Als der Forward CFD für Rohöl (WTI) für den Monat Mai gestern einstellig wurde glaubten viele Trader ihren Augen nicht. Wer hätte sich so etwas vorstellen können, wurde doch jahrelang ein Mindestpreis von erst 100 Dollar und dann später von 60 Dollar von dem Ölkartell OPEC verteidigt. Als die amerikanische Terminbörse CME, an dem WTI-Futures gehandelt wurden, gestern auf Anfrage meldete, dass der Ölpreis auch im negativen Bereich gehandelt werden könne, hielten das viele Trader für einen schlechten Witz.

Dann wurde es Realität. 5 Minuten vor 20 Uhr handelte WTI für Lieferungen im Mai erstmals kurzzeitig im negativen Bereich, um dann zehn Minuten später immer tiefer zu sinken. Der Spuk negativer Ölpreise dauerte bis heute Nacht um 2 Uhr, als der Mai Future für WTI wieder über Null stieg. Zwischenzeitlich hatte er bei -40,32 USD einen Negativ-Rekord aufgestellt.

Warum brach der Preis so stark ein?

An der Wall Street war man sich zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, wie man darauf reagieren sollte. Impliziert der Preiseinbruch massive Positionsschieflagen von Spekulanten, die von der Entwicklung kalt erwischt wurden und nicht wussten, wie sie damit umgehen sollten? Immerhin liegt eine gedachte Long-Position bei einem Preis von $1,50 bei einem Kurs von -$1,50 bereits 200% im Minus und der Handel mit Futures findet gehebelt statt, also mit einem Fremdkapitalanteil, der mögliche Nachschussforderungen impliziert.

Oder wollte uns der Preiseinbruch etwas über die bärische Situation bei den Lagerkapazitäten sagen? Jedenfalls war gestern Lagerraum für Öl wertvoller als das Öl selbst, offenbar, da es davon nicht mehr so viel gibt. 

Heute Morgen notiert der Mai Future, der heute verfallen wird, wieder bei $1,50. Seit 2 Uhr heute Morgen ist der Preis wieder positiv. Da sich die Lagerkapazitäten nicht über Nacht verbessert haben kann das ein Hinweis darauf sein, dass eher Schieflagen von überforderten CL-Futures-Tradern für den Einbruch in den negativen Preisbereich verantwortlich sein könnten. Man muss dabei aber auch beachten, dass Käufer von Erdöl bei negativen Preisen ja Geld für ihre Lieferung erhalten und diese Erlöse gestern sicherlich gegengerechnet haben mit der Schaffung neuer Lagerkapazitäten für die Lieferungen, die schon im Mai stattfinden werden. Wer also die richtigen Beziehungen zu Öltanker-Unternehmen hat, die gerade Hochkonjunktur haben, wird gestern wohl zugegriffen haben, wenn sich zwischen den Mietkosten für Öltanker und Lagerraum gegenüber gehandelten Ölpreisen ein Gewinn erzielen ließ.

Was bedeutet das für CFD-Trader?

Zunächst muss auf die immense Volatilität bei Rohöl-CFDs und bei Mineralölprodukt-CFDs Diesel und Benzin hingewiesen werden. Erdgas wird zusammen mit Erdöl produziert. Daher gilt es eine erhöhte Volatilität auch bei US Erdgas CFDs zu beachten. 

Es ist nicht auszuschließen, dass auch der Rohöl (WTI) Juni Forward CFD von Verkäufen erfasst wird und ebenfalls weiter sinkt. Der nächste mögliche Lieferzeitpunkt für Rohöl ist der Juni 2020 Forward-CFD, handelbar als CFD über Rohöl (Brent) Juni 2020 Forward. Dieser ist am 29. April endfällig, der Juni Forward CFD auf WTI erst Mitte Mai. Es kann gestern zu Schieflagen gekommen sein die weitere Verkäufe heute nach sich ziehen.

Bei Forward CFDs wie dem Rohöl (WTI) Mai Forward CFD gibt es eine Endfälligkeit, die sich an dem Datum der Endfälligkeit des jeweiligen Future, in dem Fall des WTI Mai Future an der CME orientiert. Der letzte Handelstag des Rohöl (WTI) Mai Forward CFD war gestern. 

Der Handel des Rohöl (WTI) Juni Forward CFD läuft nun bis zum 18. Mai. An diesem Tag wird der letzte Handelstag des Juni Forward CFD sein. Danach wird wieder in den nächsten Monat umgestellt. 

Eine Verkettung der einzelnen Forward CFDs zu einem Endloskontrakt findet im Rohöl (WTI) Cash CFD statt. Hier wurde von gestern auf heute gerollt (vom Mai in den Juni). Die Haltekosten wurden vorerst beibehalten. Es kann zu einer Anpassung der Haltekosten bei Rohöl (WTI) Cash kommen. Bitte beachten Sie die Produktübersicht, in der dies transparent aufgeführt sein wird.

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ProduktSpreadHebel ab*Short?**Handelszeiten
Kakaobohnen-Schüttgut (UK)3,510:1Täglich 10:30-17:55
Kakao (US)410:1Täglich 10:45-19:30
Kaffee Arabica310:1Täglich 10:15-19:30
Kaffee Robusta310:1Täglich 10:00-18:30
Kupfer210:1So 00:00 - Fr 22:00 (Pause tägl. 22:00-00:00, Mo-Do)
Mais0.910:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15
Baumwolle1510:1Täglich 03:00-20:20
Rohöl Brent310:1So 00:00 - Fr 23:00 (Pause tägl. 00:00-02:00 Mo-Do)
Rohöl (WTI)310:1So 00:00-Fri 23:00 (Pause tägl. 23:00-00:00 Mo-Do)
Mastrind2010:1Täglich 15:30-20:05
Benzin2,510:1So 00:00-Fri 22:00 (Pause tägl. 23:15-00:00 Mo-Do)
Diesel510:1So-Fr 00:00-23:00
Gold0,320:1So 00:00-Fri 22:00 (Pause tägl. 23:00-00:00)
Heizöl2,810:1So 00:00-Fri 22:00 (Pause tägl. 23:15-00:00 Mo-Do)
Magerschwein1010:1Täglich 16:05-20:00
Lebendrind1010:1Täglich 16:05-20:00
Bauholz1010:1Täglich 16:00-20:05
Erdgas0,310:1So 00:00-Fr 22:00 (Pause tägl. 23:00-00:00 Mo-Do)
Hafer910:1Täglich 02:00-15:45 / 15:30-20:15
Orangensaft1010:1Täglich 14:00-20:00
Palladium1010:1Täglich 07:00-22:00
Platin1010:1Täglich 07:00-22:00
Rohreis410:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15
Silber2,510:1So 00:00-Fr 22:00 (Pause tägl. 23:00-00:00)
Sojabohnen1,510:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15
Sojamehl710:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15
Sojaöl910:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15
Rohzucker410:1Täglich 09:30-19:00
Weißzucker710:1Täglich 09:45-18:55
Weizen0,810:1Täglich 02:00-14:45 / 15:30-20:15

*Der Hebel verstärkt Gewinne und Verluste gleichermaßen.
**Bitte beachten Sie, dass wir nach eigenem Ermessen Ihre Möglichkeit long oder short zu gehen einschränken können.