Die Aktienmärkte weltweit setzen zu einer Gegenbewegung an. Das ist normal. Nach einem Ausverkauf wie dem gestrigen, in dem etwa der Dow Jones über 1000 Punkte nachgab und damit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr ist es normal, dass es zu einer Gegenbewegung kommt. 

Und die Aktienkurse sind zumindest in den USA zu einem politischen Thema geworden. Wie wichtig die Kursentwicklung im Dow Jones für den amerikanischen Präsidenten ist könnte auch seine Reaktion gestern zeigen. Er bezeichnete die Virus-Situation in USA unter Kontrolle und schrieb auf Twitter: "Der Aktienmarkt sieht langsam wieder sehr gut für mich aus!" 

Sein Berater Kudlow, Direktor des Wirtschaftsrats des Weißen Hauses, wieß auf die fundamentale Gesundheit der US-Wirtschaft hin und riet sogar zum Einstieg, er sagte, Anleger sollten "ernsthaft erwägen, Rücksetzer bei Aktien zu kaufen". Auch Herr Mester von der amerikanischen Notenbank meldete sich zu Wort und bezeichnete den Einbruch am US-Aktienmarkt zu Wochenbeginn als "einmalige" Aktion. 

Ist das alles nur Stimmungsmache im Wahlkampf? United Airlines jedenfalls meldete sich nach diesen Wortmeldungen aus der amerikanischen Politik ebenfalls zu Wort und kassierte alle Ziele für 2020, beklagte einen Totalausfall bei Flügen nach und aus China und einen Einbruch um 75% bei der Nachfrage nach transatlantischen Flügen. Derzeit sei das Geschäft für 2020 nicht mehr planbar. Auch Mastercard sprach eine Umsatzwarnung wegen des Virus für das erste Quartal aus. Allerdings: United Airlines sanken nachbörslich lediglich um 0,8% - Mastercard um 1,7%. Die schlechte Nachricht könnte in den Kursen also größtenteils eingepreist sein.

Germany 30 hält die Bodenbildung

Aus dem 123-Top in der Gefahrenzone über 13713 Punkten ist eine volle Bewegung gelaufen. Nun besteht die Möglichkeit für ein 123-Tief. Dieses könnte bei einem Anstieg per Stundenschluss über 13158 Punkten erfolgen. Schlägt dies fehl und unterschreitet der DAX erneut 13041 Punkte könnte sich die Schwäche des gestrigen Handelstags fortsetzen.

Was über Nacht geschah

Gold setzt zu Korrektur an

Der rasante Goldpreisanstieg war wohl auch den Optimisten zu stark. Es gibt Gewinnmitnahmen. Im heutigen Handel könnte ein Test der 200-Stundenlinie anstehen. Es besteht im Stundenkerzenchart ein aktives 123-Top und wir befinden uns in einer laufenden Bewegung. Man kann sich an den Fibonacci-Extensionsmarken orientieren, um mögliche Unterstützungen und Widerstände zu finden.

Ölpreis versucht Boden zu reaktivieren

Gebeutelt von einer Kurslücke durch die Verluste vom Wochenbegin versucht sich zusammen mit dem Aktienmarkt auch der Ölpreis zu stabilisieren. Technisch betrachtet muss der Ölpreis über 51,85 USD/Barrel schließen um das 123-Tief zu reaktivieren. Schlägt dies fehl könnte es zu einem bärischen Druckaufbau in Richtung der Tiefs kommen.