Ist der DAX im August zu einem Boden fähig?

Die Börse ist wie ein großer Baukasten, nur baut man nicht selbst, sondern schaut andere, anonyme Leute beim Bauen zu und kann darauf setzen, ob die eine oder andere Seite gerade das stabilere Bauwerk errichtet. Überträgt man diese Metapher auf die Börse dann haben wir jetzt eine schöne Möglichkeit für die Bullen, also die Optimisten und Käufer, die Kontrolle an sich zu reißen und zwar wenn der DAX es vermeidet in den kommenden Tagen 11440 Punkte zu unterschreiten und stattdessen über die Hochs von letzter Woche bei 11835 Punkten übersteigt. Die andere bärische Variante wäre damit auch schon erklärt, unter 11336 Punkten auf Tagesschluss wäre möglicherweise die Fahrt frei bis 10744 Punkte.

Gold: Das Fiebertermometer klettert nach oben

Gold ist nicht aufzuhalten und das ist so ein Nebenschauplatz für den DAX, denn warum sollte Gold weiter steigen wenn alles in Ordnung wäre in der Welt. Das ist ziemlich brachial was die Gold-Bullen da im grünen Kreis gebaut haben, ein Monument ihrer Stärke. Offenbar will Gold unbedingt den 6 Jahre alten Widerstand bei 1532 Dollar sehen. Hier geht es um alte Wunden und offene Rechnungen, Goldkäufer, die jahrelang den Bärenmarkt mitgemacht haben, wittern Morgenluft.

China: Licht und Schatten in Fernost

Dollaryuan könnte eine Ursache sein, warum den Leuten der Appetit auf Gold nicht vergeht, China wertet weiter ab, heute Morgen lag das Fixing bei 7,0326 und damit sinkt die chinesische Währung weiter. Micron Technology, ein Chipriese aus den Staaten, sieht eine kräftige Nachfragebelebung, das erwähne ich deshalb hier, weil Chips in allen Technologieprodukten verbaut sind und wenn da die Nachfrage steigt dann oft auch in der Gesamtwirtschaft, wenngleich mit Zeitverzögerung.

Während wir uns also auf den Handelskrieg fokussieren, könnte in der Gesamtwirtschaft langsam aber sicher eine Stabilisierung eintreten, eine Art Gewöhnungseffekt. Vermutlich auch deshalb, weil Chinas Wirtschaft nicht leidet unter den amerikanischen Strafzöllen, jedenfalls wächst der Export Chinas, und wir erfuhren heute Nacht, dass die ausländischen Direktinvestitionen in China um 8,7% im Juli wuchsen, seit Jahresanfang beträgt das Plus 7,3%. Also davon, dass hier Industrie und Investoren abwandern, wie es der US-Präsident behauptet, ist nichts zu sehen.

Zaghafte Bodenbildung bei chinesischen Aktien

Chinas Festlandaktien, hier der China A50 CFD, haben einen Boden im Vierstundenchart ausgebildet. Ist das ein Vorläufer für den DAX? Immerhin hat auch der S&P 500 Index in den USA kein Top ausgebildet. Das ist ein technisch betrachtet bislang ein ganz normaler Rücklauf. Aber hier wird es jetzt auch spannend ob der S&P das alte Hoch von Januar 2018 hält und wenn nicht, ob die darunter in grün verlaufende 200-Tage-Linie verteidigt werden kann.