DAX dreht deutlich ins Plus – Friedenshoffnungen erhalten neue Nahrung
Neue Hoffnungen auf eine Entspannung im Iran-Konflikt treiben den DAX nach schwachem Start deutlich ins Plus.
Die Nachricht über einen vorgelegten Fünf-Punkte-Plan des Iran zur Beendigung des Krieges hat dem DAX heute einen kräftigen Turnaround beschert. Noch deutlich im Minus gestartet, nutzten Anleger bereits in den ersten Handelsstunden die Kurse unter 24 000 Punkten für Schnäppchenkäufe und zogen den Index nach den Eröffnungsverlusten ins Plus. Ihr Mut wurde belohnt, als dann am Mittag die Nachrichten über einen möglichen Kompromiss zwischen den USA und dem Iran über die Ticker liefen. Der DAX zog in der Spitze auf über 24 400 Punkte an.
Der Markt wurde dabei einmal mehr von den wenigen Technologieaktien wie Infineon und SAP gestützt. Anleger spielten das KI-Thema aber auch über die Aktien von Siemens Energy und Siemens. Sie gehen nun verstärkt davon aus, dass sich die Situation im Nahen Osten bald beruhigt. Diese Annahme tätigen sie zwar bereits seit mehreren Wochen, aber der Optimismus bekommt mit jeder Nachricht wie der heutigen neue Nahrung.
Mit den steigenden Kursen konnte sich auch das Gewinnerfeld im DAX im Handelsverlauf ausweiten. Angeführt wurde das Feld von Rheinmetall. Auch die Deutsche Telekom und SAP waren zum Wochenstart gefragt. Vorsicht ließen die Investoren dagegen bei den zyklischen Branchen und speziell den Autoaktien walten. Die Anteilsscheine von VW, Mercedes-Benz, BMW und Porsche fanden sich deshalb in der Verlustzone und damit am DAX-Ende wieder.
Insgesamt dürfte die Stimmung an der Börse weiterhin von der Skepsis geprägt bleiben, ob es tatsächlich zeitnah zu einem Frieden im Iran kommt. Die gestiegenen Energiepreise drücken über die Inflationsentwicklung auf das Konsumverhalten und schüren so die Angst vor einer Fortsetzung der wirtschaftlichen Flaute in Deutschland.

DAX koppelt sich von der Wall Street ab – Ölpreise verharren auf hohem Niveau
Der DAX zeigt sich widerstandsfähiger als die Wall Street, doch hohe Ölpreise und die fragile Nahost-Lage bleiben ein Risiko.

