Trading-Psychologie: Kognitive Dissonanz

Warum Trading-Fehler Bestandteil unserer DNA sind und wie Sie mögliche Fehler reduzieren können

Kognitive Dissonanz ist ein empfundener Gefühlszustand, ein unangenehmer Gefühlszustand, der durch Gedanken, Meinungen, Wünsche oder Absichten entsteht.

Wenn Sie auf internationalen Märkten handeln, können auch außerhalb der Geschäftszeiten auftretende Schwankungen und Veränderungen auf den Märkten zu rapiden Änderungen Ihres Kontostands führen. Wenn Sie nicht genügend finanzielle Mittel auf Ihrem Konto haben, riskieren Sie, dass Ihre Positionen automatisch geschlossen werden, sobald Ihr Handelskontowert unter das Glattstellungsniveau sinkt.

Letztendlich kennt jeder Trader dieses Szenario. Er weiß, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit er einen Trade platziert. Dennoch kann es sehr schnell passieren, dass der Trade gegen den Trader läuft und er Verluste generiert.

In solch einem Fall wäre es sinnvoll und ratsam den Trade zu schließen. Doch immer häufiger kommt es vor, dass Trader dies gerade nicht tun, sondern den Trade laufen lassen bis ein gewisser Stopp erreicht wurde. Man erhofft sich, dass sich der Trade in die gewünschte Richtung dreht und man mit der eigenen Vorhersage Recht hat. In einem sehr negativen Szenario fällt der Kurs noch weiter und das Konto wird am Ende glatt gestellt. Nun stellt sich die Frage, warum es bei Tradern gerade dann zu einem positiven Gefühl kommt, wenn bei Verlusten Positionen nachgekauft werden? Und warum kann der Trader, der aufmerksam vor der Handelsplattform sitzt, in diesem Moment nicht rational handeln und es „einfach“ abstellen? Warum wiederholt sich dieses Szemario immer wieder?

Zwei Arten kognitiver Dissonanz

1) Selektive Wahrnehmung: Die Menschen suchen nur noch nach Informationen, die den eingeschlagenen Kurs befürworten. Also angenommen, wir sind Long, dann suchen wir eben ganz viele Argumente, die dafür sprechen, dass diese Richtungen oder dieser Trade richtig ist. Sie lesen nur noch die Artikel, die ihre Meinung in dem Fall bestätigen. Sind Sie beispielsweise Befürworter des Brexits, dann hören sie sich eben nur Meinungen an, die den Brexit verstärken. Sie sind gar nicht mehr offen für eine Diskussion mit den Gegnern und haben sich Ihre Meinung bereits gebildet.

2) Selektive Entscheidungsfindung: In diesem Fall werden Handlungen irrational begründet. Angenommen Sie haben kein Signal, sind aber Short. Beim Traden suchen Sie sich Ausreden, warum Sie immer wieder bei Verlierertrades zukaufen und warum Sie immer wieder die eigenen Regeln, die Sie sich vorher gesetzt haben, brechen.

Kognitive Dissonanz bei Tradern

Viele Trader vergrößern die Position als Schutzmechanismus und sagen: „Ich bin richtig, der Preis wird drehen und ich kann hier noch mal billiger vergrößern.“. Das ist grundsätzlich nicht richtig. Denn wenn man Verluste erleidet, dann hat man auch ein Ausstiegsszenario - Das wäre der Stopp-Loss im Idealfall. 

Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass man falsch liegt bevor der Verlust unendlich groß wird. Es ist immer gefährlich, eine einseitige Marktanalyse zu machen. Diskutieren Sie Ihre Trades nicht öffentlich, um Ihre Meinung zu untermauern. Denn dadurch würden Sie nur versuchen eine Ausrede zu finden, dass die anderen den Trade auch befürwortet haben und Sie nur einer von vielen sind, die ebenfalls Verluste erlitten haben. Stehen Sie dazu, wenn Sie richtig oder falsch liegen.

Und wenn man nach über fünf Jahren immer die gleichen Fehler macht und das Ganze weiterhin als Lernprozess bezeichnet, dann ist das so in Ordnung. Man kann besser werden, aber letztlich muss man sich dann die Frage stellen: Ist das Produkt richtig? Bin ich dafür geeignet? Und was kann ich wirklich besser machen? Oder woran liegt es effektiv? Nach fünf Jahren sollte man diese groben Fehler nicht mehr begehen. Letztendlich gilt: Wer nach Entschuldigungen sucht und Einstiege herausfordert, der riskiert viel. Es kann gutgehen, aber man sollte auch darauf vorbereitet sein, dass es schiefgehen kann.

So minimieren Sie Effekte kognitiver Dissonanz

Grundsätzlich gibt es keine einfachen Tricks dieses Szenario auszublenden, denn letztendlich ist es ein Reflex, der seit vielen Jahren existiert.

Bessere Entscheidungen kann man treffen, indem man:

  • nach einer nüchternen Analyse entscheidet: Long oder Short.
  • ein Risikomanagement aufbaut, damit man weiß, wieviel man gewillt ist zu riskieren und welche Trading-Strategie man verwendet.
  • einen Trading-Plan entwickelt und festlegt zu welchem Zeitpunkt man einsteigt und aussteigt
  • ein Trading-Tagebuch führt und alle wichtigen Trades mit Erfolgen und Verlusten notiert. Was habe ich in dieser Situation gemacht? Was ist schlecht gelaufen? Woran lag's? Was hat mich aus der Fassung gebracht?
  • Mutig sein. Letztendlich auch Verlust-Trades generiert. Es gibt keinen Trader, ganz gleich, wo er arbeitet oder wie gut er ist,der keine Verlust-Trades generiert.
  • die Emotionen so weit wie möglich kontrolliert und den Schuldigen nicht woanders sucht, sondern wirklich auf sich selbst achtet und die eigenen Regeln so gut wie möglich befolgt.

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