Zurückhaltend in der Tat und hart in der Botschaft - Fed-Chef Powell könnte Weihnachtsrallye abblasen
Zinssenkung ja – Weihnachtsrallye vielleicht nicht. Warum ausgerechnet Powells Tonfall heute Abend über die Richtung der Märkte entscheidet.
Heute Abend um 20 Uhr entscheidet die US-Notenbank über die Leitzinsen und aktualisiert ihre Wirtschaftsprognosen, eine halbe Stunde später startet die Pressekonferenz mit Jerome Powell. Der Terminmarkt rechnet mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von über 87 Prozent mit einer Senkung um 25 Basispunkte auf 3,75 Prozent. Dies wäre die dritte Senkung in Folge und würde einen Rückgang um 1,75 Prozent seit Beginn des Zinssenkungszyklus im September 2024 bedeuten.
Fed-Gremium uneins wie lange nicht
Paradoxerweise sind die Zinskurven trotz der allgemeinen Erwartung, dass der Senkungszyklus fortgesetzt wird, im Vergleich zur letzten Notenbanksitzung Ende Oktober deutlich angestiegen. Einer der Gründe dafür ist die zu erwartende Uneinigkeit bei dieser Entscheidung. Drei oder sogar mehr Mitglieder dürften heute Abend gegen eine Zinssenkung stimmen.
Schwacher Arbeitsmarkt gibt die Richtung vor
Die Aktualisierung des makroökonomischen Szenarios wird ein wichtiger Punkt sein. Allerdings werden die Überprüfungen ohne wichtige Daten aufgrund des Shutdowns oder der Schließung der Verwaltung durchgeführt. Der Schlüssel zur Reduzierung oder Beibehaltung des Tempos der Zinssenkungen liegt im Arbeitsmarkt, wo sich zuletzt besorgniserregende ADP-Daten, der Challenger-Bericht und die Beschäftigungskomponenten der ISM-Umfragen häuften. In diesem Sinn preist der Fed-Funds-Futures-Markt bereits zwei Zinssenkungen um 25 Basispunkte im ersten Halbjahr 2026 ein, womit die positiven Auswirkungen dieser Botschaft für den Aktienmarkt begrenzt sein dürften.
Wann wird aus QT endlich QE?
Auf der letzten Sitzung beschloss die Fed, das Quantitative Tightening (QT) und die im Juni 2022 begonnene Bilanzverkürzung zu beenden. Ein Schritt, den der Markt seitdem als Vorstufe zu einer neuen quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE) oder einem Anleihekaufprogramm interpretiert. So könnten auch die hohen Finanzierungskosten der USA gesenkt werden. Immerhin hat sich der Schuldendienst in fünf Jahren verdoppelt und übersteigt 1,15 Billionen US-Dollar. US-Präsident Trump und der mögliche Nachfolger von Powell, Kevin Hassett, dürften allein schon deshalb gegen diese Entwicklung nichts einzuwenden haben.
Die Weihnachtsrally liegt in den Händen von Powell
Doch Jerome Powell hat die Märkte an seine Zurückhaltung gewöhnt und die Erwartungen bislang immer mit einer dämpfenden Rhetorik kontrolliert. Zwei Beispiele: Nach der Sitzung im Oktober entfernte sich der S&P 500 trotz der Zinssenkung und des angekündigten Endes von QT von seinen historischen Höchstständen, wofür der harte Tonfall von Jerome Powell auf der Pressekonferenz verantwortlich war.
Vor einem Jahr führte eine ebenfalls restriktive Rhetorik Powells zu einem deutlichen Einbruch am Aktienmarkt und gefährdete so die Weihnachtsrally. Die Geschichte könnte sich heute Abend allein schon deshalb wiederholen, weil die Argumente für eine eher gedämpfte geldpolitische Lockerung in Zukunft gut begründet sind.
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