US-Arbeitsmarktbericht – Kehrt die Zinssenkungsfantasie zurück?
Schwache Frühindikatoren stellen den robusten Arbeitsmarkt infrage und könnten Zinssenkungserwartungen neu beleben.
Aufgrund des Shutdowns der US-Regierung in der vergangenen Woche wird der Arbeitsmarktbericht für Januar erst heute Nachmittag veröffentlicht. Erwartet werden 70 000 neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft, eine stabile Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent und ein Anstieg der Stundenlöhne um 3,6 Prozent im Jahresvergleich.
Zu optimistischer Konsens?
Diese Erwartungen können als optimistisch bezeichnet werden, wenn man die Schwäche der in der vergangenen Woche veröffentlichten Indikatoren berücksichtigt. Das Beratungsunternehmen ADP schätzte, dass im Januar lediglich 22 000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Die JOLTs-Stellenangebote gingen im Dezember 2025 um 386 000 zurück und erreichten damit den niedrigsten Stand seit August 2020. Der Challenger-Bericht wies sogar darauf hin, dass im Januar über 100 000 Arbeitsplätze abgebaut wurden, was den schlechtesten Januar seit 17 Jahren darstellt. Die Zahlen deuten allesamt darauf hin, dass sich das Gleichgewicht eines stabilen Arbeitsmarktes mit wenig Einstellungen und wenig Entlassungen in die negative Richtung verschiebt.
Wird sich Jerome Powell doch noch mit einer Zinssenkung verabschieden?
Die Beschäftigungsdaten sind nach wie vor entscheidend für die Geldpolitik und könnten den geplanten Fahrplan der Federal Reserve durcheinanderbringen. Derzeit gehen die Fed-Funds-Futures davon aus, dass es 2026 zu zwei weiteren Senkungen um 25 Basispunkte (Juni und September) kommen wird. Schwache Beschäftigungsdaten in Verbindung mit einem Verbraucherpreisindex, der am Freitag den Rückgang der Inflation bestätigt, könnten jedoch zu einer Vorverlegung der Senkungen führen. Aber auch wenn Powell zuletzt etwas lockerer klang und er in seinen Reden der Beschäftigung Vorrang vor der Inflation einräumte, wäre es schon ein wenig paradox, wenn er seine Amtszeit nach dem Zwist mit seinem Präsidenten doch noch mit einer geldpolitischen Lockerung beenden würde.

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