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Gold Kurs – Nur Profiteur der Kriegsangst oder steckt mehr dahinter?

Als Profiteur der Corona-Pandemie im Sommer 2020 uns noch gut in Erinnerung, um dann in der Versenkung zu verschwinden und nun wieder aufzutauchen – die Rede ist vom Gold, das als Profiteur der Kriegsangst nun wieder Kurs auf die magische Marke von 2.000 US-Dollar pro Feinunze nimmt. Neben den Spannungen zwischen Russland und der Ukraine wurde durch die steigende Inflation, eine ungewisse Zukunft der Technologieaktien und insgesamt äußerst volatilen Aktienmärkten in den vergangenen Wochen ein perfekter Nährboden für das Edelmetall geschaffen.

Im vergangenen Jahr noch verlief die Entwicklung der Rohstoffpreise anders als von den meisten erwartet. Die beste Performance konnte mit Zinn ein Industriemetall verzeichnen, während trotz der höchsten Inflationsraten seit 40 Jahren die Edelmetalle nicht profitieren konnten. Gold als das von Anlegern am meisten beachtete Edelmetall, da es traditionell als Wertaufbewahrungsmittel und zur Inflationsabsicherung verwendet wird, ist im Jahr 2021 um über sechs Prozent gefallen. Silber konnte sich dem Abwärtssog ebenfalls nicht entziehen und verlor mit einem Minus über 17 Prozent sogar zweistellig.

DAVID GRAY / Getty images

Langeweile im Goldmarkt könnte vorbei sein

Nach seinem Höhenflug nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Sommer 2020 kam Langeweile im Goldmarkt auf und der Preis bewegte sich seitdem eher seitwärts. Gold wird oft als Schutz gegen Inflation angesehen, aber in Wirklichkeit ist es ein Schutz gegen Chaos – und die Situation in der Ukraine zählt sicherlich dazu, was Gold für viele Investoren jetzt wieder attraktiv macht. Aber es ist nicht nur die Angst, die Gold stützt. Die Zentralbanken in den Schwellenländern kaufen weiterhin Gold, um sich vom Dollar abzuwenden. Gleichzeitig könnte das US-Handelsdefizit in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreichen. Gold könnte in einem solchen Szenario, wie es das letzte Mal Anfang der 2000er Jahre geschah, wieder profitieren, auch wenn die US-Notenbank in diesem Jahr einige Male an der Zinsschraube drehen sollte.

Wenn die Inflation hoch und hartnäckig bleibt, dürften Gold- und Silberminenaktien und börsengehandelte Fonds somit einen guten Beitrag im Portfolio eines diversifizierten Anlegers leisten, aber auch der Besitz des physischen Metalls als greifbarem Vermögenswert, ohne dass er sich um die Verwaltung kümmern muss, könnte interessant sein.

Auch Silber könnte profitieren

Fundamental sieht die Zukunft für Silber zwar auf den ersten Blick nicht gerade vielversprechend aus. Ein durch niedrige Preise weiter hohes Angebot könnte auf Gegenwind bei der Industrienachfrage treffen. Aber wie es so oft mit Erwartungen an der Börse ist, letztendlich bleibt es spannend, ob die Angebot-Nachfrage-Situation genauso eintritt und wie sich die jüngst eingeschlagenen Kurswechsel in der Geldpolitik auf die Edelmetalle auswirken werden.

Aus technischer Sicht hat sich zwar die sogenannte Gold-Silber-Ratio mit 80 nun wieder etwas vom Tief nach oben entfernt. Das bedeutet, dass man aktuell rund 80 Unzen Silber braucht, um eine Unze Gold zu kaufen. Einfach ausgedrückt, ist Silber im Vergleich zu Gold damit aber immer noch historisch gesehen eher unterbewertet. Denn zu Beginn der Pandemie 2020 stieg dieser Wert auf über 120. Doch als die Fed die Zinsen senkte und ihr massives quantitatives Lockerungsprogramm startete, erholte sich Gold und nahm Silber mit. Während einer Goldhausse schneidet Silber in der Regel besser ab als Gold. Dies war auch während der Pandemie der Fall. Als der Goldpreis auf über 2.000 US-Dollar stieg, fiel die Gold-Silber-Ratio auf 64 und damit nahe an das untere Ende der historischen Norm.

 

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