Wall Street hängt Europas Börsen ab – Weiter hoher Ölpreis belastet den DAX

US-Märkte laufen voraus, während Europas Börsen unter hohen Energiepreisen und geopolitischer Unsicherheit leiden.

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verfasst von
Andreas Lipkow

Chef-Marktanalyst


Während die Indizes in New York im Rallymodus bleiben, haben die europäischen Investoren noch so einige Befürchtungen und Ressentiments gegenüber der propagierten verlängerten Waffenruhe im Iran-Krieg. Die Blockade der Straße von Hormus ist davon ausgenommen und somit bleibt der Schiffsverkehr weiterhin gesperrt. Dies spiegeln die Ölpreise wider und die Nordseesorte Brent notiert erneut über 100 Dollar pro Barrel. Die europäische Wirtschaft wird von den gestiegenen Energiepreisen stärker getroffen als die in den USA. Das preisen die Anleger gerade ein.

Auch wird durch die einseitig verlängerte Feuerpause die Situation im Nahen Osten nicht einfacher, sondern sie verkompliziert diese eher. Denn es ist immer noch nicht klar, wer eigentlich von iranischer Seite die Verhandlungen mit den USA nachhaltig führen kann und ob die potenziellen Ergebnisse dann auch entsprechend umgesetzt werden können.

Deshalb wandert der Fokus der Investoren auf die laufende Berichtssaison. Sie erhoffen sich Indizien, wie es um die wirtschaftliche Situation in den einzelnen Sektoren steht. Der US-Flugzeughersteller Boeing konnte mit seinen ausgelieferten Flugzeugen die Markterwartungen nicht schlagen. Heute Abend stehen die Zahlen von Tesla auf der Agenda. Das Sentiment gestaltet sich auch hier eher abwartend, verbunden mit hohen Erwartungen.

Im DAX äußert sich dies durch ein seit mehreren Handelstagen erkennbar rückläufiges Handelsvolumen. Die Investoren bleiben lieber an den Seitenlinien und fokussieren sich auf die wenigen umsetzbaren Fakten und Informationen. Neben den Versorgern führen Siemens Energy und Infineon die Gewinnerliste im DAX an. Halbleiterwerte gelten aktuell als am wenigsten anfällig durch die Ereignisse im Nahen Osten und weisen im operativen Geschäft ein noch hohes Momentum auf. Verlierer ist heute die Deutsche Telekom, die unter Spekulationen eines potenziellen Zusammenschlusses mit T-Mobile USA und dem geplanten Aufbau einer neuen Holdingstruktur leidet.

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