Wirtschaftsnachrichten, politische Lage, Ad-Hoc-Mitteilungen von Donald Trump oder von Notenbankchefs – all diese und andere Nachrichten beeinflussen das Verhalten der Marktteilnehmer und somit auch die Kursbewegungen. Diese Faktoren sind beim Trading nicht kontrollierbar. Das einzige worauf Trader Einfluss haben ist das Risiko. Dieses ist steuerbar und kontrollierbar. Aber wie viel Risiko sollte man eingehen? Als Faustregel gilt: je höher die Tradingfrequenz und je niedriger die Haltedauer der Position, umso kleiner sollte das Risiko sein.

Wie sollte das Risiko berechnet werden? Kurz gesagt: Progressiv vom Kontostand in Prozent. Nehmen wir an, dass 1% pro Trade vom Kontoguthaben riskiert wird. Beim einem 10.000 Euro-Konto wären das 100,- Euro. Bei der progressiven Berechnung wird immer wieder vom neuen Kontostand das Risiko berechnet. Steigt das Kapital auf 10.300,- Euro, dann können 103,- riskiert werden. Bei einem Kontosaldo von 9.700,- Euro nur noch 97,- pro Trade.

Auf der folgenden Tabelle habe ich das Risiko auf 2%/Trade erhöht wegen der besseren Veranschaulichung.

Die Zahlen sprechen für sich. Wenn man zum Beispiel 25 Verlusttrades in Folge machen würde, dann wäre der Verlust bei der linearen Berechnung 50% und man müsste 100% an Gewinn erwirtschaften um wieder zum Startkapital zurückzukehren. Bei der progressiven Berechnung wäre der Verlust deutlich geringer, nämlich nur 39,65%. Dieser mathematische Vorteil gilt auch in der Gewinnzone, also ist der Zinseffekt in beiden Richtungen positiv.

Risikomanagement und die konsequente Realisierung von Verlusten sind nur zwei Faktoren die über den langfristigen Tradingerfolg entscheiden. Der dritte wesentliche Punkt ist das Positionsmanagement.

Wichtige Begriffe im Risikomanagement

Das Chance/Risiko-Verhältnis (CRV)

Das CRV gibt an wie ihr möglicher Gewinn des nächsten Trades in Relation zum Risiko steht. Sie sehen, wie viel Gewinn Sie für einen Euro Risiko erwarten können, wenn Ihr Kursziel erreicht wird.

Beispiel:

Ziel: 20 Punkte
Risiko: 10 Punkte
CRV: 20 / 10= 2

Die Trefferquote

Die TQ zeigt Ihnen das Verhältnis zwischen Anzahl der gewonnenen und Anzahl der verlorenen Trades. Wie viele Trades waren Gewinner und wie viele waren Verlierer, wenn Sie 100 Trades ausgeführt haben.

Beispiel:

100 Trades
60 Gewinner
40 Verliere
Trefferquote: 60%
Verlustquote: 40%

Viele Trader legen zu viel Wert auf die Trefferquote. Sie ist zwar eine Kennzahl im Trading, aber der Profitfaktor sagt deutlich mehr über die Tradingperformance aus. Es gibt Trader die eine 80%-ige Trefferquote haben, dennoch ist ihre Performance negativ, weil die Verluste deutlich höher sind als die Gewinne.

Der Profitfaktor

Diese Kennzahl ergibt sich aus der Summe der Gewinne geteilt durch die Summer der Verluste und zeigt dem Trader, ob sein System einen positiven Erwartungswert aufweist. Beträgt der Profitfaktor lediglich 1, dann ist die Höhe der durchschnittlichen Gewinne ident mit der Höhe der durchschnittlichen Verluste. Ein Profitfaktor von zum Beispiel 1,8 besagt, dass Ihre durchschnittlichen Gewinne 1,8 Mal so groß waren wie Ihre durchschnittlichen Verluste Auch bei einer Trefferquote von 50% verdienen Sie somit Geld.

Wie ist der Ablauf eines Trades? (vereinfacht)

  1. Plan für den Einstieg
  2. Einstieg
  3. Setzen des Stops
  4. Ausstieg per Stop oder Take-Profit

Wie sollte der Ablauf eines Trades sein im Idealfall?

  1. Plan für den Einstieg
  2. Plan für den Stop
  3. Berechnung der Positionsgröße anhand des technisch korrekten Stops
  4. Plan für das Stop-Management (Wann und nach welcher Methode ziehe ich den Stop nach?).
  5. Ausstieg (halbiere ich die Position, wenn der Kurs in Richtung des Stops läuft und wie verhalte ich mich, wenn der Kurs in der Nähe des Kursziels ist?)

Es ist zu wenig sich nur auf den Stop und auf das Kursziel zu konzentrieren. Stellen Sie sich vor Sie kaufen den DAX bei 12.500 Punkten mit einem Profitziel von 15 Punkten. In dem Fall sollte der Stop maximal 15 Punkte betragen damit Sie mit einem Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) von mindestens 1 im Markt sind. Also ist der Stop in unserem Beispiel bei 12.490. Der Kurs steigt auf 12.510 Punkte. Wenn der Stop-Loss immer noch bei 12.490 ist, weil kein aktives Stop-Management betrieben wurde, dann beträgt das CRV nur noch 0,25, da das Kursziel nur noch 5 Punkte entfernt ist, aber der Stop beträgt noch immer 20 Punkte. Je näher das Kursziel umso aggressiver muss man mit dem Stop umgehen, vor allem dann, wenn man kurzfristiges Daytrading betreibt. Tradet man auf einem 5-Minuten-Chart und der Kurs befindet sich in der Nähe des Kursziels, dann ist es ratsam auf den 1-Minuten-Chart umzuschalten um die Kursbewegung feiner zu sehen und den Stop aggressiv nachziehen.

Im folgenden Beispiel sehen Sie einen Beispieltrade am Germany30 (DAX) jeweils am 5-Minuten- und am 1-Minuten-Chart.