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China Evergrande Aktie – Steht uns ein Lehman-Moment bevor?

Die drohende Pleite des chinesischen Immobilienriesen Evergrande erregt internationale Aufmerksamkeit. Bei Evergrande stehen diese Woche Zinszahlungen an, die das Unternehmen aller Voraussicht nach nicht begleichen kann. Die Marktteilnehmer auf der ganzen Welt stellen sich die Frage, ob dies nur ein Problem Chinas ist oder auch andere Unternehmen mit in den Abgrund gezogen werden könnten.

Evergrande kurz vor der Insolvenz

Die Probleme des Immobilienriesen - des weltweit am höchsten verschuldeten Bauunternehmens – könnten nicht nur ein Problem für China darstellen, sondern könnten auch auf die globalen Finanzmärkte übergreifen.

Berichten zufolge hat die chinesische Regierung die heimischen Banken bereits gewarnt, dass Evergrande nicht in der Lage sein wird, die in dieser Woche fälligen Zinsen zu bezahlen, was den Konzern einen entscheidenden Schritt näher an die Pleite bringen würde. Um eine Liquiditätskrise zu vermeiden, hat die chinesische Zentralbank laut Zeitungsberichten bereits am Wochenende 14 Milliarden Dollar in das Bankensystem des Landes gepumpt.

Die Debatte darüber, wie China mit Evergrande umgehen soll, ist in vollem Gange. Wie wird China reagieren? Wird China den Zusammenbruch des Konzerns zulassen?

Heimische Beobachter sind skeptisch

Die heimische Presse ist derzeit skeptisch, was eine Rettung von Evergrande durch die chinesische Regierung angeht. Evergrande solle nicht mit einer staatlichen Rettungsaktion rechnen. Es scheint, als peile die chinesische Regierung eine kontrollierte Detonation für das angeschlagene Bauunternehmen Evergrande an. Dadurch würde ein signifikanter Kreditausfall unvermeidlich werden. Das Ausmaß, in dem andere Märkte davon betroffen sein könnten, hängt davon ab, ob Evergrande restrukturiert oder vollständig liquidiert wird. Welche dieser beiden Optionen, als das wahrscheinlichere Ergebnis angesehen werden kann, ist derzeit nicht klar.  

Die Aktien von Evergrande fielen heute in Hongkong um 10,3 % und gaben damit den fünften Tag in Folge nach, womit die Aktie in diesem Jahr 84 % verloren hat.

Chinas Immobilienmarkt

Pekings regulatorische Eingriffe auf die wertvollen Internetplattformen des Landes mag globale Investoren mehr beunruhigen. Doch der Wohnungsbau ist Chinas ständige Herausforderung, da das Land versucht, kapitalistische Dynamik mit sozialistischen Idealen und einem kommunistischen Machtmonopol in Einklang zu bringen.

Immobilienbau und -investitionen sind sowohl Motor als auch Ventil für den wachsenden Reichtum des Landes und machen etwa 20 % des Bruttoinlandsprodukts aus. Anzeichen einer Überhitzung gibt und gab es genug. Die Verschuldung der chinesischen Privathaushalte ist seit 2015 von 39 % des BIP auf 62 % gestiegen, was größtenteils auf Wohnhypotheken zurückzuführen ist.

Durch strengere Hypothekenanforderungen versuchte die chinesische Führung auf die Bremse zu treten, was allerdings angesichts der aufgestauten postpandemischen Nachfrage nicht wirklich funktioniert hat. China verfügt, aber auch weniger drakonische Mittel zur Eindämmung der Wohnungskosten. Die offensichtlichste Lösung ist, mehr zu bauen. Aber die Behörden sind auch über die Schulden der Bauunternehmen besorgt. Sie haben vor einem Jahr die „drei roten Linien" für die Verschuldung der Bauunternehmen eingeführt, die China Evergrande erfolglos einzuhalten versuchte.

Die gute Nachricht ist, dass andere große chinesische Bauträger weniger Schulden aufgenommen haben als Evergrande und sich ohne übermäßigen Druck auf die Einhaltung der roten Linien zubewegen.

Die Straffung am Immobilienmarkt kann auch nicht ewig weitergehen. Lokale Regierungen sind auf Grundstücksverkäufe angewiesen, um Einnahmen zu erzielen (in Ermangelung einer Grundsteuer), und unzählige Millionen Menschen sind vom Bau abhängig, um ihre Familien zu ernähren. Chinesische Marktbeobachter rechnen also damit, dass die Förderung des Wohnungsbaus im nächsten Jahr wieder zunehmen wird.

Evergrande als Spitze des Eisbergs?

Die Gesamtverbindlichkeiten von Evergrande belaufen sich auf etwa 313 Milliarden USD, was etwa 6,5 % der Gesamtverbindlichkeiten des chinesischen Immobiliensektors entspricht, wovon 19 Milliarden USD auf ausstehende Offshore-Anleihen entfallen. Sollte es zu einer vollständigen Liquidation kommen, könnten die Auswirkungen beträchtlich sein. Das Maß der Ansteckung auf andere Finanzsektoren kann wie folgt beschrieben werden.

Was könnte passieren?

Erstens könnte es zu einem erheblichen Vertrauensverlust der Anleger sowohl im Immobiliensektor als auch bei asiatischen Offshore-Anleihen kommen, was sich auf chinesische Finanzanlagen im Allgemeinen auswirken könnte.

Zweitens könnte ein Dominoeffekt anderer Ausfälle auslösen, da sowohl Banken als auch andere Konzerne mit großem Engagement bei Evergrande in Mitleidenschaft gezogen werden könnten oder gezwungen sein könnten, sich umzustrukturieren.

Drittens könnte dies die Ratingagenturen dazu veranlassen, ihre Bewertungen zu ändern und die Annahme staatlicher Unterstützung auf dem Offshore-Markt für US-Dollar-Anleihen in China abzuwerten.

Gibt es noch Hoffnung

Es gibt jedoch Gründe für die Annahme, dass China versuchen wird, eine Ansteckung auf andere Sektoren in letzter Minute zu verhindern. Bereits in der Vergangenheit gab es in China ähnliche Situationen. Zum einen kann man die Übernahme der Baoshang Bank durch die chinesische Zentralbank im Jahr 2019 erwähnen und die allgemeine chinesische Kreditkrise im Jahr 2015, die zu einer großen Korrektur bei chinesischen Aktien und der Währung des Landes führte.

Eine Lehre aus diesen Ereignissen ist, dass die chinesischen Behörden zwar eine vorübergehende Krise zulassen, im Falle eines großflächigen Ausfalls aber letztlich eingreifen sollte, um die heimischen Märkte zu stabilisieren.

Eine andere gängige Meinung ist der Standpunkt, dass Evergrande ausschließlich ein chinesisches Problem ist. Soweit bekannt, wurden die meisten Kredite an Evergrande von chinesischen Banken vergeben, die implizit von der chinesischen Regierung abgesichert werden, und die Bilanz der chinesischen Regierung kann die Verluste von Evergrande, die sich auf etwa 303 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten belaufen könnten, problemlos verkraften.

Die meisten Analysten sind sich darin einig, dass die Besorgnis über Evergrande sowie die jüngsten umfassenden regulatorischen Maßnahmen Pekings gegen die Tech-Unternehmen die chinesischen Aktien weiterhin belasten werden. Die Anleger sollten daher weiter vorsichtig sein, bevor die Talsohle erreicht wird und die Intention der chinesischen Regierung deutlicher werden. Die Turbulenzen in diesem Sektor könnten gerade erst beginnen.

Quelle: CMC Markets Plattform, Monatschart, 20.09.21

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