DAX rutscht wieder unter 25 000 Punkte – SAP-Aktie wiederentdeckt
Der DAX verliert seine Gewinne nach neuen Iran-Sorgen, während SAP durch KI- und Cloud-Fantasien wieder in den Fokus der Anleger rückt.
Zur Mittagszeit hatte das Schwergewicht SAP den DAX noch deutlich in die Pluszone geschoben. Als dann aber die Meldung über die Ticker lief, der Iran hätte alle Gespräche mit den USA abgebrochen und die Straße von Hormus erneut geschlossen, sprang der Ölpreis nach oben und die Gewinne des DAX lösten sich in Luft auf. Die Sorgen einer Fortsetzung des Iran-Kriegs bleiben in den Köpfen der Anleger präsent.
Es ist vollkommen unklar, ob es nach dem aktuellen Zwischenschritt in Form einer Waffenruhe von 60 Tagen tatsächlich zu einem nachhaltigen Frieden im Nahen Osten kommen kann und wird. Die Unsicherheit spiegeln die Energieträgerpreise wider, die sich von ihren hohen Preisniveaus nicht wirklich lösen können. Auch wenn die extremen Niveaus zwischenzeitlich verlassen wurden, bleibt die Gefahr einer nachhaltigen Teuerungsrate in den Finanzmärkten latent vorhanden.
Die Aktien von SAP profitierten heute von den Cloud-Fantasien rund um Künstliche Intelligenz. Plötzlich sahen die Investoren nun auch bei dem Walldorfer Softwarekonzern ein erhebliches Nachholpotential. Zu lange wurden lediglich die Risiken durch den disruptiven Charakter der KI im SaaS-Bereich gesehen und so verkannt, dass auch diese Unternehmen einen erheblichen Infrastrukturbeitrag leisten. Ähnliche Kursbewegungen zeigten sich jüngst bei anderen Unternehmen aus dem Sektor, wie ServiceNow und Salesforce. Insgesamt aber tun sich die Anleger in Frankfurt weiter schwer damit, die FOMO-Euphorie im Technologiesektor mit Bezug auf KI und Halbleiter auf den deutschen Aktienmarkt zu übertragen.
Interessant ist allerdings, dass sich der Mai als verhältnismäßig guter Börsenmonat gezeigt hat und die Investoren auch zu Beginn des neuen Monats noch keine Tendenz für einen Rückzug aus den Aktienmärkten zeigen. Die Themenlage lädt eigentlich wenig dazu ein, Risiken über die Sommermonate mitzunehmen. Dass sich der DAX dennoch weiter in Schlagdistanz zu seinem Allzeithoch aufhält, spricht für eine hohe Resilienz der Anleger gegenüber den derzeitigen Risiken und hohen Bewertungen.

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