DAX im Takt des Ölpreises – DAX-Bilanzen kommen heute gut an
Der DAX bleibt stark von der Ölpreisentwicklung abhängig, während positive Unternehmenszahlen einzelner Konzerne dem Markt kurzfristig Stabilität geben.
Die Anleger interessieren weiter primär die Ereignisse im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Rohölpreise. Derzeit gehen sie von einem Szenario aus, das eine Auflösung von Notfallreserven der USA und Europas die Zeit überbrücken soll, bis der Krieg im Iran beendet wird. Ob dies tatsächlich wie erwartet eintreffen wird, ist vollkommen unklar.
Zumindest aber hilft es kurzfristig, panikartige Verkäufe an den europäischen Aktienmärkten zu verhindern. Hilfreich sind auch die hohen Absicherungspositionen, die im Vorfeld des Iran-Kriegs aufgebaut wurden. Diese federn einen Großteil der potenziellen Kursrückgänge ab.
Umso spannender wird der in der kommenden Handelswoche stattfindende große Verfallstermin an den Terminbörsen. Viele Anleger befinden sich, trotz aller negativer Ereignisse, noch in der Komfortzone und sind entweder in die sicheren Häfen abgewandert oder aber abgesichert. Nun muss sich zeigen, wie lange diese Situation Bestand haben kann.
Die Anleger fokussieren sich aber auch auf die wenigen Lichtblicke, insbesondere von der mikroökonomischen Seite. So standen heute die Aktien von Zalando, Hannover Rück und Brenntag ganz oben im DAX, nachdem alle drei positive Unternehmenszahlen präsentiert hatten. Zurückhaltender zeigten sich die Investoren heute bei den Banken, da es zu weiteren hohen Mittelabflüssen im Private-Equity-Sektor kommt und dies zu Liquiditätsengpässen führt. Das erhöht die Kreditrisiken im Unternehmensfinanzierungsbereich und strahlt negativ auf die Finanzinstitute ab.
Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung liefen wie erwartet über die Ticker. Dafür fiel die US-Handelsbilanz für Januar mit einem Minus von 54,5 Mrd. Dollar besser als die befürchteten 66,5 Mrd. Dollar aus. Auch bei den Baugenehmigungen in den USA deutet sich auf Jahresbasis eine Aufhellung an. Diese Aspekte spielen derzeit jedoch eine untergeordnete Rolle, da sie hauptsächlich nachlaufende Einflüsse widerspiegeln und die anstehenden wirtschaftlichen Risiken nicht beinhalten.

DAX bricht Erholung ab – Der Krieg im Iran geht weiter
Neue Eskalation im Iran-Konflikt belastet die Märkte und beendet die DAX-Erholung abrupt.

