DAX beschleunigt Erholung – Hoher Ölpreis bleibt Euphoriebremse

Starke Kursgewinne im DAX treffen auf anhaltende Belastung durch hohe Ölpreise und geopolitische Unsicherheit.

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verfasst von
Andreas Lipkow

Chef-Marktanalyst


Über 1000 Punkte hat der DAX seit Wochenbeginn bereits gutgemacht. Die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende zwingt mehr und mehr diejenigen Investoren in den Markt zurück, die zuvor wegen des anhaltend hohen Ölpreises und der Auswirkungen auf Konjunktur und Inflation die Reißleine gezogen hatten. Aus Angst, noch ein weiteres Stück der Erleichterungsrally zu verpassen, werden sie jetzt aktiv und beschleunigen so die Erholung im DAX.

Die Aussage von US-Präsident Trump, dass der Krieg im Iran in den kommenden zwei Wochen beendet sein wird, lässt allerdings viel Raum für Spekulationen. Alles ist möglich, von einer diplomatischen Lösung bis zu einer weiteren Eskalation und dem Einsatz von Bodentruppen im Iran. Mit dem Verlauf des Krieges und den Timelines hat sich die US-Regierung schon oft geirrt. Viele Anleger bleiben deshalb vorsichtig, positionieren sich weiterhin im Brent-Crude-Öl und kaufen die Edelmetalle Gold und Silber.

Derzeit werden lediglich die schlimmsten Annahmen aus den Finanzmärkten ausgepreist, der hohe Rohölpreis aber bleibt ein eindeutiger Belastungsfaktor. Das zeigt sich unter anderem daran, dass sich die Aktien von BASF am DAX-Ende notieren. Für positive Impulse sorgen die europäischen Einkaufsmanagerindizes, die für Deutschland etwas besser als erwartet ausgefallen sind. Das schürt zumindest kurzfristig die Hoffnung, dass die Konjunktur in der Eurozone nicht so stark ausgebremst wird wie befürchtet.

Aus den USA konnten heute sowohl die ADP-Beschäftigtenzahlen als auch die Einzelhandelsumsätze für März überzeugen. Interessant ist, dass letztere erneut um 0,6 Prozent gestiegen sind und damit über den erhofften 0,5 Prozent lagen. Das zeigt ebenfalls, dass die Inflationsgefahren noch keine bremsenden Effekte auf den Konsum haben.

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