Saudi Arabien hat nach wochenlangen Streitigkeiten mit Russland am Wochenende beschlossen die eigenen Fördermengen wieder hochzufahren und sich nicht mehr an Mengenabsprachen zu halten. Das hat zu einem Einbruch des Ölpreises über Nacht um 27% geführt. Das verbilligt das Tanken, aber erzeugt zwei zentrale Probleme:

  1. Toxische Ansteckungseffekte
    Banken müssen jetzt um den Ausfall von Krediten fürchten, die sie in der Annahme stabiler Ölpreise an Ölkonzerne vergeben haben. Daher stehen auch Bankaktien unter Druck.
  2. Margin Calls
    Der Aktienhandel beginnt in den USA erst um 14:30 Uhr deutscher Zeit (wegen Sommerzeitumstellung eine Stunde früher). Bis dahin können Anleger Verluste in Ölpositionen nur durch Absicherungen in anderen Märkten ausgleichen. Es finden also wegen Verlusten bei Öl Verkäufe von allen anderen Märkten statt, um Portfolios auszugleichen und Margin Calls zu bedienen. Bis die vorbörsliche Trading-Session um 9 Uhr deutscher Zeit beginnt stehen den Anlegern keine Möglichkeiten zur Verfügung als FX-Märkte und andere Futures wie etwa die amerikanischen T-Bond-Futures, also die zehnjährigen US-Staatsanleihen, um Absicherungen durchzuführen.

Amerikanische Staatsanleihen steigen auf Rekordhoch

Anleger flüchten in Sicherheit, die sie in amerikanischen Staatsanleihen sehen. Über alle Laufzeiten sehen wir heute Morgen tiefere Zinsen, was die Erwartung ausdrückt, dass die amerikanische Notenbank eine weitere Leitzinssenkung durchführen könnte - dieses Mal möglicherweise gepaart mit einem neuen geldpolitischen QE-Lockerungsprogramm.

US-Handel unterbrochen

Die Börsenaufsicht der Terminbörse CME hat den Handel mit US-Aktienfutures (S&P, Nasdaq, Dow Jones) gestoppt, nachdem diese in der Nacht über 5% gefallen sind. Der Handel findet weiterhin statt, der Kurs ist aber bei 2821 Punkten eingefroren. Wer darüber kaufen möchte kann das tun, darunter findet kein Handel statt. Das dient dem Ziel, die blank liegenden Nerven der Anleger zu beruhigen. Das hat aber auch den unschönen Nebeneffekt, dass die Händler in Frankfurt und weltweit erst einmal im Blindflug unterwegs sind. 

Germany 30 Cash bricht 1000 Punkte ein

Der DAX erlebt einen Lehman-Moment und bricht um 1040 Punkte auf 10518 Punkte ein. Technische Unterstützung besteht bei 10486 Punkte. Mit dieser Marke, an der 2016 ein Boden entstand, können jetzt Risikobewertungen durchgeführt werden. Darunter wäre theoretisch eine Fortsetzung des Ausverkaufs möglich. Hält diese Marke könnte es zu einer gewissen technisch bedingten Gegenbewegung kommen. In diesem Markt wäre schon eine Seitwärtsbewegung ein Fortschritt. Seitwärtsbewegungen wären jetzt willkommen, da Investoren dann etwas mehr Klarheit bekommen über die Kursbereiche, an denen sie sich zur Verwaltung ihrer Risiken orientieren können.

Fed dürfte weiter senken

Die Wahrscheinlichkeit für zwei große Leitzinssenkungen durch die amerikanische Notenbank bis Jahresende ist auf 98,6% gestiegen. Das Coronavirus ist plötzlich zum kleineren Problem für die Märkte geworden. Das letzte Mal, als die OPEC sich dazu entschloss, den Markt den Ölpreis regeln zu lassen dauerte es Monate, bis ein Preislevel von derzeit 30 Dollar erreicht wurde. Dieses Mal hat es nur einen Tag gedauert. Immer wenn es zu abrupten Preisanpassungen kommt, droht ein Kreditrisiko, da niemand sich auf so etwas vorbereiten konnte. Bleibt nun erneut die Hoffnung darauf, dass die Geldpolitik noch Schlimmeres verhinden wird.

Fazit

Die Märkte werden heute vermutlich hochvolatil auf der Suche nach einem neuen fairen Preis sein. Der amerikanische VIX-Volatilitäts-Index notiert bei über 50 und zeigt damit extremen Stress an den weltweiten Kapitalmärkten an. Bislang ging es in der Diskussion um das Coronavirus darum, ein Szenario einer schnellen Behebung mit nur temporären wirtschaftlichen Schäden gegen die Möglichkeit einer Pandemie mit der möglichen Folge einer Rezession abzuwägen. Mit dem Zusammenbruch des Ölpreises trifft der zweite schwarze Schwan an den Märkten in Form neuer potenziell ernster Kreditrisiken an den Märkten ein. In den USA sehen wir jetzt eine klare Invertierung der Anleihekurve. Die Mehrheit der Anleger scheint nun mit einer baldigen Rezession zu rechnen.

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ProduktSpreadHebel ab*Short?**Handelszeiten
Kakaobohnen-Schüttgut (UK)3,510:1Täglich 10:30-17:55
Kakao (US)410:1Täglich 10:45-19:30
Kaffee Arabica310:1Täglich 10:15-19:30
Kaffee Robusta310:1Täglich 10:00-18:30
Kupfer210:1So 00:00 - Fr 22:00 (Pause tägl. 22:00-00:00, Mo-Do)
Mais0.910:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15
Baumwolle1510:1Täglich 03:00-20:20
Rohöl Brent310:1So 00:00 - Fr 23:00 (Pause tägl. 00:00-02:00 Mo-Do)
Rohöl (WTI)310:1So 00:00-Fri 23:00 (Pause tägl. 23:00-00:00 Mo-Do)
Mastrind2010:1Täglich 15:30-20:05
Benzin2,510:1So 00:00-Fri 22:00 (Pause tägl. 23:15-00:00 Mo-Do)
Diesel510:1So-Fr 00:00-23:00
Gold0,320:1So 00:00-Fri 22:00 (Pause tägl. 23:00-00:00)
Heizöl2,810:1So 00:00-Fri 22:00 (Pause tägl. 23:15-00:00 Mo-Do)
Magerschwein1010:1Täglich 16:05-20:00
Lebendrind1010:1Täglich 16:05-20:00
Bauholz1010:1Täglich 16:00-20:05
Erdgas0,310:1So 00:00-Fr 22:00 (Pause tägl. 23:00-00:00 Mo-Do)
Hafer910:1Täglich 02:00-15:45 / 15:30-20:15
Orangensaft1010:1Täglich 14:00-20:00
Palladium1010:1Täglich 07:00-22:00
Platin1010:1Täglich 07:00-22:00
Rohreis410:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15
Silber2,510:1So 00:00-Fr 22:00 (Pause tägl. 23:00-00:00)
Sojabohnen1,510:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15
Sojamehl710:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15
Sojaöl910:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15
Rohzucker410:1Täglich 09:30-19:00
Weißzucker710:1Täglich 09:45-18:55
Weizen0,810:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15

*Der Hebel verstärkt Gewinne und Verluste gleichermaßen.
**Bitte beachten Sie, dass wir nach eigenem Ermessen Ihre Möglichkeit long oder short zu gehen einschränken können.