Käuferstreik im DAX – US-Inflation sendet leichtes Entspannungssignal

Moderate US-Inflationsdaten beruhigen nur kurz, während Nahost-Risiken und hohe Energiepreise den DAX weiter belasten.

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verfasst von
Andreas Lipkow

Chef-Marktanalyst


Die Befürchtungen einer stärker steigenden Inflation in den USA waren groß und die Märkte im Vorfeld in Alarmbereitschaft – dann aber hieß es erst einmal Entwarnung: Die am Nachmittag veröffentlichten Verbraucherpreise lagen mit einem monatlichen Anstieg von 0,2 Prozent am unteren Ende der Erwartungen. Damit beschleunigt sich der Anstieg auf Jahressicht mit 4,3 Prozent zunächst nicht weiter.

Seit geraumer Zeit warten die Investoren auf Indikationen zur Preisentwicklung in den USA. Denn Parallelen zur Teuerung in den 1970er Jahren können nicht geleugnet werden, weswegen das Sentiment an der Börse zunehmend nervöser wird. Damals kam es nach dem Ölpreisschock zu erheblichen Preissteigerungen in zwei Wellen, die die US-Notenbank auf den Plan riefen und am Aktienmarkt zu größeren Korrekturen führten.

In Frankfurt haben die Anleger die zur Eröffnung leicht höheren Kurse im DAX für Gewinnmitnahmen genutzt und insbesondere die Aktien der Indexschwergewichte SAP, Siemens und Siemens Energy verkauft. Gesucht blieben zur Wochenmitte Unternehmen aus den defensiven Sektoren wie Qiagen, Symrise und die Deutsche Telekom.

Die Situation im Nahen Osten bleibt fragil und belastet weiter die Stimmung der Investoren. Es ist derzeit vollkommen unklar, wann es zu einem Abkommen zwischen den USA und dem Iran kommen wird, um erneut und dann zur Abwechslung vielleicht mal einen nachhaltigen Waffenstillstand zu erreichen. Hauptbelastungsfaktoren für den Aktienmarkt bleiben entsprechend die hohen Energiepreise und die daraus resultierenden Inflationsgefahren.

Solange es keine handfeste Lösung des Konflikts im Nahen Osten gibt, dürften die Aktivitäten an den europäischen Handelsplätzen von jeder Menge Unsicherheit begleitet bleiben. Wobei heute zu beobachten war, dass es weniger eine Zunahme an Verkäufern gab als vielmehr die passiven Handelsaktivitäten der bisherigen Käufer zu den Kursverlusten führten.

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