WHO-Verhandlungen heute: Milliarden-US-Strafzölle gegen die EU?

Die Welthandelsorganisation berät heute um 10:00 Uhr über einen gut eineinhalb Jahrzehnte alten Fall, in dem die Vereinigten Staaten von Amerika Beschwerde gegen die Europäische Union eingelegt haben. Der Europäischen Union wird vorgeworfen, den Flugzeughersteller Airbus unfairerweise mit finanziellen Mitteln auszustatten, also zu subventionieren. Reuters und andere Nachrichtenagenturen berichten, dass das Weiße Haus bereit sei, im Falle dass das von der Welt Handelsorganisation heute abgesegnet würde, Strafzölle in Milliardenhöhe gegen die EU zu verhängen. Es macht also heute Sinn, die Aktie von Airbus engmaschig zu beobachten. Ebenso sollte man die Nachrichten rund um die Sitzung der Welthandelsorganisation ebenso beachten und vor allem die Reaktion der amerikanischen Seite auf die Beschlüsse in Genf heute, weil der amerikanische Präsident ja eigentlich bis November darüber entscheiden möchte ob er Strafzölle gegen die Europäische Union verhängen möchte.

Gute US-Wirtschaftsdaten: Alles nur ein Einmal-Effekt?

Die Wirtschaftsdaten aus den USA sind seit Mitte August deutlich über den Erwartungen ausgefallen. In diesem Kontext ist es ein wenig enttäuschend, dass der Dow Jones Index ein erneutes Top ausgebildet hat. Das lässt ein wenig Zweifel darüber ablesen, ob die Wirtschaftsdaten auch über die kommenden Wochen und Monate so gut bleiben wie sie über die letzten eineinhalb Monate waren. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass zeitgleich zu den besser werden den US Wirtschaftsdaten die Ausgaben der amerikanischen Regierung sprunghaft angestiegen sind. Einige Beobachter gehen jetzt davon aus dass hier ein saisonaler Effekt zum Tragen kommt und hier Bestellungen durchgeführt wurden um noch offene Budgets auszugeben, bevor das Steuerjahr endet. Wenn die Ministerien und Ämter ihr Geld nämlich nicht bis Ende September ausgeben, dann kann es sein dass sie von der Budgetplanung im darauf folgenden Jahr, das Anfang Oktober beginnt, einfach mit geringeren finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Und um dem vorzugreifen wird einfach im August und September alles was noch da ist an Geld auf den Kopf gehauen. Diesen Effekt haben wir jetzt gesehen. Es kann also sein, dass dieser Effekt zu Beginn des Oktobers nicht mehr da sein wird und wenn das so stimmt dann könnte die US Wirtschaft in ein ziemlich tiefes Loch fallen und die Wirtschaftsdaten könnten jetzt also wieder schlechter werden und das wäre potenziell negativ für die Aktienkurse. Die Aktienmärkte deuten das möglicherweise schon ein wenig an. Der Dow Jones muss wieder über 27.067 Punkte ansteigen und die derzeit technisch noch auf Rot stehenden Ampeln auf neutral zurück zu schalten. Ansonsten bleibt die Wall Street technisch angezählt.

Hoffnung auf China: Caixin-PMI überrascht positiv

Interessant ist auch dass der DAX bisher das gleiche Programm abspult wie Mitte Juli, als er damals über 12294 Punkte angestiegen ist kam aber ein Short Squeeze, also die Leerverkäufer, die auf fallende Kurse setzen, hatten damals kurzzeitig die Kontrolle verloren, das bleibt dieses Mal aus, was ein wenig als Zeichen der Schwäche ausgelegt werden muss. Nach wie vor muss jetzt auf 12294 Punkte als Unterstützung geachtet werden. Bricht sie und rutscht der DAX erneut darunter muss von einer Korrektur aus charttechnischer Sicht ausgegangen werden. Kurzfristig hilft aber, dass der Caixin Einkaufsmanagerindex in China von 50,2% auf 51,4% und damit auf den höchsten Stand seit Februar 2018 angestiegen ist. Das könnte darauf hindeuten, dass die Vielzahl an geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen Chinas vielleicht doch Wirkung zeigen und vielleicht ist das auch der Strohhalm, an den sich die Bullen im DAX jetzt klammern werden, die Hoffnung nämlich, dass nach dem Steuerjahr-Effekt aus Washington jetzt bessere Wirtschaftsdaten aus China kommen werden.