Das, was sich im Chart des Big Picture des S&P 500 Index gerade zusammenbraut könnte richtungsweisend für die kommenden Monate werden. Dabei gilt vor allem dem im vergangenen Monat September erfolgte Schlusskurs über dem Aktivierungspunkt eines Trendfortsetzungsmusters eine hohe Aufmerksamkeit.

Ein Broadening Wedge oder umgekehrtes Dreieck ist eine Konsolidierungsformation, an deren Ende ein Ausbruch erwartet wird. Je nach Ausbruchsrichtung kann ein Broadening Wedge eine Trendwende- oder Trendfortsetzungsformation sein. Steigt der Markt über das zweite Hoch der Formation (H2 im Schaubild, der „Long-Trigger“) so ist das Broadening Wedge als Trendfortsetzungsformation zu verstehen. Schließt der Markt unter dem zweiten Tief der Formation (T2 im Schaubild, der „Short-Trigger“) so ist das Broadening Wedge als Trendwendeformation zu verstehen. Um ein Kursziel zu bestimmen misst man mit einem Fibonacci Preiserweiterungswerkzeug den Abstand zwischen H2 und T2 und projiziert diese Strecke am H2 nach oben (wenn der Long-Trigger überschritten wird) oder am T2 nach unten (wenn der Short-Trigger unterschritten wird).

 

Weist der US-Markt den Weg zu einem DAX bei 15000 Punkten?

Die Situation im S&P 500 Index für amerikanische Standardaktien ist nun jene, dass mit einem Schlusskurs über 2941 Punkten im September das zweite Hoch eines großen Broadening Wedge überschritten wurde. Die Konsolidierung der vergangenen gut zwei Jahre könnte also nach oben aufgelöst werden. Ein Rutsch in den Kursen Anfang Oktober konnte abgewehrt werden.

Das daraus errechenbare Kursziel liegt bei 3562 Punkten. Dieses liegt 18% über dem aktuellen Indexstand. Würde der DAX diesen Anstieg (sofern er denn kommt) nachbilden ließe sich ein Kursziel von 15200 Punkten für den DAX ableiten.

In der bärischen Variante scheitert der S&P 500 Index nun an dem nachhaltigen Überschreiten des Widerstands bei 2941 Punkten. Schlägt der Versuch, das zweite Hoch des Broadening Wedge nachhaltig zu überschreiten fehl könnte es ruppig an den weltweiten Aktienmärkten werden. Denn der S&P 500 Index ist als der Index mit der höchsten Marktkapitalisierung der Schrittgeber für die weltweiten Aktienmärkte! Wenn dieser nun an dem Zünden des Broadening Wedge als Trendfortsetzungsformation scheitert könnte die Angst wachsen, dass sich die Konsolidierung der letzten zwei Jahre zu einer Trendwende umwandeln wird. Derzeit versucht der Index aber, die prozyklische Trendfortsetzungsvariante des Broadening Wedge zu aktivieren!

Eskalationen im Handel: Wer kann sich das leisten?

Eine Eskalation im Handelsstreit oder ein harter Brexit könnte die positive Signallage durchkreuzen. Jetzt aber ist nicht die Zeit für die Politik, die eigene Wirtschaftskraft in die Waagschale strategischer Verhandlungen zu werfen. Die weltweiten Rezessionsgefahren zwingen die Politik, Einigungen herbeizuführen. Es ist wahrscheinlich, dass die USA mit China Mitte November die erste Phase des Handelsvertrags unterzeichnen und danach weiter in Richtung zweite Phase gehen wird. Und es ist auch wahrscheinlich, dass Brüssel einer Verschiebung des Austrittstermins der Briten zustimmt. Damit dürfte der Brexit als Markt beeinflussendes Thema zunächst verschwinden.

Berichtssaison zeigt Bremsspuren des Handelskriegs
 

In der US-Berichtssaison sehen wir wieder das gleiche Spiel. Die Messlatte für die Quartalszahlen wird im Vorfeld gesenkt und dann übertroffen. Doch dieses Mal nicht so stark. Die Bremsspuren des Handelsstreits zwischen China und den USA sind klar ersichtlich. Viel weiter darf es nicht gehen, sonst wären viele Firmen zu Entlassungen gezwungen, um auf die Kostenbremse zu treten. Davor sind sie bisher in der Hoffnung einer Einigung zurückgewichen. Im Schnitt der vergangenen Quartale lagen die Unternehmen fünf Prozent über den Erwartungen, bisher sind es nur 3,5 Prozent. Aber es hat auch erst ein Drittel aus dem S&P 500 Zahlen vorgelegt. 81 Prozent lagen dabei über Plan. Dennoch gibt es im S&P 500 Index kein Gewinnwachstum. Stand heute werden die Gewinne im S&P 500 Index zum Vorjahr um 4,1% geschrumpft sein. Diese Gewinnrezession muss enden. Sonst fehlt der fundamentale Unterbau, um die Kurse im S&P 500 Index nach oben zu hieven.

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