DAX leicht erholt – Skepsis bezüglich Friedensbemühungen bleibt

Trotz kurzfristiger Entspannung dominieren Zweifel an den Iran-Verhandlungen und belasten die Märkte weiterhin.

CMC Analysts picture Andreas Lipkow-small
verfasst von
Andreas Lipkow

Chef-Marktanalyst


Die Situation im Nahen Osten bleibt unklar und wird von vielen Gerüchten und Spekulationen getragen. So sollen die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA ins Stocken geraten sein, nachdem der Iran die Forderungen in den Verhandlungen als unlogisch bezeichnet habe. Auch deshalb konnte der DAX das Niveau über 23 000 Punkten nicht halten, das er am Morgen noch sehr beherzt übersprungen hatte.

Zwar überwiegt immer noch die Erleichterung darüber, dass sich die Situation im Nahen Osten zumindest kurzfristig nicht weiter verschlimmert. Die positive Signalwirkung der Verhandlungsbestrebungen überstrahlt die weiter vorhandenen Bedenken. Doch es bleiben halt die Zweifel, ob die vermeintlichen Gespräche am Ende tatsächlich zu einem Waffenstillstand führen können, da die Vorstellungen der drei Kriegsparteien doch ziemlich weit auseinanderliegen.

Der Rückgang der Rohölpreise nimmt zunächst einmal etwas Druck vom Aktienmarkt. Zusätzlich sorgten die Äußerungen der Europäischen Zentralbank bezüglich einer möglichen Handlungsbereitschaft zur Stabilisierung der Konjunktur in der Eurozone für wieder leicht fallende Renditen der Bundesanleihen. Der schwächer als erwartete Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt eindrucksvoll, dass der Krieg im Nahen Osten bereits deutliche Bremsspuren in den Unternehmen hinterlässt. Die Einschätzungen hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland haben sich abgekühlt.

Die ständigen Wendungen und Richtungswechsel im Nahostkonflikt machen es den institutionellen Investoren weiterhin schwer, nachhaltige Prognosen zu erstellen. Derzeit müssen sie auf Sicht fliegen und ihre Autopiloten ausschalten. Mindestens mal bis zum Wochenende dürfte der Handel von der Nachrichtensituation rund um die Ereignisse im Nahen Osten bestimmt bleiben; und was diesen angeht, kann auch noch lange keine Entwarnung gegeben werden.

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