DAX von Vorfreude in New York angesteckt – Nvidia-Zahlen mischen die Karten neu

Die Erwartung der Nvidia-Zahlen treibt den DAX über 25.000 Punkte – KI-Aktien legen zu, defensive Werte geraten unter Druck.

CMC Analysts picture Andreas Lipkow-small
verfasst von
Andreas Lipkow

Chef-Marktanalyst


Der fast schon wieder euphorischen Vorfreude auf die Nvidia-Zahlen an der Wall Street konnte sich auch der DAX am Nachmittag nicht entziehen und ließ die 25 000er-Marke wie aus dem Nichts wieder hinter sich. Zuvor war an der Frankfurter Börse den ganzen Tag über wenig Bewegung zu spüren und die Anleger blieben in ihrer Sondierungsphase.

Das Handelsvolumen war auch heute unterdurchschnittlich und spiegelt damit die Kaufzurückhaltung insgesamt wider. In der aktuellen Gemengelage will sich niemand zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Gefahr ist zu groß, dass sich die geopolitische Situation durch einen Tweet oder eine militärische Aktion im Nahen Osten schlagartig ändern kann. Auch im wieder aufgeflammten Zollkonflikt dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.

Gekauft wurden zur Wochenmitte aber auch in Frankfurt zur Abwechslung mal wieder die Aktien mit KI-Bezug, die vor ein paar Tagen noch auf der Verkaufsliste standen. Siemens Energy und Siemens führen deshalb heute die Gewinnerliste im DAX 40 an.

Die alles in allem risikoaverse Einstellung der Investoren zeichnet sich auch nach Bilanzvorlagen der Unternehmen ab. So notieren abgeschlagen auf der Verliererseite die Aktien von Fresenius und Heidelberg Materials, nachdem die vorgelegten Quartalszahlen lediglich im Rahmen der Erwartungen ausgefallen sind. Das reicht scheinbar nicht mehr, um Anleger zumindest in der Aktie zu halten. Es bleibt eine gewisse Grundnervosität in den Finanzmärkten, die sich auch in den Edelmetallpreisen zeigt. So klettert Silber wieder über die 90-Dollar-Marke und auch Gold scheint sich wieder auf die 5200-Dollar-Marke zu zubewegen.

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