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Deflations-Gefahren: Schwingt das Inflations-Pendel um?

Die Aktien im Technologiesektor stehen unter Kaufdruck. Das hat nun wahrscheinlich jeder mitbekommen, der die einstigen Highflyer im Depot liegen hat oder sie als möglichen Neueinstieg auf der Beobachtungsliste stehen hat. Was immer wieder nach einer Korrektur aussieht, wird keine und Kursrückgänge bleiben vorübergehend. Man könnte es als eine Art Zittern bezeichnen, als eine kollektive Anspannung, die sich in volatilen Bewegungen ausdrückt. Die Frage, die jeder Investor stellt: Bereitet sich der Markt auf das undenkbare vor? Nicht nur das Ende von Inflation, sondern deren Gegenteil – Deflation? 

Zentralbanken stehen am Ende ihrer restriktiven Geldpolitik und vielleicht auch ihrer Einflussmöglichkeiten. Ihre Entscheidungsprozesse seit dem Ausbruch der Pandemie könnten als ein Tanz auf dem Drahtseil zwischen den Gefahren der Inflation und der Deflation gesehen werden. Zu spät und dann vielleicht zu aggressiv – so ungefähr ließe sich die Geldpolitik der Zentralbanken seit der Pandemie zusammenfassen. Erst haben sie die Inflation als vorübergehendes Phänomen angesehen, dann konnte es mit Leitzinsanhebungen gar nicht mehr schnell genug gehen. 

Das lag aber auch daran, dass die Geldpolitik anfangs so ausgerichtet war, um das Wachstum anzuschieben und erst noch in den neutralen Bereich angepasst werden musste. Erst die letzten Zinsanhebungen dienten dem Zweck, der Konjunktur wirklich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Hoffnung besteht, dadurch dem Preisdruck Einhalt zu gebieten, der sich anfangs anschickte, zu einer galoppierenden, außer Kontrolle geratenden Inflation zu entwickeln. Dieses Schreckensszenario konnte zum Glück vermieden werden. 

Nun droht aber eine neue Gefahr. Wenn das Pendel der Inflation aus dem inflationären Bereich weiterhin so dynamisch zurückschwingt, könnte sich daraus eine Deflation entwickeln. Was heute noch keine mehrheitsfähige Meinung auf dem Parkett ist, könnte sich also bald zu einer Gefahr für die Märkte entwickeln. Konjunkturelle Abschwächung gepaart mit rückläufigen Verbrauchspreisen könnte die seit der Pandemie sehr anpassungsfähigen Unternehmen vor eine neue Herausforderung stellen. 

Es weht ein anderer Wind im globalen Finanzsystem. Dieser Wind könnte, mit seinem kalten Hauch der Deflation, das Feuer der Inflation ausblasen. Die gute Nachricht - und das ist vermutlich auch der Grund, warum der Nasdaq 100 Index so stark steigt: Technologieaktien kommen mit abnehmender Inflation und rückläufigen Preisen, also Deflation, gut klar. Sie sind aufgrund des technischen Fortschritts, der die Preise fallen lässt, mit fallenden Preisen von Natur aus gut vertraut. Daher bevorzugen Anleger in Phasen von Disinflation und Deflation Aktien aus dem Technologiesektor, die sich dann besser entwickeln können als der Rest des Markts. 

Das war auch der Grund, warum der Nasdaq 100 Index von November 2021 bis Oktober 2022 – als die Inflation drohte, außer Kontrolle zu geraten – besonders stark gefallen ist, und zwar um 37%. Gleichsam kann die Phase zwischen dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie bis Februar 2021 als ideales Umfeld für den Nasdaq 100 Index angesehen werden. In dieser Zeit wuchsen die Verbraucherpreise in den USA niedriger als von der Fed erwü nscht, also unter 2%. In dieser Zeit stieg der Nasdaq 100 Index um 109%. 

Natürlich spielte in dieser Zeit auch die Geldpolitik eine große Rolle. Eine expansive Geldpolitik steht für Risikobereitschaft der Anleger, getreu dem oft unter Tradern zitierten Motto, dass man sich niemals gegen die amerikanische Notenbank stellen sollte (Never fight the Fed!). 

Die Frage ist jedoch: Wann wird die Fed einlenken und von ihrem Kurs der Leitzinsanhebungen abrücken? In der Vergangenheit war ein Kursrutsch im S&P 500 Index um mehr als 20% ein ziemlich gutes Signal, dass die Fed zum Einlenken bewegte. Solange die Kurse aber immer weiter steigen und sogar in der Nähe von Rekordhochs notieren stellt sich die Frage, wie gewarnt sich die Fed fühlen wird? Vermutlich wird die amerikanische Notenbank nicht sehr verunsichert sein, auch wenn die Anleihemärkte durch eine Invertierung der Zinskurve eine tiefe Rezession signalisieren und damit ganz anderer Meinung zu sein scheinen wie die Anleger an der New Yorker Aktienbörse. 

Wer am Ende Recht behalten wird, kann wie immer nur die Zukunft zeigen allerdings darf man die Preistrends nicht außer Acht lassen, vor allem jene in der Volksrepublik China. Importierte Deflation aus Fernost? Dass die Produzentenpreise abstürzen, ist im Sommer 2023 nicht nur in den USA, sondern auch in der Eurozone zu beobachten. Dass aber zudem die Verbraucherpreise in China nur stagnieren, nährt mittlerweile sogar Ängste vor einer Deflationswelle. 

Der Preisdruck ist im Juni 2023 in China auf dem tiefsten Stand seit über zwei Jahren angekommen. Die Sorgen der Anleger über eine schwache Binnennachfrage und konjunkturelle Unsicherheit in China bleiben damit weiter bestehen. Der Zentralbank dort wird wohl nichts anderes übrigbleiben als die Geldpolitik weiter zu lockern und damit zu versuchen, das Wachstum wieder anzukurbeln. Der deflationäre Trend könnte durch den Export in den kommenden Monaten auch Deutschland treffen. Die Gefahr bleibt: Das Inflationspendel könnte in den deflationären Bereich schwingen. 

Einerseits könnte sich ein solches Umfeld als positiv für Aktien aus dem Technologiesektor erweisen. Sollte es allerdings zu einem allgemeinen Verfall der Kurse am Aktienmarkt kommen, nützt am Ende auch eine dazu bessere Entwicklung des Nasdaq 100 nicht viel. Wenn alle Aktien insgesamt fallen, wird auch der Nasdaq 100 Index nicht steigen, da Aktien aus dem Technologiesektor aufgrund ihrer Ausrichtung auf Wachstum als riskante Aktien angesehen werden. In einem Umfeld nachlassender Risikobereitschaft bringen Anleger ihr Geld in Sicherheit – und nicht in Techaktien.  

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Technologieaktien stark gestiegen sind und die Deflation als eine realistische, aber noch nicht von der Mehrheit anerkannte, Gefahr besteht. Auch wenn die Technologieaktien bei abnehmender Inflation und sinkenden Preisen gut abschneiden, bleibt das Risiko eines allgemeinen Kursverfalls am Aktienmarkt bestehen. Daher ist es wichtig, die Entwicklung der Inflation und die Zentralbankpolitik genau zu beobachten. Darüber hinaus spielt die Entwicklung der Preise in China eine entscheidende Rolle, da sie eine mögliche Deflationswelle signalisieren könnten. Letztendlich wird nur die Zukunft zeigen, wie sich diese komplexe und flüchtige Situation entwickeln wird. 


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