DAX rutscht unter 23 000 Punkte – Investoren ziehen vor Verfallstag die Reißleine
Schwache Stimmung, geopolitische Risiken und EZB-Sorgen drücken den DAX deutlich unter die 23.000-Punkte-Marke.
Die Stimmung auf dem Frankfurter Börsenparkett verschlechtert sich im Gleichklang mit der abnehmenden Bereitschaft der institutionellen Anleger, weiter hohe Aktienquoten in ihren Portfolios halten zu wollen. Im Vorfeld hatte sich schon abgezeichnet, dass sich die Stimmung zum großen Verfallstermin am Freitag hin grundsätzlich ändern könnte. Vor dem Iran-Krieg waren viele institutionelle Investoren abgesichert und hatten lediglich mit einer ein paar Tage dauernden militärischen Eskalation gerechnet.
Nun sind die Auswirkungen wesentlich dramatischer und der Konflikt verlagert sich auf die global konjunkturelle Ebene. Der Iran handelt bewusst mit Blick auf den wirtschaftlichen Druck und durchkreuzt damit die Pläne der USA und Israels. Die deutsche Wirtschaft ist besonders anfällig für die höheren Energiepreise und einen zurückgehenden Konsum. Wegen der hohen Exportabhängigkeit vieler Sektoren würde eine globale Konjunkturabkühlung Deutschland besonders stark treffen. Der Rutsch des DAX unter die 23 000er-Marke sendet ein weiteres charttechnisches Verkaufssignal und beschleunigt die Abverkaufsbewegung. Bisherige Felsen in der Brandung, wie Vonovia, Siemens Energy und Siemens, ziehen als Schwergewichte den Markt nach unten.
Die Europäische Zentralbank hat nicht an der Zinsschraube gedreht, jedoch einige interessante Aussagen zu ihren konjunkturellen Perspektiven getroffen. So wurden die Wachstumsaussichten sowohl für 2026 als auch für 2027 reduziert und gleichzeitig die Inflationsaussichten angehoben. Damit ist der Albtraum vieler Notenbanker in Europa wahrgeworden. Zinssenkungen könnten die Inflationstendenzen verstärken und Zinserhöhungen die Wirtschaftsleistung drosseln. Eine Situation, die in den kommenden Monaten sehr viel Fingerspitzengefühl in der Geldpolitik verlangt.

DAX rutscht weiter ab – Spielraum für Notenbanken wird kleiner
Steigende Ölpreise und Zinsängste setzen den DAX weiter unter Druck – Notenbanken verlieren Handlungsspielraum.


