Die Summe aller Teile ist mehr Wert als das Ganze - das könnte die Situation bei Thyssenkrupp ganz gut umschreiben. 

Die Euphorie war groß, als die Aktie nach Bekanntwerden der Pläne für einen Börsengang des profitablen Aufzugsgeschäfts am 10. Mai 28% nach oben flog. 

Niemand hatte sich am Ende dieses Tags vorstellen können, dass die Aktie die gesamten Gewinne wieder abgeben wird. 

Immerhin wurde doch diese Rechnung aufgemacht:

Thyssenkrupp ist mit 7,5 Milliarden EUR bewertet. Das Aufzugsgeschäft könnte alleine für sich betrachtet mit dem Doppelten bewertet sein. Also 1+1=3 ? So etwas scheint es nur an der Börse zu geben.

Und dann wurden die gesamten Gewinne abgegeben und noch mehr. Die Aktie macht sogar ein neues Tief, als hätte es die News mit den Börsengangplänen nie gegeben!

Nun wissen wir aber, dass dieser Rückgang wohl nur dafür da war, die gesamte Euphorie abzubauen. Nun handelt die Aktie wieder dort, wo sie zuvor auch ungefähr schon war. 

Nur wird es das Risiko einer wettbewerbsrechtlich teuren Verschmelzung mit Tata Steel nicht mehr geben. Dafür wird aber der Umbau des Konzerns nicht günstig und geradlinig sein.

Es könnte dennoch Fantasie in der Aktie stecken. Am Ende vom Tag muss man das handeln, was der Chart und der Markt aus der Story macht. Und hier sehen wir nach der Bärenfalle am 3. Juni zumindest ansatzweise ein 123-Tief. Schließ t Thyssenkrupp per Tagesschluss über 12,22 EUR würde technisch betrachtet ein 123-Tief aktiviert mit einem möglichen Ziel bei 12,95 EUR und höher. Die Aktie versucht seit drei Tagen, diesen Meilenstein zu erreichen.