Auf der Suche nach einem Impfstoff oder einer wirksamen Therapie gegen die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 liefern sich Pharmaunternehmen weltweit einen Wettlauf. Laut Untersuchungen sind derzeit ca. 161 Impfstoff-Kandidaten sowie 242 therapeutische Test-Wirkstoffe in der Erforschung. Nach Einschätzung von Experten wird allerdings nur ein Bruchteil der Produktkandidaten tatsächlich eine Chance, auf den Markt zu kommen, bekommen.

Bundesregierung kauft sich bei CureVac ein

Der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Dietmar Hopp, SAP-Mitgründer und Mitgründer der Beteiligungsgesellschaft dievini Hopp BioTech Holding GmbH & Co. KG, haben heute verkündet, dass die Bundesrepublik Deutschland 300 Millionen Euro in das biopharmazeutische Unternehmen CureVac AG, investieren wird.

Details des Investments, welches durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umgesetzt werden soll, wurden in einem abgestimmten Vertragsentwurf vereinbart. Die im Rahmen einer Kapitalerhöhung zu vereinnahmenden Finanzmittel sollen für die weitere Entwicklung der proprietären Pipeline und mRNA-Plattformtechnologie und den Ausbau der Geschäftstätigkeit verwendet werden. Die KfW wird damit einen Anteil von rund 23 % an CureVac halten.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagt: „Die Technologie von CureVac hat das Potenzial, neue Impfstoffe und therapeutische Behandlungsmöglichkeiten für viele Menschen zu entwickeln und über den Markt zur Verfügung zu stellen. Die Bundesregierung beteiligt sich an diesem vielversprechenden Unternehmen, weil sie erwartet, damit Entwicklungen zu beschleunigen, und es CureVac finanziell zu ermöglichen, das Potenzial seiner Technologie ausschöpfen zu können. Das ist zugleich industriepolitisch von hoher Bedeutung, denn diese wichtigen Forschungsergebnisse und Technologien brauchen wir in Deutschland und Europa. Gleichzeitig ist der heutige Schritt eine erste wichtige Umsetzung des umfassenden Corona-Konjunktur- und Zukunftspakets der Bundesregierung vom 3. Juni 2020. Darin haben wir uns zum Ziel gesetzt, bei der Herstellung von Wirkstoffen und deren Vorprodukten sowie in der Impfstoffproduktion über mehr Unabhängigkeit zu verfügen. Mit dieser Investition tun wir einen ersten Schritt in diese Richtung.“

Astra-Seneca Kurs positioniert sich ebenfalls

Das italienische Gesundheitsministerium gab am Montag bekannt, dass Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Italien sich bereit erklärt haben, 750 Millionen Euro für 300 Millionen Dosen des Coronavirus-Impfstoffs von AstraZeneca zu zahlen, der bis Ende des Jahres entwickelt werden könnte.

Moderna Kurs in der Spitzenposition

Eines der aussichtsreichsten Unternehmen in der Impfstoffforschung ist die US-Biotech-Gesellschaft Moderna. Die Firma hat zuletzt weitere Fortschritte melden können. Moderna will im Juli mit einer Phase-3-Studie seines Coronavirus-Impfstoffs mRNA-1273 beginnen. 30.000 Freiwillige sollen hierzu getestet werden.

Der Wettlauf 

Wie mit den meisten Dingen in ihrer Frühreife werde es nur ein kleiner Teil der Impfstoffe zur Endreife bringen. 97 % der derzeit erprobten Impfstoffe dürften nicht das Licht der Welt erblicken, da sie in den Studienereignissen nicht überzeugen werden. Unter den getesteten Medikamenten bleiben aller Voraussicht am Ende drei bis vier Präparate übrig, die an Menschen angewendet werden dürfen. Bei der Suche danach, werde deshalb viel Geld vergeblich investiert, denn es gibt keine Garantie für einen sicheren und wirksamen Impf- beziehungsweise Wirkstoff.

Dem Sieger in diesem Wettrennen winken nach Einschätzung vieler Branchenkenner indes Milliardengewinne. Für ein Unternehmen, dass am Ende einen Impfstoff habe, würde dies ein Blockbuster-Medikament werden.