
Die wichtigsten drei Zahlen für 2026 - 3,4,5
Warum 3%, 4% und 5% entscheidend für Märkte und Investoren im Jahr 2026 sind.
Die sogenannte „3-4-5%-Regel“ ist zwar kein offizielles ökonomisches Modell, aber eine Faustregel aus dem makroökonomischen Investment- und Tradingumfeld, die die kritischen Schwellenwerte für drei zentrale Variablen in dem US-Makroumfeld darstellen. Sie können Investoren als einfacher Kompass für Paradigmenwechsel an den Finanzmärkten dienen.
Die 3-4-5%-Regel im Überblick, welche Parameter sind gemeint?
3% Arbeitslosenquote (Unemployment Rate)
4% Inflation (CPI)
5% Rendite 10-jähriger US-Treasuries
Als erstes wird dabei der Arbeitsmarkt in den USA betrachtet und die Arbeitslosenquote von 3 Prozent als wichtige Größe dargestellt. Eine Arbeitslosenquote um oder unter 3% signalisiert einen extrem angespannten Arbeitsmarkt.
Unternehmen konkurrieren stark um Arbeitskräfte was zu steigenden steigenden Löhnen führen kann und latent die Lohn-/ Preisspirale auf der Inflationsseite ins Gespräch bringt.
In diesem Arbeitsmarktumfeld hat die US-Fed kaum Spielraum die Zinsen abzusenken, sondern wird restriktiver (Zinsanhebungen), um die beschriebenen Zweitrundeneffekte zu verhindern.
Die zweite Kenngröße stellt die Inflatonsentwicklung in den USA dar. Die US-Notenbank hat ein Inflationsziel von 2% Preissteigerung in den USA ausgegeben. Eine Teuerungsrate von 4% gilt als „nicht hinnehmbar hoch“, aber noch kontrollierbar. Oberhalb von dieser Inflationsmarke gerät zum einen die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Notenbank unter Druck und zum anderen steigt die Gefahr einer ausufernden Inflationserwartung. Es ist somit der Kipppunkt an dem die US-Fed restriktiv bleibt bzw. werden kann („higher for longer“).
Der letzte Parameter ist die Rendite 10 jähriger US-Staatsanleihen.
Diese sollte nicht über die Grenze von 5 Prozent ansteigen. Eine Rendite von 5 Prozent bei 10-jährigen US-Staatsanleihen führt zu deutlich höheren Finanzierungskosten bei den Konsumenten und den Unternehmen.
Zudem entsteht eine Konkurrenzsituation zu Aktien (Equity Risk Premium schrumpft) bei denen Investoren ihre mittel- bis langfristigen Anlagen zu Gunsten von US-Staatsanleihen vornehmen. Das hohe Renditeniveau führt zudem zu höhere Diskontierungsfaktoren bei den klassichen Bewertungsmodellen von Unternehmen und deren Aktien. Durch die höheren Refinanzierungskosten kommen zudem die Immobilien- und Kreditmärkte unter Druck.
In den vergangenen Handelstagen waren es insbesondere die US-Staatsnaleihen, die den Weg in Richtung 5 Prozent unternommen hatten. Im Renditehoch lagen die 10 jährigen Staatsanleihen bei 4,425 Prozent und übten dadurch bereits Druck auf die US-Aktienmärkte aus. Die zuletzt stark angestiegenen Energieträgerpreise können den zweiten wichtige Parameter, die Inflationsrate triggern und dadurch auch die beiden anderen Kenngrößen negativ beeinflussen.
In den kommenden Handelsmonaten sollten Investoren genau auf diese drei Größen achten und ihre jeweiligen Handelskonsequenzen daraus ziehen.

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