Wochenausblick: US-Arbeitsmarkt, Berichtssaison und Konjunkturdaten bestimmen die Börsenwoche

Mit dem US-Arbeitsmarktbericht, wichtigen Konjunkturdaten und einer hochkarätigen Berichtssaison erwartet Anleger eine richtungsweisende Handelswoche für Aktien, Anleihen und Währungen.

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verfasst von
Andreas Lipkow

Chef-Marktanalyst


31. Juli 2026, 12:05

Nach der von mehreren Notenbankentscheidungen geprägten letzten Juliwoche verlagert sich der Schwerpunkt der Finanzmärkte Anfang August wieder stärker auf Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen. Die US-Notenbank hielt ihre Zielspanne zuletzt bei 3,50 bis 3,75 Prozent, während die Bank of England den Leitzins mit einer Mehrheit von sechs zu drei Stimmen bei 3,75 Prozent beließ. Drei britische Währungshüter votierten bereits für eine Anhebung. Dadurch dürfte die Sensibilität der Aktien- und Anleihemärkte gegenüber Wachstums-, Lohn- und Inflationssignalen hoch bleiben.

In den USA beginnt die Woche mit dem ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe. Aus Deutschland dürften die Einzelhandelsumsätze auf breiteres Interesse stossen. Am Dienstag folgen die Handelsbilanz und die JOLTS-Daten zu offenen Stellen. Zusätzlich könnten die Auftragseingänge der US-Industrie Beachtung finden. Der Dienstleistungsindex des ISM am Mittwoch ist aufgrund des großen Gewichts des Servicesektors besonders relevant. Am Donnerstag liefern Produktivität und Lohnstückkosten in den USA sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA Hinweise auf den mittelfristigen Inflationsdruck sowei auf die Lage am US-Arbeitsmarkt. Der zentrale Termin folgt jedoch am Freitag mit dem US-Arbeitsmarktbericht für Juli. Beschäftigungswachstum, Arbeitslosenquote, Stundenlöhne und mögliche Revisionen der Vormonate könnten die Zinserwartungen und damit auch die Bewertung hochpreisiger Technologieaktien erheblich beeinflussen. Interessant könnten zudem die Handelsbilanz und die Handelsaktivitäten aus China werden.

In Europa stehen zunächst die endgültigen Einkaufsmanagerindizes für Juli im Blickpunkt. Nachdem die vorläufigen Daten eine Belebung der Eurozone angedeutet hatten, wird vor allem auf die Länderdetails und die Preisindikatoren geachtet. Ergänzt wird das Bild durch die Erzeugerpreise der Eurozone am Mittwoch und die Einzelhandelsumsätze am Donnerstag. In Deutschland dürften die Auftragseingänge am Donnerstag und die Industrieproduktion am Freitag zeigen, ob sich die zuletzt erkennbaren Stabilisierungstendenzen in der Industrie fortsetzen.

Auch die Berichtssaison bleibt ein wesentlicher Kurstreiber. Den Auftakt macht am Montagabend Palantir. Angesichts der hohen Erwartungen an das KI-Geschäft dürften vor allem Neukundengewinnung, Auftragsbestand, Margen und der Jahresausblick im Mittelpunkt stehen. Auch die Quartalszahlen von dem Beteiligungsunternehmen Berkshire Hathaway werden interessant sein und wichtige Indikationen geben. Am Dienstag folgen unter anderem BP, Caterpillar und AMD. Während BP Hinweise auf Cashflow und Ausschüttungspolitik geben dürfte, gilt AMD als wichtiger Gradmesser für den Wettbewerb bei KI-Beschleunigern und Rechenzentrumsprozessoren. Auch der Börsenneuling SpaceX gibt erstmalig einen offiziellen Quartalsbericht bekannt und wird Gehör finden. Aus Deutschland dürften die Daten von Lufthansa und Zalando interessante Einblicke gewähren.

Der Mittwoch entwickelt sich zum terminreichsten Unternehmenstag der Woche. Mit Infineon, Siemens Energy, Vonovia und DHL berichten vier deutsche Großunternehmen. Bei DHL sind die vorläufigen Ergebnisse und die Anhebung der Jahresprognose bereits bekannt, sodass Segmententwicklung, Volumen und Margen entscheidend werden. Gleichzeitig veröffentlichen Novo Nordisk, Uber, Disney, Shopify und Eli Lilly ihre Zahlen. Besonders der direkte Vergleich zwischen Novo Nordisk und Eli Lilly könnte weltweit Impulse für den Pharmasektor liefern. Das Halbleiterunternehmen Sandisk dürfte mit ihren Quartalszahlen durch die zuletzt erfolgten Kurskapriolen ebenfalls in den Fokus der Investoren geraten. Auch Shopify gehört mit zu den Favoriten in der kommenden Berichtswoche. Abgerundet wird der Technologiesektor durch die Zahlen von Uber

Am Donnerstag richten sich die Blicke in Deutschland auf Commerzbank, Siemens und Rheinmetall. Bei der Commerzbank stehen Ertragsentwicklung, Kosten, Kapitalrückführung und der strategische Ausblick im Vordergrund. Rheinmetall dürfte neben dem starken operativen Wachstum auch die möglichen Folgen der Einstellung des F126-Fregattenprogramms erläutern. Das Unternehmen hatte angekündigt, hierzu mit den Halbjahreszahlen ein detaillierteres Update vorzulegen. Aus den USA werden Airbnb, Warner Bros Discovery und Zoetis berichten. Am Freitag beenden Allianz, Daimler Truck und die Porsche Automobile Holding die europäische Berichtswoche mit ihren Ergebnissen für das zweite Quartal.

Aus Asien kommt der wichtigste Vorlauf aus China. Der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist im Juli überraschend von 50,3 auf 49,2 Punkte gefallen und signalisiert damit wieder eine Kontraktion. Die privaten chinesischen Einkaufsmanagerindizes am Montag und Mittwoch werden daher daraufhin geprüft, ob sie die erneute Abschwächung bestätigen. In Japan steht am Freitag der private Konsum mit den Haushaltsausgaben für Juni im Mittelpunkt.

Die Kombination aus einer außergewöhnlich dichten Berichtssaison und dem US-Arbeitsmarktbericht spricht für eine erhöhte Einzeltitel- und Indexvolatilität. Zu Wochenbeginn dürften KI- und Halbleiterwerte über Palantir und AMD den Takt vorgeben. Ab Mittwoch verbreitert sich der Fokus auf Konsum, Pharma, Industrie und Finanzwerte. Am Freitag dürfte sich die Marktbewegung schließlich stärker auf Zinsen, US-Dollar und Anleiherenditen verlagern. Ein überraschend robuster Arbeitsmarkt könnte Zinssenkungserwartungen weiter zurückdrängen und insbesondere hoch bewertete Wachstumsaktien belasten; schwächere Daten könnten dagegen die Renditen drücken, würden gleichzeitig jedoch neue Konjunktursorgen auslösen.

Wichtige Unternehmens- und Quartalstermine

Wichtige makroökonomische Termine

* Die genauen S&P-PMI-Uhrzeiten können noch angepasst werden. Der Standardkalender sieht den Manufacturing-PMI am ersten und den Services-/Composite-PMI am dritten Arbeitstag des Monats vor.

Dieser Beitrag wurde teilweise mithilfe generativer KI erstellt. Sämtliche Inhalte, Marktdaten und Bewertungen wurden vor der Veröffentlichung redaktionell und fachlich geprüft. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Herausgeber.

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