Diese Woche im Überblick: Zinsentscheidung der Fed; Ergebnisse von Meta und Tesla
Fed-Entscheid, Tech-Giganten und Konjunkturdaten – diese Woche könnten Trader hohe Volatilität und richtungsweisende Impulse für die Märkte erwarten.
Willkommen zu Michael Kramers Auswahl der wichtigsten Marktereignisse, auf die es in der Woche ab Montag, dem 26. Januar, zu achten gilt.
Ereignisreiche Tage stehen bevor, da die US-Notenbank (Federal Reserve) zu ihrer Zinssitzung zusammenkommt und die Berichtssaison an Dynamik gewinnt. Die Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch erfolgt unter starkem Druck von Donald Trump auf Fed-Chef Jay Powell, die Kreditkosten zu senken. Gleichzeitig legen vier der sogenannten „Magnificent Seven“ aus dem Technologiesektor ihre Quartalszahlen vor – Meta, Microsoft und Tesla am Mittwoch, gefolgt von Apple am Donnerstag.
Zinsentscheidung der US-Notenbank
Mittwoch, 28. Januar
Die Federal Reserve dürfte den Leitzins unverändert in einer Spanne von 3,5 % bis 3,75 % belassen. Laut dem FedWatch-Tool der CME rechnen die Märkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % mit einer Zinspause. Die meisten Prognosen gehen davon aus, dass die nächste Zinssenkung im Juni oder Juli erfolgen könnte, nachdem ein neuer Fed-Vorsitzender das Amt übernimmt. Powell wird im Mai nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit zurücktreten. Jüngste US-Konjunkturdaten zeichnen ein Bild von Robustheit am Arbeitsmarkt und bei den Konsumausgaben. Das stützt die Erwartung, dass die Fed Zinssenkungen erst später im Jahr vornehmen wird. Dennoch birgt Powells Pressekonferenz nach der Entscheidung erhebliches Marktbewegungspotenzial – insbesondere dann, wenn er sich restriktiver (hawkish) und weniger locker (dovish) äußert. Vor allem Devisenmärkte wie EUR/USD könnten empfindlich auf entsprechende Signale reagieren. Der unten dargestellte technische Chart von EUR/USD deutet darauf hin, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar an Stärke gewinnen könnte. Nachdem das Währungspaar in der vergangenen Woche an der 200-Tage-Linie (SMA) nach oben abgeprallt ist, stößt es nun auf Widerstand im Bereich von 1,1760 USD. Diese Zone ist bedeutsam, da hier bereits im Dezember die vorherige Aufwärtsbewegung stoppte. Gelingt ein Ausbruch über die Hochs bei rund 1,18 USD, könnte der Euro in Richtung 1,19 USD steigen. Scheitert der Durchbruch, könnte sich hingegen eine bärische Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausbilden, die einen Rückgang in Richtung der 200-Tage-Linie bei etwa 1,16 USD auslösen würde.
EUR/USD, April 2025 – heute

Quelle: TradingView, Michael Kramer
Meta Platforms – Ergebnisse Q4
Mittwoch, 28. Januar
Analysten erwarten, dass Meta im vierten Quartal ein Gewinnwachstum von lediglich 2,2 % gegenüber dem Vorjahr auf 8,20 USD je Aktie meldet, obwohl der Umsatz schätzungsweise um 20,5 % auf 58,3 Mrd. USD gestiegen ist. Hintergrund sind deutlich höhere Kosten im Zusammenhang mit KI-Investitionen. Die Bruttomarge dürfte bei rund 81 % liegen, nach 82 % im Vorquartal. Die Investitionsausgaben (Capex) werden für das Quartal auf einen Anstieg von 52,4 % auf 22 Mrd. USD geschätzt. Für das kommende Quartal rechnen Analysten damit, dass der an der Nasdaq gelistete Mutterkonzern von Facebook, WhatsApp und Instagram einen Umsatz von 51,3 Mrd. USD (+21,3 %) in Aussicht stellt, gleichzeitig aber warnt, dass der Gewinn je Aktie um 1 % auf 6,36 USD sinken könnte. Besonders im Fokus steht der Ausblick für das Gesamtjahr 2026: Hier erwarten Analysten einen Capex-Anstieg von 44,2 % auf 98,6 Mrd. USD.
Der Optionsmarkt signalisiert, dass Händler nach der Veröffentlichung der Q4-Zahlen eine durchschnittliche Kursbewegung der Meta-Aktie von etwa 6 % in beide Richtungen erwarten. Die Aktie, die seit dem Hoch im August rund 18 % verloren hat und aktuell bei etwa 648 USD notiert, weist eine implizite Volatilität von rund 60 % für Optionen mit Laufzeit bis Freitag, 30. Januar, auf – mit steigender Tendenz. Die Positionierung ist insgesamt bullish, mit einem ausgeprägten Widerstand bei rund 660 USD und einer wichtigen Unterstützungszone bei etwa 600 USD.
Nach Veröffentlichung der Zahlen dürfte die implizite Volatilität zurückgehen, wodurch Call-Prämien an Wert verlieren könnten. Das könnte den Aktienkurs unter Druck setzen – es sei denn, die Ergebnisse fallen außergewöhnlich stark aus oder die Investitionsausgaben werden deutlich stärker begrenzt. Der technische Chart bestätigt dieses Bild mit Widerstand bei rund 665 USD und Unterstützung bei 600 USD. Meta-Aktie, Juni 2025 – heute
Meta-Aktie, Juni 2025 – heute

Quelle: TradingView, Michael Kramer
Tesla – Ergebnisse Q4
Mittwoch, 28. Januar Tesla dürfte für das vierte Quartal einen Gewinnrückgang von 39,1 % auf 0,44 USD je Aktie melden, während der Umsatz laut Analystenschätzungen um 3,6 % auf 24,8 Mrd. USD gesunken ist. Die viel beachtete Bruttomarge des Elektroautoherstellers wird voraussichtlich von 18,0 % auf 17,1 % zurückgegangen sein. Für das erste Quartal erwarten Analysten einen Umsatzanstieg von 19,8 % auf 23,2 Mrd. USD, bei weiter sinkender Bruttomarge von 16,7 %.
Die Tesla-Aktie, die im vergangenen Monat rund 7 % verloren hat und knapp unter 450 USD notiert, dürfte sich laut Optionsmarkt nach den Zahlen um etwa 6 % nach oben oder unten bewegen. Auch hier ist die Positionierung überwiegend bullish. Dennoch könnten die Aktien – ähnlich wie bei Meta – nach der Veröffentlichung anfällig für Rücksetzer sein. Die implizite Volatilität der bis zum 30. Januar laufenden Optionen liegt ebenfalls bei rund 60 % und dürfte nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich zurückgehen. In der Folge könnten Call-Prämien an Wert verlieren und der Aktienkurs unter Druck geraten.
Der technische Chart zeigt den Kursrückgang seit Jahresbeginn. Der Bereich zwischen 420 USD und 400 USD fungiert als Unterstützung, während oberhalb von 450 USD bis etwa 490 USD nur wenig Widerstand besteht. Trotz des Rückgangs könnte sich ein Boden gebildet haben: In der vergangenen Woche prallte der Kurs bei 420 USD nach oben ab, was sich auch im Relative-Strength-Index (RSI) widerspiegelt, der auf etwa 52 gestiegen ist und auf eine Verbesserung des Momentums hindeutet. Vor diesem Hintergrund wäre ein Anstieg im Vorfeld der Zahlen denkbar, gefolgt von einem Rückgang, wenn Marktteilnehmer anschließend „die Nachrichten verkaufen“.
Tesla-Aktie, Oktober 2025 – heute

Quelle: TradingView, Michael Kramer
Wirtschaftliche Termine und Unternehmensereignisse
Montag, 26. Januar
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex (Januar)
USA: Auftragseingänge langlebiger Güter (November)
Ergebnisse: Steel Dynamics (Q4)
Dienstag, 27. Januar
Japan: Protokoll der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan
USA: Verbrauchervertrauen (Januar)
Quartalsergebnisse: u. a. Boeing, General Motors, Texas Instruments, UnitedHealth (Q4)
Mittwoch, 28. Januar
Australien: Verbraucherpreisindex (Dezember)
Kanada: Zinsentscheidung der Bank of Canada
USA: Zinsentscheidung der Federal Reserve
Quartalsergebnisse: u. a. Meta Platforms, Microsoft, Tesla (Q4)
Donnerstag, 29. Januar
Eurozone: Stimmungsindikatoren (Januar)
Japan: Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
Quartalsergebnisse: u. a. Apple, Visa, Mastercard (Q1/Q4)
Freitag, 30. Januar
Australien: Erzeugerpreisindex (Q4)
Kanada: Bruttoinlandsprodukt (November)
Eurozone: Vorläufiges BIP (Q4)
Quartalsergebnisse :u. a. American Express, Exxon Mobil, Chevron (Q4)
Hinweis: Trotz sorgfältiger Prüfung können sich Termine kurzfristig ändern.

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Neue Eskalation im Iran-Konflikt belastet die Märkte und beendet die DAX-Erholung abrupt.

