US-Berichtssaison – Der Optimismus könnte kaum höher sein

Die US-Berichtssaison beginnt mit großen Erwartungen – doch sind die hohen Bewertungen noch gerechtfertigt?

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Luiz Ruiz

Market analyst

In dieser Woche startet die Berichtssaison für das vierte Quartal in den USA. 12 Unternehmen aus dem S&P 500 legen ihre Zahlen vor. Dabei steht traditionell zu Beginn der Finanzsektor mit den Bilanzen von JPMorgan, Citigroup, Wells Fargo, Bank of America, Morgan Stanley und Goldman Sachs im Fokus. Für die Branche rechnet der Markt mit einem Plus von knapp sieben Prozent bei Gewinn und Umsatz. Gründe liegen im Anstieg der Kreditvergabe, in der Verbesserung der Zinsmargen – begünstigt durch die steile positive Zinskurve – und einer durch das Investmentbanking getriebenen Vermögensinflation.

Kursziel von 8.000 Punkten für den S&P 500

Für den gesamten S&P 500 haben die Analysten ihre Gewinnschätzungen in den vergangenen Wochen ebenfalls mehrheitlich nach oben korrigiert. Der Markt rechnet mit einem Gewinnwachstum von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Umsatzwachstum von 7,7 Prozent. Sollte dies eintreten, wäre dies das zehnte Quartal in Folge mit Zuwächsen bei beiden Kennzahlen. Interessant ist, dass die Zahl der von den Unternehmen selbst veröffentlichten positiven Prognosen ähnlich hoch ist wie die der negativen. Dies ist ungewöhnlich, da Gewinnwarnungen und Prognosesenkungen in der Regel deutlich häufiger vorgenommen werden. Parallel dazu haben die Analysten ihr durchschnittliches Kursziel für den S&P 500 für das laufende Jahr auf über 8.000 Punkte erhöht.

Anspruchsvolle Bewertungen

Wie schon im Quartal zuvor ist der Markt also sehr zuversichtlich, was die Bilanzvorlagen angeht. Die aktuelle Volatilität am Aktienmarkt ist gering und der S&P 500 steigt weiter langsam an und folgt dabei der oberen Grenze eines potenziellen Aufwärtskanals. Doch wegen der hohen Bewertungen hat der Markt jüngst an Aufwärtsdynamik verloren. Mit Blick auf die Multiplikatoren notiert der S&P 500 derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 28,5 und damit 24 Prozent über seinem 10-Jahres-Durchschnitt. Auf der anderen Seite liegen sowohl Dividenden- als auch Gewinnrendite teils deutlich unter der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die als risikofreies Anlageinstrument gelten.

Technologie weiterhin Wachstumsmotor

Der Technologiesektor spielt hier weiterhin die Hauptrolle: Die meisten Aufwärtskorrekturen der Prognosen (32 von 50) entfallen auf diesen Sektor, insbesondere auf Halbleiter und Software. Gleichzeitig ist es die einzige Branche, für die sowohl beim Umsatz (+18,1 %) als auch beim Gewinn (+26,5 %) ein zweistelliges Wachstum prognostiziert wird. Dabei bleibt Big Tech der Treiber: Bei Apple, Nvidia, Oracle, Micron Technology und Microsoft sind die Analysten am optimistischsten.

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Trading-analysis

Key charts of the week (13/01/2026): silver, US NDAQ 100, bitcoin and EUR/USD

Key charts for this week. Silver breaks historical highs and confirms symmetric triangle. The US NDAQ 100 is stuck at the ceiling of the lateral range. Bitcoin's rebound stalls at the DEC25 high. EUR/USD retests the SMA (200).

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