Der Dow-Jones-Index für amerikanische Industrie Aktien ist gestern so stark gestiegen wie seit mindestens 90 Jahre nicht mehr. Gerüchte über die Aufhebung von Strafzöllen für 90 Tage für alle US-Importe aus dem Ausland sowie die Hoffnung auf dass nun wahrscheinlicher werdende Konjunkturpaket der US-Regierung haben die Kurse nach oben getrieben. Leerverkäufer, also jene Profis, die auf fallende Kurse setzen und gesetzt haben, mussten Positionen zwangsweise zurückkaufen. Gleichzeitig schwimmen Maschinen getriebene Handelsprogramme die Momentum-Welle mit nach oben. Diese Kombination aus Eindeckungen und Maschinenhandel könnte verursacht haben, dass Aktien gestern so massiv nach oben gingen.

Wir befinden uns in einem Bärenmarkt. Bärenmarkt-Rallys zählen zu den stärksten Rallys überhaupt. Eine solche Rally hatten wir gestern. Nun kommt es auf die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung an. Der S&P 500 Index in den USA steht nun rund 50 Punkte über dem Hoch von 2395 Punkten, dass er nach den geldpolitischen Entscheidung der amerikanischen Notenbank erreichte. Nun stellt sich die Frage, ob hier ein Aufwärtstrend ausgebildet werden kann oder ob Anleger nun beginnen, die höheren Kurse zum Ausstieg aus Aktien zu verwenden. Abzulesen sein könnte das an der charttechnischen Entwicklung ab sofort. Bildet der Index ein höheres Hoch über 2481 Punkten aus könnte sich der Aufwärtstrend fortsetzen. Andernfalls könnte einen Stundenschlusskurs unter 2407 Punkten ein 123-Top aktivieren und fallende Kurse bringen. Aus Sicht des Charts wie er sich jetzt in den frühen Morgenstunden präsentiert sind beide Szenarien möglich.

Interessant wird es außerdem auf Monatsschlusskursbasis im Dow Jones Index für amerikanische Industrieaktien. Der Dow Jones steht jetzt angesichts der starken Kursgewinne von gestern kurz vor einer wichtigen technischen Marke. Diese liegt bei 21494 Punkten. Würde der Dow-Jones-Index unterhalb dieser Marke den Monat März abschließen, würde ein seit Januar 2018 ausgebildetes umgekehrtes Dreieck aktiviert. Dieses charttechnische Muster könnte als Beendigung des elfjährigen Bullenmarktes an der Wallstreet gewertet werden. Wird ein Schlusskurs unter 21494 Punkten allerdings vermieden würde auch dieses Trendwende Muster nicht aktiviert und wir könnten einen starken Monat April vor uns haben.

Im Bundestag wird heute im über das große Corona-Konjunkturpaket abgestimmt. Aufgrund von vielen Coronavirus bedingten Krankmeldungen bei der SPD und CDU/CSU wird eine Kanzlermehrheit aus diesen beiden Parteien für das Konjunkturpaket vermutlich nicht möglich sein, FDP und Die Grüne stimmten allerdings bereits ihre Abgeordneten darauf ein, für das Paket zu stimmen. In den USA wie auch in Deutschland könnte es also umfangreiche Konjunkturpakete geben, die das Loch, in das die Wirtschaft jetzt aufgrund der Quarantäne-Maßnahmen zu fallen droht auffängt. In den frühen Morgenstunden hört man aus dem US-Senat, dasss das Volumen des Pakets 2,5 Billionen USD betragen soll. Auch die Notenbanken haben massiv am Markt interveniert. Wir sehen im DAX eine Bodenbildung in Form eines 123 Musters

Wir sehen diese Bodenbildung im Stundenchart der amerikanischen indecs allerdings nicht. Das ist nicht ideal. Insofern muss man nun vor allem bei den US Indizes darauf achten, dass die Chart-Struktur ab sofort auf eine intakte Aufwärtsbewegung hindeutet. Jegliche Trendwende-Muster sollten engmaschig beobachtet werden. Genau das werde ich tun ab 9 Uhr auf unserem Youtube-Kanal, den Link dazu finden Sie hier. Ich würde mich freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen und wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag.