DAX rutscht weiter ab – Gefährliches Pulverfass in Nahost
Eskalation im Nahen Osten, explodierende Energiepreise und schwache Unternehmenszahlen setzen den DAX massiv unter Druck.
Der DAX findet zur Stunde keinen Halt und dürfte zur heutigen Handelseröffnung noch einmal rund 300 Punkte verlieren.
Der Krieg im Nahen Osten hält die Weltbörsen weiter in Atem. Die andauernden gegenseitigen Raketenangriffe drehen die Spirale der Eskalation immer weiter. Die Lage gleicht einem Pulverfass mit brennender Lunte. Noch hoffen nicht nur die Anleger, dass die Lunte noch vor der großen Explosion abgeschnitten werden kann. Bis dahin steigen die Energiepreise weiter und üben Druck auf die globalen Aktienmärkte aus.
Insbesondere Europa hat sich durch die Energiepolitik der vergangenen Jahre ins Aus manövriert. Die hohe Abhängigkeit von Öl und Gas aus den USA und Ländern aus dem Nahen Osten wird mit der aktuellen Entwicklung zu einem großen Problem. Gestern sind bereits die Erdgaspreise in Europa um teilweise über 40 Prozent angesprungen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Auch bei den Rohölpreisen zeichnet sich vorerst keine Beruhigung ab, Preisniveaus jenseits der 100-Dollar-Marke sind nicht mehr unrealistisch. Alles hängt vom weiteren Kriegsverlauf und dem diplomatischen Intervenieren der Staaten ab.
Der DAX wird auch am Dienstag im Sog dieser globalen Ereignisse stehen und sich zudem auf die Unternehmenszahlen von Beiersdorf fokussieren. Das Unternehmen konnte die Markterwartungen nicht erfüllen und wird vom Abwärtsstrudel des Gesamtmarkts vorbörslich um neun Prozent heruntergezogen. Im weiteren Tagesverlauf werden Unternehmenszahlen von Kühne+Nagel, Schäffler und Thales erwartet. Auf der Makroseite stehen die Verbraucherpreise der Eurozone und die Einzelhandelsumsätze aus den USA auf der Agenda. In der weiterhin unübersichtlichen Gesamtmarktlage könnte sich der DAX heute aus technischer Sicht in der Kursspanne zwischen 24 000 und 24 500 Punkten aufhalten.

DAX kann sich nur stabilisieren, während sich die Wall Street schon wieder erholt
Trotz deutlicher Verluste bleibt die Marktreaktion moderat. Ölpreise und Währungsentwicklung bestimmen die weitere Richtung.