Wir erleben einen Crash an den Aktienmärkten. DAX, Dow - weltweit befinden sich die Aktien in einem Abverkauf. Das bewegt sich zwischen Angst und Panik. Die Rezessionsgefahren springen nach oben. Und der Fokus der Weltöffentlichkeit verlagert sich auf das amerikanische Gesundheitssystem. Stolpert Donald Trump über das Coronavirus? Womit wir es hier zu tun haben könnten ist ein Szenario, in dem sich die Märkte beginnen auf die wachsende Wahrscheinlichkeit eines Weißen Hauses unter der Kontrolle von Bernie Sanders einzustellen. 

Was über Nacht geschah

Auch Gold unter Beschuss

Das Szenario eines Aufschwungs durch die Einigung im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit und durch Senkungen der Leitzinsen weltweit wird abgeschrieben. Anleger verkaufen alles, sogar das Gold, das in den vergangenen beiden Tagen versuchte, einen Boden auszubilden. Dies schlug fehl. Verkäufe treffen auch Goldminenaktien. Sie beendeten den Handel gestern teilweise zweistellig prozentual im Minus. Nun testet Gold seine 200-Stunen-Linie. Es besteht ein aktives 123-Top und wir befinden uns in einer laufenden Bewegung. Man kann sich an den Fibonacci-Extensionsmarken orientieren, um mögliche Unterstützungen und Widerstände zu finden. Goldman Sachs meint, man erwarte für 2020 gar kein Gewinnwachstum mehr. Vielmehr könnten die Gewinne der US-Unternehmen sogar sinken. 

Saudis wollen alleine weitermachen

Da man die Situation am Ölmarkt und rund um die wirtschaftlichen Folgen rund um die Ausbreitung des Coronavirus kritischer sieht als alle anderen im OPEC+ Ölkartell will Saudi Arabien größtenteils selbst die Fördermengen um eine Million Barrels täglich kürzen. Das könnte den laufenden Streit um die richtige Antwort des Kartells auf das Virus intensivieren. Einige Marktbeobachter sprechen von einem möglichen Ende des Ölartells OPEC+. Das könnte dem Markt eine wichtige Stütze entziehen. Das wirkt zusätzlich zum Virus negativ. Die OPEC+ hat sich zwar nie einen offiziellen Mindestpreis gesetzt, den sie durch Fördermengenkürzungen verteidigen wollte. Das hat die OPEC damals noch getan. Aber es war klar, dass die Wohlfühlzone für alle OPEC+ Mitglieder höher liegen würde, als die aktuellen Kurse. Daher nahm man an, dass OPEC+ genügend Preismacht gegen die amerikanische Rekordproduktion aufbauen könnte, um die Ölpreise zu stützen. Dieses Vertrauen schwindet jetzt. Technisch entspricht ein Handel unter 51,41 Dollar pro Barrel einem möglichen Infragestellen der Bodenbildung des Jahres 2016. Ein Rutsch bis 38,87 Dollar pro Barrel könnte drohen. Erst ein Anstieg über 51,41 Dollar pro Barrel würde die Sitaution entschärfen.

 

DAX: Große Leitkegel könnten Beachtung finden

Ein Boden ist im DAX nach wie vor nicht gefunden. Gestern habe ich innerhalb von 27 Sekunden eine Schankung im Germany 30 Cash CFD von 50 Punkten beobachtet. Heute morgen steigt der Germany 30 Cash CFD binnen 50 Minuten um 200 Punkte. Hier sehen wir eine enorme Volatilität. Es macht daher Sinn, mehrere Schritte zurückzugehen, um die charttechnische Situation im DAX im großen Bild zu betrachten, also im Monatskerzenchartintervall. Dort wurden nun auch 12275 als mögliche Unterstützung durchschlagen, sodass ein Rutsch bis 11592 Punkte drohen könnte. Ein Durchschlagen dieser Unterstützung könnte uns zurückbringen auf 10486 Punkte und damit den Punkt, an dem sich übergeordnet entscheiden wird, ob die Bodenbildung vom Jahr 2016 gehalten oder in Frage gestellt werden wird. Spannend! Und schier unglaublich. Vor sieben Tagen waren wir im DAX noch am Allzeithoch bei 13828 Punkten! Wir sind also um 2049 Punkte vom Hoch damals zum Tief heute gefallen.