DAX beschleunigt Talfahrt – Anleger schalten in den Risk-off-Modus
Geopolitische Risiken, steigende Ölpreise und schwache Unternehmenszahlen drücken den DAX – Investoren meiden Risiko.
Der Abwärtstrend im DAX hat sich heute noch einmal beschleunigt, womit der Markt eindrucksvoll seine Abhängigkeit vom geopolitischen Weltgeschehen und nicht zuletzt vom Import von nun sehr viel teurerer Energie unter Beweis gestellt hat. Allerdings waren es auch heute vielmehr die an der Seitenlinie stehenden Käufer, als dass eine wirkliche Verkaufspanik erkennbar gewesen wäre.
Die Anleger dürften dann in den Panikmodus schalten, wenn etwa die Rohölpreise die Marke von 100 US-Dollar erreichen oder über mehrere Wochen über dem Preisniveau von 90 Dollar verweilen. Der Gesamtmarkt dürfte in den kommenden Tagen hochvolatil bleiben und weiter sensibel auf die Nachrichtenlage aus Nahost reagieren. Investoren rund um den Globus schalten in den Risk-off-Modus, und das gilt in erster Linie für das von fremder Energie abhängige Europa.
Neben der geopolitischen Unsicherheit belasteten heute unter den Erwartungen liegende Quartalszahlen von Beiersdorf den gesamten Konsumsektor. Beiersdorf leidet unter der Neuausrichtung der Marke Nivea und dem schlecht laufenden operativen Geschäft. Die Aktie verliert 18 Prozent. Auf der anderen Seite liegen kurz vor Handelsschluss zwei der DAX-40-Unternehmen auf der Gewinnerseite und bei den Verlierern bewegen sich auch nicht alle Unternehmen massiv in der Verlustzone. Von einem generellen Ausverkauf kann also weder aus Sicht des Handelsvolumens noch der Marktbreite gesprochen werden.
Derzeit zeigt sich in Europa eine wieder leicht über den Erwartungen liegende Inflation, die sich auch in Form der Verbraucherpreise auf Jahressicht dargestellt hat. Dieser Preistrend muss weiter beobachtet werden, da sich dadurch der Handlungsspielraum für die Europäische Zentralbank potenziell einengen würde.

DAX mit kräftiger Erholung – Die Unsicherheit bleibt
Der DAX springt über 24.200 Punkte. Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten und stabile US-Daten stützen, doch die Lage bleibt fragil.

