei all diese grundlegenden wirtschaftspolitischen Fehler begangen hat und sich ihre Währung nun im freien Fall befindet, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sie gezwungen ist, wirtschaftlich schädliche Kapitalkontrollen einzuführen, um das Ausbluten der Devisen zu stoppen. Einzig ein plötzlich fallender Dollar könnte den Sinkflug der Lira irgendwann stoppen. Hier sollte man die hohen Ausgaben, die US-präsident Biden derzeit durch den Senat bringt weiter beobachtet werden. Nicht, dass auch die USA plötzlich ein Ausgabeproblem mit einem plötzlich schwachen US-Dollar bekommen.  Es bleibt zu hoffen, dass andere Schwellenländer die derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Türkei aufmerksam zur Kenntnis nehmen, damit sie die vielen wechselkurspolitischen Fehler der Türkei nicht wiederholen.

 EUR/TRY Chart 

Quelle: CMC Markets Plattform, Wochenchart, 23.11.21

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