Trading-Mustererkennung

Eine der vielseitigsten Fertigkeiten, die Sie beim Trading erlernen können, ist die Mustererkennung. Diese Sparte der technischen Chartanalyse konzentriert sich auf die Identifizierung von Mustern im Kursverlauf (und häufig auch Volumen). Bereits mit einem einfachen Bleistift und Lineal kann damit begonnen werden.

Ausschlaggebend ist, sich die Zeit zu nehmen, um die Grundregeln zu erlernen. So können Sie künftig beim Traden diese Methoden so effektiv wie möglich einsetzen.

Die Vorstellung, nach Mustern zu suchen, mag zwar etwas seltsam erscheinen, doch sie basiert auf sorgfältig geprüften Methoden, welche ihre Nützlichkeit für viele Trader untermauern. Zudem können Chartmuster eine große Hilfe sein, wenn es darum geht, Einstiegspunkte auszuarbeiten, Stop-Loss-Aufträge zu platzieren und Gewinnziele festzulegen. Alle diese Faktoren gehören natürlich zu den wesentlichen Aspekten, denen sich alle Händler bei der Verwaltung ihres Gesamtportfolios widmen sollten.

  • Erkennen Sie, wie aus Kursbewegungen Kursmuster werden können
  • Identifizieren Sie angemessene Einstiegspunkte
  • Steuern Sie das Risiko und legen Sie Gewinnziele fest

Arten von Chartmustern

Chartmustererkennung bezieht sich auf das Betrachten von Mustern, die in den Kursen von gehandelten Instrumenten auftauchen. Hier halten Sie nach Formen wie Dreiecken, Rechtecken und Rauten Ausschau. Zu Beginn mag dies wenig Sinn machen, doch handelt es sich hierbei um Formationen, die die Veränderungen in Bezug auf Unterstützung und Widerstand nachverfolgen.

Sobald Sie sich diese Fähigkeit zu eigen gemacht haben, werden Sie diese auf jedem Ihrer Anlagemärkte - von Aktien über Indizes bis hin sogar zu Devisen - einsetzen können. Das Erkennen von Chartmustern kann eine Grundlage für die Handelsstrategien von Daytradern, Swingtradern und längerfristig orientierten Händlern darstellen und lässt sich auf alle beobachteten Zeitintervalle, von 5-Minuten-Charts bis hin zu Wochencharts, anwenden.

Rechtecke und insbesondere Dreiecke weisen eine große Anzahl nützlicher Varianten auf. Im Grunde genommen stellen alle Kursmuster das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage über einen bestimmten Zeitraum dar und geben Anhaltspunkte dafür, wo man handeln sollte, wenn sich diese Muster bilden. Das bedeutet, Sie werden wissen, wie Sie hinsichtlich Risikomanagement und Gewinnmitnahme zu reagieren haben.

Dreiecke

Es gibt verschiedene Arten von Dreiecken, die für Ihr Trading allesamt sehr effektiv sein können. Ein Vorteil ist, dass sie keine Neigung weder zur kurzen noch zur langen Seite aufweisen, und das macht sie aus der Perspektive eines CFD-Traders sehr nützlich. Bedenken Sie, wenn Sie sich immer der Long-Seite des Marktes zuwenden, dann könnten Sie einige der attraktivsten Funktionen dieses Chartmusters verpassen.

Dreiecke sind Konsolidierungsformationen für Kurse. Da jedoch kein Schwerpunkt Long oder Short besteht, müssen Sie Dreiecke für den Fall eines eventuellen Durchbruchs genau im Auge behalten. Es gibt zwei breite Kategorien im Hinblick auf Dreiecksmuster:

  • das steigende und das fallende Dreieck (als gegenteilige Muster) und
  • das symmetrische Dreieck

Das steigende Dreieck​
Das steigende Dreieck ist wohl das bekannteste und am einfachsten zu identifizierende Muster in dieser Kategorie, denn es formiert sich aus einer Widerstandslinie (nach der Trader häufig Ausschau halten) und einer steigenden Unterstützungslinie.

CMC Markets

Wichtig bei dieser Formation sind die beiden rot markierten Linien: die Widerstandslinie und die Aufwärtstrendlinie. Als Trader sollten Sie darauf achten, wie sich das Handelsvolumen während der Herausbildung des Musters verhält und anschließend bei Eintreten des Durchbruchs entwickelt. 

Häufig können Sie beobachten, dass die Volumina während der Herausbildung des Chartmusters zurückgehen. Dieser Rückgang lässt sich wie folgt erklären: Käufer und Verkäufer werden allmählich in ein immer engeres Gleichgewicht zwischen Unterstützung und Widerstand gedrängt, bis es zum Kursdurchbruch kommt und eventuell ein erneuter Trend beginnt. Kommt es nicht zu einem rückläufigen Volumen, dann heißt das noch nicht, dass es ein Problem mit dem Chartmuster gibt. Sie sollten allerdings nach einem sprunghaften Volumenanstieg Ausschau halten, wenn der Durchbruch eintritt. Dadurch ergibt sich häufig ab diesem Zeitpunkt eine vorteilhafte Auswirkung auf die allgemeine Stärke des Musters.

Ein weiterer, möglicherweise sehr positiver Effekt, auf den man bei einem Durchbruch achten sollte, ist eine Kurslücke. Diese weist auf einen rapiden Anstieg der Nachfrage (bzw. des Angebots bei einem Short-Trade) nach dem Instrument hin, was dem Trader eine starke Bestätigung hinsichtlich des Kursverlaufs bieten kann. Händler lassen sich hiervon manchmal abschrecken, weil sie das Gefühl haben, der Trade könnte sich gegen sie entwickeln, aber in Wirklichkeit ist dies wahrscheinlich die Bestätigung, dass Sie richtigerweise das Auftreten eines Durchbruchs festgestellt haben.

Was alle Trader beim Handeln mit Durchbruchmustern zu meiden versuchen, sind die sogenannten falschen Durchbrüche (Whipsaws). Diese entstehen, wenn der Kurs kurzfristig über ein Muster hinausschießt, was aggressivere Händler dazu veranlassen könnte, umgehend auf diesen Trade zu setzen. Bei einem falschen Durchbruch kommt es aber nur scheinbar zu einem echten Signal. Danach konsolidiert sich der Kurs wieder innerhalb der Grenzen des Chartmusters und Sie enden mit einem Trade, der sich entgegen Ihren Erwartungen entwickelt.

Die einzige Art und Weise, dagegen anzugehen, ist durch Anwendung einer Art Filter. Die offensichtlichste Methode besteht darin, abzuwarten, bis X Schließungen außerhalb des Musters erfolgt sind. Wenn Sie sich mit Tagescharts beschäftigen, können Sie abwarten, bis der Kurs außerhalb des Musters zwei Tage lang geschlossen war, bevor Sie einsteigen. Es gibt andere Mittel, diese Art falscher Durchbrüche zu vermeiden. Eine andere Methode besteht darin abzuwarten, bis sich der Kurs um das Zweifache der sogenannten durchschnittlichen wahren Handelsspanne (Average True Range, 2ATR) außerhalb des Musters bewegt hat. Keine dieser Methoden stellt eine Garantie zur Vermeidung falscher Durchbrüche dar, mindert aber zumindest die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens.

Im vorigen Diagramm haben wir Ihnen ein Beispiel für ein steigendes Dreieck mit einem Durchbruch nach oben hin gezeigt. Da kein Schwerpunkt hinsichtlich der Richtung eines Durchbruchs besteht, müssen wir uns auch mit einem Beispiel für einen Durchbruch nach unten aus einem steigenden Dreieck beschäftigen.

CMC Markets

Wie ersichtlich wird, ist die grundlegende Formation die gleiche, außer dass der Durchbruch in entgegengesetzter Richtung erfolgt, die dann einen Short-Trade erfordert. Bitte beachten Sie, dass wir in beiden Beispielen eine Rückverfolgung (Retracement) zurück zur Linie, an der es zum Durchbruch kam, aufzeigen. Dies kann sich manchmal ereignen, ohne dass das Signal als Fehler zu betrachten ist - Sie sollten jedoch nicht davon ausgehen, dass dies immer passieren wird. Fälle, in denen dies nicht eintritt, werden häufig als stärkere Signale interpretiert.

Fallendes Dreieck
Das Gegenteil des zuvor beschriebenen steigenden Dreiecks ist das fallende Dreieck mit sehr ähnlichen Merkmalen, aber gegensätzlichem Verlauf. Wie bei dem steigenden Gegenstück kann ein Durchbruch in beide Richtungen vorkommen. Daher muss man genau im Auge behalten, in welche Richtung der Durchbruch erfolgt.

CMC Markets

Für alle Muster gilt - sie sehen selten genauso aus wie in diesen Beispielen. Diese Illustrationen bieten Ihnen eine Art Best-Case-Szenario, meistens ist es jedoch wünschenswert, dass die Kursbewegungen dem Diagramm so genau wie möglich entsprechen.

Einige Trader sind wiederum der Auffassung, dass recht eindeutige Kursbewegungen gegenüber den Unterstützungs- und Widerstandspunkten einer Seitwärtsbewegung vorzuziehen sind. Es kann ein stärkeres Signal liefern, wenn der Durchbruch an der Dreiecksformation vor der 75%-Marke auf dem Weg zur Spitze der Dreiecksformation erfolgt. Der Grund hierfür ist, dass eine anhaltende Seitwärtsbewegung dem Muster die Dynamik nimmt und dann in einer Seitwärtstendenz münden könnte, während die Trader vorrangig nach Durchbrüchen Ausschau halten.

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Symmetrisches Dreieck 
Das symmetrische Dreieck ähnelt dem steigenden/fallenden Dreieck dahingehend, dass der Kurs in eine engere Kursbewegungsspanne getrieben wird und der Händler nach einem Kursdurchbruch Ausschau hält. Zugleich kommt es voraussichtlich zu einem Rückgang des Volumens, während das Instrument sich durch diese Formation bewegt. Bei einem Durchbruch kann es dann zu einem deutlichen Anstieg des Volumens über den Durchschnitt hinaus kommen.

Wie bei anderen Dreiecken besteht auch hier die Möglichkeit falscher Durchbrüche. Deshalb sollte man in Betracht ziehen, einen Filter zu setzen, um das Risiko eines Trades in Reaktion auf einen falschen Durchbruch zu reduzieren. Dabei kann es sich wiederum um eine festgelegte Anzahl von Abschlüssen über dem Durchbruchniveau oder um einen Filter, wie den bereits erwähnten ATR, handeln.

Bei diesen Trades stehen den Händlern wie bei allen anderen Dreiecksformationen zwei vorrangige Optionen zur Platzierung ihrer Stop- Loss-Aufträge zur Verfügung. Ein aggressiv agierender Trader könnte einen Stop direkt auf die andere Seite der Durchbruchslinie setzen, dort, wo der falsche Durchbruch vermutlich stattgefunden hat. Noch enger lässt sich ein Stop-Loss-Auftrag realistischerweise kaum platzieren, denn sonst räumen Sie Ihrem Trade wenig Chance auf einen Erfolg ein. Die alternative und eher konservative Methode bestünde darin, den Stop-Loss-Auftrag viel weiter weg zu setzen. Bei Erreichen dieses Levels würde sich dann der vollständige Misserfolg der Konstruktion bestätigen.

Rechtecke

Nachdem wir uns Muster angesehen haben, bei denen sich Unterstützung und Widerstand einander annähern, wenden wir uns jetzt dem Rechteck zu, bei dem beide Levels oder Linien parallel zueinander verlaufen. Obschon sich das Muster von denen der Dreiecke deutlich unterscheidet, verhält es sich in Bezug auf Durchbrüche und Risikomanagement dem Dreieck sehr ähnlich.

CMC Markets

Auch in diesem Chart illustrieren wir einen Durchbruch und eine darauffolgende Rückentwicklung hin zur Widerstandslinie, obschon sich dieses Muster nicht zwangsläufig einstellt. Wie beim Dreieck besteht das beste Ergebnis in einer starken Fortsetzung des Trends gegenüber diesem Niveau bei hohen Volumen ab dem Zeitpunkt des Durchbruchs.

Flaggen

Wie der Wimpel ist die Flagge eine kurzfristigere Version eines ähnlichen Musters – in diesem Falle eines Kanals. Flaggen müssen viele der Merkmale des Wimpels aufweisen, um als echt bestätigt zu werden.

Auch dieses Muster ist nur echt, wenn der Durchbruch in die gleiche Richtung erfolgt, in der der Kurs in die Formation eintrat. Sie werden auch feststellen, dass die Richtung der Flagge in die entgegengesetzte Richtung der vorherrschenden Kursbewegung verläuft.

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Sowohl die Flagge als auch der Wimpel stellen sich nach einer deutlichen Kursbewegung ein; diese beinahe vertikale Kursbewegung bildet den „Mast“, an dem der Wimpel oder die Flagge hängt. Dieses Merkmal ist im Vorfeld der Herausbildung wichtig, denn ohne Mast ist das Muster nicht überzeugend. Zuletzt ist in beiden Fällen ein sprunghafter Anstieg des Volumens beim Durchbruch zu verzeichnen, was das Muster zusätzlich bestätigt.

Die Platzierung von Stop-Loss-Aufträgen erfolgt nach den gleichen Grundregeln wie oben. Aggressivere Trader sind bestrebt, ihre Transaktionen beim ersten Anzeichen eines Misserfolgs aufzulösen, während konservativere Trader vielleicht abwarten, bis der Kurs das Muster vollständig nachvollzogen hat, bevor sie es aufgeben.

Kursziele

Alle diese Muster lassen sich zur Festsetzung eines Kursziels für Gewinnmitnahmen in Betracht ziehen. Im Falle eines Dreiecks oder Rechtecks ist dieser Prozess sehr einfach: Hier wird die Höhe des Musters gemessen und dann gegenüber dem Durchbruchspunkt angelegt, um das Kursziel gegenüber dem Durchbruchspunkt zu ermitteln.

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Das gleiche Grundprinzip wird im Falle eines Rechtecks angewandt. Im Falle von Flaggen und Wimpeln wird das Kursziel bestimmt, indem man die Höhe des Masts ermittelt, der in die Formation übergeht, die dann an den Durchbruchspunkt angelegt wird. Diese Formationen werden bisweilen als Spiegelformationen bezeichnet, weil sie sich häufig zur Mitte eines Kursausschlags ereignen.

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Zusammenfassung

  • Sie sollten die grundlegenden Kursbedingungen erkennen, um zu wissen, wann ein Muster überzeugend ist
  • Sie sollten feststellen können, wann ein Muster versagt hat
  • Sie sollten in der Lage sein, einen vernünftigen Risikomanagementplan zu entwerfen, der mit Ihrem Wissen über Mustererkennung im Einklang ist

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