Wie ein Währungskrieg erst richtig Spaß macht

Chinas Zeitung Global Times zufolge fordert die chinesische Regierung die USA auf sofort provokative Aktionen wie das Einfahren in das südchinesische Meer mit Kriegsschiffen ohne Erlaubnis zu stoppen, oder es werde zu unerwarteten Konsequenzen kommen. China will außerdem bei einer Parade am 1. Oktober seine fortschrittlichen Atomwaffen öffentlich präsentieren. Hier sieht man die Vielschichtigkeit des Konflikts zwischen China und den USA. Hier kollidiert Trumps "America First" Politik mit dem Hegemonialanspruch Chinas und wir sind in Europa in aller erdenklichen politischen Unordnung, die man sich vorstellen kann, dazwischen. 

Britische Regierung wird nach Hause geschickt

Der britische Premiere Boris Johnson schickt jetzt das Parlament nach Hause, damit ein Gezeter wie bei Theresa May ausgeschlossen ist. Mit diesem taktischen Trick will er den Brexit erzwingen und sämtliche Gegenmaßnahmen der Opposition verhindern. Der führende Kandidat der schottischen Konservativen tritt zurück und nennt als Grund die "Familie und Boris". Ob Johnsons Coup klappt, wird man sehen. Das Pfund ist gestern nach der Parlaments-Nachricht zwar um 130 Pips abgstürzt, aber der Boden ist intakt, das Pfund ist akut nicht absturzgefährdet. Vielleicht wartet man hier noch ab um zu sehen, ob Johnson da nicht doch noch das eine oder andere dazwischen kommen könnte.

USA dachten über Schwächung des Dollar nach

Sehr spannende Töne kamen gestern gegen halb zwölf Nachts aus dem Weißen Haus, Finanzminister Mnuchin sagte die USA würden nicht für einen schwächeren US-Dollar intervenieren, es sei aber über solche Schritte nachgedacht worden. Den USA passt der starke Dollar nicht. Und das liegt natürlich vor allem daran, dass die Chinesen ihre Währung fast schon nach Belieben festlegen können, und sich damit dem Druck von Strafzöllen entziehen können und ein richtiger Währungskrieg macht ja auch erst dann Spaß wenn beide an ihrer Währung herumschrauben. Hier sieht man den Dollar zum Yuan, heute Morgen gibt es wieder einen Sprung um 75 Punkte, China wertet also mit unverminderter Geschwindigkeit weiter ab.

Renditen am langen Ende sinken unter Dividendenrendite

Die Zinsen für dreißig jährige US-Staatsanleihen liegen bei 1,9% und damit leicht unter der erwarteten Dividendenrendite im S&P 500 Index. Alle, die Rendite machen müssen, Pensionskassen, Staatsfonds, Versicherer, kommen jetzt also unter Druck, das sichere Nest der Staatsanleihen eventuell verlassen zu müssen, um sich am Aktienmarkt zu engagieren, vor allem, wenn die Renditen weiter fallen. Auch wenn das nicht heißt, dass Aktien nicht mehr fallen können gilt doch: Ab jetzt wird es der Aktienmarkt zumindest etwas schwerer haben, zu fallen.

USA denken über ultralangfristige Anleihen nach

Und auch in der amerikanischen Regierung wecken die Niedrigzinsen Begehrlichkeiten, dort denkt man über die Ausgabe von ultralangfristigen Anleihen mit 50 oder 100 jähriger Laufzeit nach. Nur in der Bundesregierung nicht. Unser Finanzminister klagt, wegen den neuesten Budgetzahlen vielleicht nicht ganz die schwarze Null erreichen zu können in diesem Jahr. Also von Fiskalprogrammen ist in der deutschen Politik weiter nichts zu sehen.

Aktien: Technisch konstruktiv, aber noch nichts Spruchreifes

Der S&P 500 Index testete gestern punktgenau die 200-Tage-Linie. Die Situation ist unverändert. Wir müssen über 2941 Punkte, um Begehrlichkeiten der Bullen zu wecken. Technisch die dazu analoge Marke liegt im DAX bei 11853 Punkten. Darüber entstünde ein 123-Boden in beiden Indizes, was ein Signal für eine mögliche Rally wäre. 

Der folgende Screenshot stammt aus CMC TV. Dort veröffentlichen wir nun fortlaufend Analysen zum DAX-Verlauf. Um die Analysen abzurufen müssen Sie lediglich auf die Seite von CMC TV surfen.