DAX rutscht ab – Hohe Ölpreise und zu hohe Erwartungen an US-Techs belasten

Steigende Ölpreise und gemischte US-Tech-Zahlen drücken den DAX – wichtige Daten und EZB im Fokus.

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verfasst von
Andreas Lipkow

Chef-Marktanalyst


Der DAX hat den Kampf um die 24 000er-Marke zunächst verloren, rutscht weiter ab und dürfte mit einem deutlichen Minus in den letzten Tag der verkürzten Handelswoche starten.

Die Unsicherheit nimmt wieder zu und wird von zwei Belastungsfaktoren dominiert. Zum einen steigen die Erdölpreise erneut auf neue Höchststände seit 2022, Brent-Crude notiert aktuell bei 120 US-Dollar. Zum anderen zeigten die Quartalsergebnisse von Alphabet, Amazon, Microsoft, Meta und Qualcomm eine sehr gemischte Gemengelage auf und konnten die Investoren nicht vollends zufriedenstellen. Das ist insofern problematisch, als die Aktien dieser Unternehmen die Stütze der jüngsten Aufwärtsbewegung am US-Markt waren.

Auch in Asien überwogen heute Gewinnmitnahmen, der Handel verlief unaufgeregt, aber risikoavers. Helfen konnten die positiven Zahlen der Halbleiter- und Technologieunternehmen Samsung und Qualcomm. Heute nach Handelsschluss an der Wall Street wird sich noch Apple zu Wort melden und seine Bücher öffnen.

Von der US-Notenbank gab es wenig Überraschendes. In der letzten Sitzung unter der Leitung von Jerome Powell hat sich kein klares Bild herauskristallisiert, das zumindest Zinssenkungen vorerst ausschließt. Auch in Bezug auf potenzielle Erhöhungen zeigt sich im Direktorium ein uneinheitliches Bild ohne eindeutige Tendenzen. Powell wies auf die Inflationsgefahren hin und hob zugleich die stabile wirtschaftliche Lage der USA hervor. Ein Stagflationsszenario scheint sich damit in den USA nicht abzuzeichnen.

Die Flut der Daten geht auch am letzten Handelstag in dieser verkürzten Handelswoche weiter und wird mit der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank gekrönt. BASF und DHL haben bereits ihre Quartalszahlen vorgelegt. Von der makroökonomischen Seite stechen in Europa insbesondere die deutschen Arbeitsmarktdaten, das BIP der Eurozone und die Verbraucherpreise hervor. Aus den USA dürften die Arbeitsmarktdaten, der PCE-Kerndeflator und das US-BIP auf Interesse stoßen. Aus technischer Sicht könnte sich der DAX heute in einer Handelsspanne zwischen 23 500 und 23 850 Punkten bewegen.

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