Video-Ausblick: https://www.youtube.com/watch?v=rI_LlVlI_WQ

Der Abstand der zweijährigen zu den zehnjährigen Renditen für amerikanische Staatsanleihen ist von einem Viertel Prozentpunkt auf 0,15 Prozentpunkte zusammengeschrumpft und wenn man sich den Verlauf der Kurve aus diesem Zinsabstand betrachtet dann sind wir gerade dabei eine bärische Flagge nach unten aufzulösen. Jeder, der sich mit technischer Analyse beschäftigt, weiß, das daraus ein Rutsch nach unten folgen könnte. 

Im Falle des Zinsabstands zwischen zwei- und zehnjährigen US-Renditen spricht man von einer wachsenden Rezessionsgefahr, wenn der Zinsabstand dann bei Null oder im negativen Bereich ankommt sogar von einem klaren Rezessionssignal. Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich die US-Zinskurve achtmal invertiert - wurde also negativ - und jedes Mal folgte darauf eine Rezession. Das brachte gestern die Wall Street unter Druck. 

Mit jedem Tag, an dem außerdem die vom amerikanischen Finanzminister Mnuchin ins Spiel gebrachte Verschiebung der Strafzölle um 30-40 Tage nicht verkündet wird leidet die Stimmung am Markt immer stärker. Vor allem auch deshalb, weil der amerikanische Präsident bereits androhte, dann auch noch die verbleibenden 300 Milliarden USD an US-Importen, die noch nicht mit Strafzöllen versehen wurden, auch noch zu gängeln. Für die amerikanische Regierung sind Strafzölle ein Weg, die amerikanischen Bürger durch die Hintertüre mit einer Art Mehrwertsteuer zu belegen, um das doppelte Defizit aus dem Haushalt und dem Außenhandel finanzieren zu können. 

Denn ungleich zu dem, was Trumps Wirtschaftsteam versprach war die Steuersenkung für Unternehmen im amerikanischen Haushalt nicht ergebnisneutral, sondern riss ein tiefes Loch. Jetzt haben wir die heikle Situation, dass Aktien hoch und das Wachstum der Konjunktur und Unternehmensgewinne tief ist. Also eines der beiden liegt falsch. Wenn man sagt, dass der Aktienmarkt richtig liegt, dann müssen jetzt die Wirtschaftsdaten hoch gehen und die Unternehmensgewinne aufhören zu schrumpfen. Ansonsten muss man von einer Anpassung der Aktienkurse auf die konjunkturellen Gegebenheiten ausgehen. 

Der DAX hat es nicht geschafft 12083 Punkte zu überschreiten. Damit ist die Erholung seit dem Rutsch am Donnerstag letzter Woche ein Dead Cat Bounce. Von einem erneuten Test von 11835 Punkten muss ausgegangen werden. Bei einem Schlusskurs darunter droht möglicherweise ein Rutsch um mehrere Hundert Punkte bis in den Bereich von 11404 Punkten. Andernfalls entsteht dort ein Doppelboden, wenn die Unterstützung hält.