
DAX profitiert von wackliger Wall Street – Trump nimmt Kampf gegen Powell wieder auf
Politischer Druck auf die Fed schwächt die Wall Street – und macht den DAX zum Gewinner.
Das Wackeln Trumps an der Unabhängigkeit der weltweit wichtigsten Notenbank treibt die Anleger in den sicheren Hafen Gold, aber auch in den deutschen Aktienmarkt. Damit kann sich der positive Trend aus der ersten Handelswoche in Frankfurt fortsetzen und der DAX weiteren Boden gegenüber der Wall Street gutmachen.
Der deutsche Leitindex erreicht damit allein in den ersten sieben Handelstagen des Jahres nun schon das fünfte Allzeithoch und bläst so auch für diejenigen zum Einstieg, die nach einem eher fruchtlosen zweiten Halbjahr 2025 bereits das Handtuch geworfen hatten. Auch blieben die von vielen erwarteten Gewinnmitnahmen an der psychologischen, runden Marke 25.000 aus und zwingen damit die Anleger in den Markt, die genau darauf gesetzt hatten. In Frankfurt nährt die Hausse einmal mehr die Hausse, auch weil internationale Investoren ihr Geld aus den USA abziehen und nach Alternativen suchen.
US-Präsident Trump hat zu einem Zeitpunkt den Kampf gegen Fed-Chef Powell wieder aufgenommen, als nach der monatelangen Pause die Mehrheit an der Börse das Thema bereits abgehakt hatte. Die US-Staatsanwaltschaft leitet gegen den obersten Geldpolitiker eine strafrechtliche Untersuchung ein und der Beklagte schlägt zurück. Der Kampf um die Zinsen eskaliert auf Kosten der Unabhängigkeit der Notenbank. Mehr als je zuvor steht die Frage im Raum, ob die Geldpolitik in den kommenden Monaten und Jahren eher von Fakten und konjunkturellen Bedingungen bestimmt wird oder doch die Politik darüber entscheidet, wie hoch die Leitzinsen sind.
Möglichen Erleichterungen bei den Finanzierungskosten steht damit eine Willkür und ein Außerkontrollgeraten der Inflation gegenüber. Wofür die meisten Investoren plädieren, zeigen sie heute durch ihre Verkäufe von amerikanischen Aktien, aber auch Staatsanleihen. Sie fordern höhere Zahlungen als Ausgleich für das zusätzliche Risiko eines Landes, dessen Regierung und Zentralbank in offenem Konflikt stehen. Die steigenden Zinsen verdeutlichen auch die Sorge, wie weit das Weiße Haus gehen würde, um die Notenbank zur Senkung der Kreditkosten zu zwingen, während die Inflation weiter hartnäckig über dem Zielwert der Zentralbank von zwei Prozent liegt.

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