Ölpreise bleiben weiterhin Angsttreiber
Eskalation im Nahen Osten treibt Ölpreise, belastet Märkte und erhöht die globale Unsicherheit.
Der anhaltende israelisch-amerikanische Krieg gegen den Iran dominiert seit seinem Ausbruch am 28. Februar 2026 die globalen Finanzmärkte. Der Konflikt begann mit koordinierten US- und israelischen Luftangriffen auf iranische Militär-, Raketen- und Führungsziele, bei denen unter anderem der oberste Religionsführer Ali Khamenei getötet wurde. Iran reagierte mit massiven Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, die Golfstaaten und Energieinfrastruktur. Die Blockade bzw. starke Störung der Straße von Hormuz (durch die ca. 20 % des weltweiten Öl- und Gastransports laufen) hat zu einer Energiekrise geführt und treibt die Märkte seit Wochen in die Volatilität.
Das vergangene Wochenende war von einer weiteren Eskalation geprägt. Der Iran führte intensive Raketenangriffe auf Israel durch, darunter auf Tel Aviv, Arad, Dimona und weitere Ziele im Süden. Es gab Dutzende Verletzte, Schäden an Infrastruktur und Berichte über den Einsatz von Cluster-Munition. Israel antwortete mit Gegenangriffen auf Teheran, iranischen Militärbasen und Energieanlagen. Die Drohungen Irans, die Straße von Hormuz vollständig zu schließen, verschärften sich. US-Präsident Donald Trump stellte am Samstag ein 48-Stunden-Ultimatum zur Wiederöffnung der Meerenge. Gleichzeitig kam es zu weiteren iranischen Angriffen auf Energieeinrichtungen in den Golfstaaten (u. a. Raffinerien in Kuwait). Diese Entwicklungen haben die Unsicherheit massiv erhöht und die Märkte unmittelbar vor der neuen Handelswoche belastet. Die Märkte reagieren mit klassischer Risikoaversion – allerdings bisher ohne totalen Crash, sondern mit anhaltender Volatilität und sektoralen Verschiebungen. Der Brent-Ölpreis liegt aktuell bei ca. 112–114 USD/Barrel, WTI bei 100–101 USD. Seit Kriegsbeginn ein Anstieg von rund 50 %. Grund sind die Lieferketten-Störungen und direkte Angriffe auf Öl- und Gasfelder (u. a. South Pars und Kharg Island). Die IEA prüft Reservefreigaben, doch eine längere Krise droht Stagflation (hohe Inflation + Wachstumsbremse).
An den Aktienmärkten bauen sich diedeutlichen Kursverluste weiter aus. Am Freitag, dem grossen Verfallstermin an den Terminmärkten, fiel der S&P 500 um ca. 1,5 %, der Nasdaq um 2 % und der Dow Jones um 1 %. Seit Kriegsbeginn liegen die großen Indizes 4–7 % im Minus. In Asien und Europa (DAX, STOXX) setzt sich der Abwärtstrend fort. Defensive Sektoren (Energie, Rüstung) halten sich besser, Technologie und Airlines leiden stark. Gold bleibt ebenfalls volatil und gerät weiter unter Verkaufsdruck. Der US-Dollar ist weiterhin fest. Ein weiterer wesentlicher Belastungsfaktor sind die Renditen der Staatsanleihen, die teilweise stark anziehen, da Inflationsängste Zinssenkungsfantasien zunichtemachen. Grundsätzlich belasten die höheren Energiepreise Europa und Asien besonders stark. Die Unsicherheit dämpft die globale Wachstumsprognosen um 0,1–0,2 Prozentpunkte und treibt die Inflation um 0,3–0,5 Prozentpunkte nach oben. Viele Investoren flüchten derzeit in Cash oder kurzfristige Geldmarktfonds.
Die Märkte bleiben extrem sensibel für jede neue Eskalation oder Deeskalationssignale. Eine schnelle Lösung (z. B. durch Vermittlung) würde Entspannung bringen – andernfalls droht eine „Peak War Panic“ in den nächsten 1–3 Wochen. Die Lage ist dynamisch und die aktuellen Nachrichten aus dem Nahen Osten prägen das gesamte Handelsbild.

Wochenausblick: Anleger richten den Blick auf US-Arbeitsmarkt, Konjunkturdaten und das Ende des ersten Börsenhalbjahres
Zum Halbjahresende stehen der US-Arbeitsmarkt, wichtige Konjunkturdaten und Inflationszahlen im Fokus. Sie könnten die Richtung der Finanzmärkte für das dritte Quartal vorgeben.

D-Day für Micron Technology? Hohe Erwartungen treffen auf wachsende Nervosität
Microns Quartalszahlen könnten zum Richtungsentscheid für den gesamten KI- und Halbleitersektor werden. Im Fokus stehen HBM-Speicher und die Nachhaltigkeit des KI-Booms.

Nebius: Europas Antwort auf CoreWeave und die vielleicht spannendste KI-Infrastruktur-Aktie der kommenden Jahre
Nebius baut die Infrastruktur hinter der KI-Revolution. Mit Milliardenverträgen, Nvidia-Unterstützung und rasantem Wachstum könnte das Unternehmen zu den großen Gewinnern des KI-Zeitalters zählen.