DAX rutscht wieder ins Minus – Wall Street läuft heiß
Ölpreise, Nahost-Risiken und hohe Bewertungen belasten den DAX, während die Wall Street weiter von KI-Euphorie getragen wird.
Der heutige Börsentag in Frankfurt hat gezeigt, dass die Anleger die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten bislang nicht als Freifahrtschein für den DAX sehen, um bereits das Allzeithoch wieder anlaufen zu können. Zu viel Porzellan wurde zerschlagen und die mittel- bis langfristigen Auswirkungen des Krieges auf die Konjunktur sind vollkommen offen.
Bislang haben die Unternehmen einen Großteil der bisherigen Energiepreisanstiege weggedrückt und nicht direkt an die Konsumenten weitergereicht. Doch diese Entwicklung dürfte sich mit fortwährendem Verweilen der Ölpreise auf dem hohen Preisniveau in den kommenden Monaten abschwächen. Es gibt bereits einige erkennbare Auswirkungen, zum Beispiel im Flugverkehr, und weitere Zweitrundeneffekte könnten folgen. Der DAX befindet sich in einer Sondersituation, da vorrangig die Entwicklungen an den Energiemärkten auf die aktuelle Kursentwicklung einzahlen. Die Ölpreise befinden sich zwar im Rückwärtsgang, notieren jedoch immer noch auf wesentlich höheren Kursniveaus als vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs.
Und die Wall Street läuft zwar weiter, doch es dürfte auch den Indizes in New York immer schwerer fallen, sich der Anziehungskraft von Gewinnmitnahmen zu entziehen, da die Bewertungen von einzelnen Unternehmen und Branchen sehr hohe Niveaus erreicht haben. Künstliche Intelligenz treibt zwar weiterhin die operativen Geschäfte vieler Halbleiter- und Energieunternehmen an, sorgt damit aber auch für Euphorie unter den Anlegern, die in Kursübertreibungen mündet.
Die Nachricht, dass es sich nur noch um Stunden handeln soll, bis die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr geöffnet wird, hielt zwar die Hoffnung auf eine nachhaltige Entspannung in der Region am Leben. Aber auch hier ist zu befürchten, dass die Investoren mit ausgedehnteren Gewinnmitnahmen antworten, da sich dann ein weiterer Belastungsfaktor auflösen würde und neue positive Handelsimpulse rarer werden.

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