DAX weiter im Bann des Nahostkonflikts – Erst Stagnation, dann gar Rezession

Steigende Ölpreise und geopolitische Unsicherheit erhöhen den Druck auf die Märkte und schüren Rezessionsängste.

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verfasst von
Andreas Lipkow

Chef-Marktanalyst


Mit dem am Wochenende ablaufenden Ultimatum der USA für den Iran bleibt die Nervosität unter den Anlegern hoch und der Konflikt im Nahen Osten das alles überlagernde Thema an der Börse. Der Preis für die Ölsorte Brent ist derzeit das EKG für den DAX. Mit einem erneuten Niveau über 105 US-Dollar halten sich die Sorgen über eine nachhaltigere Inflationsgefahr wie Kitt auf dem Parkett. Wie im realen Leben werden EKG-Werte über 120 zunehmend strapaziöser.

Mit jedem Handelstag, an dem der Ölpreis über 100 US-Dollar notiert, verschlechtert sich die Stimmung am Aktienmarkt. Die Gefahr einer Stagflation nimmt stetig zu und kann insbesondere in Europa zu einer Rezession führen. Die hohe Energieabhängigkeit bringt die europäischen Staaten in eine unangenehme Sandwich-Situation, in der sowohl die Inflation als auch eine drohende Wachstumsabschwächung auf die Unternehmensbilanzen drücken. Das Szenario wird durch die widersprüchlichen Nachrichten aus dem Nahen Osten verstärkt und von den Investoren mehr und mehr in die Kurse eingepreist.

In New York wird sich heute zeigen, ob der S&P 500 den Kampf um die wichtige 200-Tage-Linie vorerst aufgeben muss. Seit einigen Handelstagen pendelt der wichtigste Aktienmarktindex um diese technische Hürde. Ein nachhaltiges Unterschreiten wäre ein klares Verkaufssignal für den Markt. Viele institutionelle Investoren orientieren sich an diesem Indikator und bauen Aktienbestände ab, sollte das Durchschnittsniveau unterschritten werden.

Neben dem Iran-Krieg ist derzeit kein Platz für andere Impulse, die das Sentiment nachhaltig aufhellen könnten. Alle makroökonomischen Datenveröffentlichungen werden in den Hintergrund gedrängt. Die Entwicklungen im Nahen Osten bleiben vorerst dominierend.

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