Die aktuelle Handelswoche dürfte zu den ereignisreichsten Wochen des gesamten vierten Quartals gehören. Mit den Zinsentscheidungen der Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan, den ersten Wachstumszahlen für das dritte Quartal sowie den Quartalsberichten von Microsoft, Alphabet und Amazon treffen geldpolitische, makroökonomische und unternehmensspezifische Einflussfaktoren nahezu zeitgleich aufeinander.
Hinzu kommen zahlreiche Ergebnisse europäischer Schwergewichte. Deutsche Bank, BASF, Mercedes-Benz, Volkswagen, Airbus, Shell und TotalEnergies werden zeigen müssen, wie widerstandsfähig ihre Geschäftsmodelle gegenüber hohen Energiepreisen, steigenden Finanzierungskosten und einer weiterhin unsicheren Weltkonjunktur sind.
Die Notenbanken stehen vor einem schwierigen Zielkonflikt
Die internationalen Finanzmärkte befinden sich weiterhin in einem Spannungsfeld aus erhöhtem Inflationsdruck, steigenden Finanzierungskosten und zunehmenden Zweifeln an der Nachhaltigkeit des globalen Investitionszyklus.
Die Federal Reserve hatte ihren Leitzinskorridor im September um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Der geldpolitische Kurs ist damit weiterhin restriktiv. Gleichzeitig haben die jüngsten Inflationsdaten gezeigt, dass der Preisdruck noch nicht vollständig unter Kontrolle ist.
Die Entscheidung am Mittwoch, 28. Oktober, dürfte deshalb vor allem daran gemessen werden, ob die amerikanische Notenbank eine weitere Straffung signalisiert oder zunächst die Wirkung der bisherigen Zinsschritte abwarten möchte.
Der Zinsentscheid wird um 19:00 Uhr MEZ erwartet. Die anschließende Pressekonferenz beginnt um 19:30 Uhr. Da die Oktober-Sitzung nicht zu den regulären Terminen mit neuen Wirtschaftsprojektionen gehört, dürften die geldpolitische Erklärung und die Aussagen des Fed-Vorsitzenden besonders wichtig werden. Die Sitzung ist im offiziellen Kalender für den 27. und 28. Oktober bestätigt.
Bereits am Donnerstag folgt die Europäische Zentralbank.
Die EZB hatte im September ihre Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte angehoben. Der Einlagensatz liegt seither bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent.
Die Entscheidung wird durch die jüngste Inflationsentwicklung zusätzlich erschwert. Im September stieg die jährliche Teuerungsrate in der Eurozone auf 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Dabei lieferte Energie mit 1,71 Prozentpunkten den größten Einzelbeitrag zur Gesamtinflation. Auch Dienstleistungen blieben ein wesentlicher Preistreiber.
Für den EZB-Rat stellt sich damit die Frage, ob der Energiepreisschock weiterhin überwiegend temporärer Natur ist oder zunehmend zu Zweitrundeneffekten bei Löhnen, Dienstleistungen und industriellen Gütern führt.
Die Zinsentscheidung wird am Donnerstag um 14:15 Uhr MEZ veröffentlicht. Um 14:45 Uhr beginnt die Pressekonferenz. Neue umfassende EZB-Makroprojektionen sind für diese Sitzung nicht vorgesehen.
Den Abschluss der Notenbankwoche bildet am Freitag die Bank of Japan.
Nach der jüngsten Anhebung des kurzfristigen Leitzinses auf rund 1,25 Prozent wird entscheidend sein, ob die japanische Notenbank weitere Zinsschritte in Aussicht stellt. Die Sitzung findet am 29. und 30. Oktober statt. Zusätzlich veröffentlicht die BoJ ihren vierteljährlichen Wirtschafts- und Inflationsausblick.
Die Pressekonferenz des Notenbankgouverneurs ist offiziell für Freitag, 15:30 Uhr japanischer Zeit beziehungsweise 07:30 Uhr MEZ, vorgesehen. Der genaue Zeitpunkt der Zinsentscheidung selbst steht nicht fest.
Damit werden innerhalb von weniger als 48 Stunden drei der wichtigsten Notenbanken der Welt neue geldpolitische Signale liefern.
USA: BIP und PCE-Inflation treffen auf die EZB-Entscheidung
Der wichtigste amerikanische Konjunkturtermin folgt am Donnerstag, 29. Oktober.
Um 13:30 Uhr MEZ veröffentlicht das Bureau of Economic Analysis gleichzeitig die erste Schätzung des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal und die persönlichen Einkommen und Konsumausgaben für September einschließlich des PCE-Preisindex.
Die ungewöhnliche zeitliche Konzentration dieser Veröffentlichungen erhöht ihre Bedeutung für die Finanzmärkte.
Während das BIP zeigt, wie sich die amerikanische Wirtschaftsleistung im dritten Quartal entwickelt hat, liefert der PCE-Preisindex die von der Federal Reserve bevorzugte Inflationskennzahl.
Besonders relevant wird die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie sein. Sollte sich der zugrunde liegende Preisdruck weiterhin als hartnäckig erweisen, könnte dies die geldpolitischen Erwartungen unmittelbar nach der Fed-Sitzung erneut verändern.
Ein stärker als erwartetes Wirtschaftswachstum wäre unter normalen Umständen positiv für die Aktienmärkte. In einem Umfeld erhöhter Inflation könnte es jedoch gleichzeitig die Erwartungen an längerfristig hohe Zinsen verstärken.
Umgekehrt könnten schwächere Wachstumszahlen zwar die Anleiherenditen entlasten, gleichzeitig aber Zweifel an den Gewinnprognosen amerikanischer Unternehmen hervorrufen.
Beide Veröffentlichungen sind vom BEA offiziell für den 29. Oktober um 08:30 Uhr Eastern Time bestätigt.
Am Freitag folgt mit dem Employment Cost Index für das dritte Quartal ein weiterer wichtiger Inflationsindikator.
Der Index misst die Entwicklung der Arbeitskosten einschließlich Löhnen, Gehältern und Sozialleistungen. Im zweiten Quartal waren die gesamten Arbeitskosten um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Der neue Bericht erscheint am Freitag um 13:30 Uhr MEZ.
Europa: Der DAX steht vor einem umfangreichen Unternehmenstest
Für den deutschen Aktienmarkt entwickelt sich der Mittwoch zum wichtigsten Unternehmenstag.
Mit Deutsche Bank, BASF und Mercedes-Benz veröffentlichen gleich drei bedeutende DAX-Konzerne ihre Ergebnisse für das dritte Quartal.
Die Deutsche Bank steht dabei stellvertretend für den europäischen Finanzsektor. Nach der starken Berichtssaison der amerikanischen Großbanken dürfte sich das Interesse auf Nettozinserträge, Kreditqualität, Investmentbanking, Kapitalausstattung und Ausschüttungspolitik konzentrieren.
Besonders wichtig wird sein, wie sich die höheren Kapitalmarktzinsen auf die Finanzierungskosten und das Kreditgeschäft auswirken.
Die Deutsche Bank hat den 28. Oktober offiziell als Veröffentlichungstermin bestätigt.
Bei BASF stehen die Auswirkungen der höheren Energie- und Rohstoffpreise im Mittelpunkt.
Der Chemiekonzern gehört zu den Unternehmen, bei denen Veränderungen der Energiepreise besonders schnell auf die Produktionskosten durchschlagen können. Entscheidend wird deshalb sein, in welchem Umfang BASF höhere Kosten über die Verkaufspreise weitergeben konnte und wie sich die Nachfrage aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und China entwickelt hat.
Die Quartalsmitteilung wird am Mittwoch um 07:00 Uhr MEZ veröffentlicht.
Mercedes-Benz liefert am selben Tag einen wichtigen Einblick in die globale Automobilnachfrage.
Besonders interessant sind die Entwicklung des China-Geschäfts, die Profitabilität des Premiumsegments und die Auswirkungen des laufenden Modellwechsels.
Die Ergebnisse dürften zudem Hinweise darauf liefern, wie stark die deutschen Automobilhersteller inzwischen durch den Wettbewerb chinesischer Elektrofahrzeugproduzenten belastet werden.
Der Bericht ist für Mittwoch, 28. Oktober, bestätigt.
Am Donnerstag folgt Volkswagen mit seinem Neunmonatsbericht.
Damit erhält der Markt innerhalb von 24 Stunden einen umfassenden Einblick in die beiden größten deutschen Automobilkonzerne.
Bei Volkswagen dürften insbesondere die Entwicklung der Kernmarken, das China-Geschäft, die Elektromobilität und der operative Cashflow im Mittelpunkt stehen.
Zusätzlich veröffentlicht Airbus am Mittwochabend seine Neunmonatsergebnisse. Die Analystenkonferenz beginnt um 19:30 Uhr MEZ.
Die Zahlen besitzen vor allem für die europäische Industrie Bedeutung. Entscheidend werden Flugzeugauslieferungen, Produktionshochlauf, Lieferkettenprobleme, Margen und Free Cashflow sein.
Technologieaktien: Microsoft, Alphabet und Amazon vor dem nächsten KI-Stresstest
Der wichtigste unternehmensspezifische Einflussfaktor der Woche dürfte erneut der amerikanische Technologiesektor werden.
Am Mittwoch veröffentlichen Microsoft und Alphabet ihre Quartalszahlen. Am Donnerstag folgt Amazon.
Damit berichten innerhalb von nur zwei Handelstagen drei der weltweit bedeutendsten Investoren in KI-Infrastruktur.
Die Unternehmen stehen zunehmend vor derselben Herausforderung: Die Nachfrage nach Rechenleistung, KI-Modellen und Cloud-Dienstleistungen wächst stark, gleichzeitig erfordert der Ausbau der Infrastruktur außergewöhnlich hohe Investitionen.
Die zentrale Frage lautet deshalb nicht mehr ausschließlich, wie stark die Umsätze wachsen, sondern welche Renditen die Unternehmen auf ihre zusätzlichen Investitionen erzielen können.
Bei Microsoft stehen Azure, die Monetarisierung von Copilot, das Wachstum der Cloud-Umsätze und die Investitionen in Rechenzentren im Mittelpunkt.
Microsoft hat die Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal 2027 offiziell für Mittwoch, 28. Oktober, nach US-Börsenschluss angekündigt. Die Analystenkonferenz beginnt um 22:30 Uhr MEZ.
Alphabet liefert am selben Abend einen wichtigen Einblick in die Entwicklung von Google Cloud, dem Werbegeschäft und den KI-Anwendungen.
Besonders relevant wird sein, ob sich die zunehmende Integration generativer KI in die Google-Suche auf die Monetarisierung des klassischen Suchgeschäfts auswirkt.
Gleichzeitig dürfte der Markt genau beobachten, wie sich die hohen Investitionen in Rechenzentren und eigene KI-Chips auf den Free Cashflow auswirken.
Die Analystenkonferenz beginnt am Mittwoch um 21:30 Uhr MEZ.
Am Donnerstag folgt Amazon.
Bei Amazon stehen AWS, die Investitionen in KI-Infrastruktur, das Werbegeschäft und die Profitabilität des Onlinehandels im Mittelpunkt.
Besonders wichtig dürfte die Entwicklung der AWS-Margen werden. Die Cloud-Sparte ist einer der zentralen Ergebnistreiber des Konzerns und gleichzeitig einer der größten Empfänger zusätzlicher Investitionsmittel.
Die Amazon-Analystenkonferenz beginnt am Donnerstag um 22:00 Uhr MEZ.
Die drei Veröffentlichungen dürften nicht nur die jeweiligen Aktien bewegen. Aufgrund der hohen Indexgewichte und der Bedeutung für den globalen KI-Investitionszyklus besitzen sie erhebliches Potenzial für den gesamten Nasdaq 100 und S&P 500.
Energieunternehmen: Hohe Ölpreise treffen auf außergewöhnliche Raffineriemargen
Neben Technologie und Automobilindustrie steht auch der Energiesektor im Mittelpunkt.
Am Donnerstag veröffentlichen Shell und TotalEnergies ihre Quartalszahlen. Am Freitag folgen ExxonMobil und Chevron.
Die Ergebnisse erhalten durch die weiterhin angespannten Energiemärkte zusätzliche Bedeutung.
Besonders interessant sind die Entwicklungen im Raffineriegeschäft, im Handel mit Flüssigerdgas und bei der Öl- und Gasförderung.
TotalEnergies hatte zuletzt auf eine deutliche Verbesserung seiner europäischen Raffineriemargen hingewiesen. Der entsprechende Margenindikator stieg im dritten Quartal auf 33,2 US-Dollar je Barrel, nach 13,5 US-Dollar im Vorquartal.
Damit könnte der Energiesektor zu den wenigen Bereichen gehören, die von den gestiegenen Rohstoffpreisen unmittelbar profitieren. Gleichzeitig müssen jedoch mögliche Produktionsausfälle, höhere Betriebskosten und geopolitische Risiken berücksichtigt werden. Die angegebenen Uhrzeiten beziehen sich bei US-Unternehmen überwiegend auf die Analystenkonferenzen. Die eigentlichen Zahlen werden häufig bereits zuvor veröffentlicht. Wo Unternehmen lediglich den Veröffentlichungstag bestätigt haben, wurde bewusst keine Uhrzeit ergänzt.
Marktausblick: Der DAX zwischen Notenbanken, Automobilindustrie und KI-Investitionen
Die kommende Handelswoche dürfte für den deutschen Aktienmarkt vor allem durch das Zusammenspiel aus den Unternehmenszahlen von BASF, Mercedes-Benz, Volkswagen und Deutsche Bank sowie der EZB-Entscheidung bestimmt werden.
Der DAX befindet sich damit in einer besonderen Situation. Einerseits könnten robuste Unternehmensgewinne die Bewertungen unterstützen. Andererseits könnten höhere Zinsen und eine schwächere Konjunktur die Gewinnperspektiven für das kommende Jahr belasten.
Der Mittwoch dürfte der wichtigste Unternehmenstag für den DAX werden.
Bereits am Morgen werden BASF, Mercedes-Benz und Deutsche Bank Hinweise auf die operative Entwicklung dreier zentraler Wirtschaftsbereiche liefern: Industrie, Automobil und Finanzdienstleistungen.
Sollten die Unternehmen ihre Jahresprognosen bestätigen und gleichzeitig stabile Margen melden, könnte dies die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft unterstreichen.
Schwächere Aussagen zur Nachfrage aus China, steigende Kosten oder vorsichtigere Prognosen könnten dagegen insbesondere die zyklischen DAX-Werte belasten.
Am Donnerstag kommt mit Volkswagen ein weiterer wichtiger Automobilwert hinzu.
Für den europäischen Aktienmarkt ist dabei besonders interessant, ob sich die Herausforderungen der deutschen Hersteller vor allem auf einzelne Unternehmen beschränken oder Ausdruck einer breiteren strukturellen Veränderung des globalen Automobilmarktes sind.
KI-Investitionen: Wachstum allein reicht nicht mehr aus
Für den amerikanischen Technologiesektor dürfte die Berichtswoche vor allem durch Microsoft, Alphabet und Amazon geprägt werden.
Die Ergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion über die Finanzierung und Rentabilität der KI-Investitionen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Entscheidend wird sein, ob die Unternehmen ihre Investitionsausgaben durch entsprechend steigende Umsätze, Margen und Cashflows rechtfertigen können.
Ein weiterhin starkes Cloud-Wachstum wäre grundsätzlich positiv. Sollten die Investitionen allerdings deutlich schneller steigen als die operativen Erträge, könnte sich die Diskussion über die Nachhaltigkeit des KI-Booms verschärfen.
Besonders interessant wird deshalb der direkte Vergleich zwischen Microsoft Azure, Google Cloud und Amazon Web Services.
Alle drei Unternehmen verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle, konkurrieren jedoch zunehmend um dieselben Kundenbudgets und Infrastrukturkapazitäten.
Gleichzeitig wird die Entwicklung ihrer Investitionsausgaben wichtige Rückschlüsse auf die Nachfrage nach KI-Beschleunigern, Speicherchips, Netzwerktechnik und Rechenzentrumsinfrastruktur ermöglichen.
Damit besitzen die Quartalszahlen auch eine hohe Signalwirkung für Unternehmen wie Nvidia, Broadcom, AMD und die Halbleiterausrüster.
Donnerstag: Ein ungewöhnlich dichtes Volatilitätsfenster
Der Donnerstag dürfte der wichtigste makroökonomische Handelstag werden.
Zwischen 13:30 und 14:45 Uhr MEZ treffen die amerikanischen Wachstums- und Inflationsdaten, die EZB-Zinsentscheidung und die anschließende Pressekonferenz aufeinander.
Besonders problematisch wäre ein Szenario, in dem die amerikanische Wirtschaft stärker wächst als erwartet, während die PCE-Kerninflation ebenfalls oberhalb der Prognosen liegt.
In diesem Fall könnten die Finanzmärkte eine länger restriktive amerikanische Geldpolitik einpreisen. Das würde tendenziell den US-Dollar und die Anleiherenditen unterstützen, könnte aber gleichzeitig den Bewertungsspielraum hochpreisiger Wachstumsaktien reduzieren.
Für Europa entsteht ein ähnlicher Zielkonflikt.
Sollte die EZB angesichts der erhöhten Inflation weitere Zinsschritte signalisieren, könnten europäische Staatsanleiherenditen erneut unter Aufwärtsdruck geraten.
Besonders betroffen wären zinssensitive Immobilienunternehmen, hoch verschuldete Gesellschaften und Unternehmen mit langfristig erwarteten Gewinnströmen.
Banken könnten dagegen zunächst von höheren Zinsmargen profitieren. Allerdings gilt dies nur, solange die Kreditqualität stabil bleibt und die Refinanzierungskosten nicht überproportional steigen.
Freitag: Energieunternehmen und europäisches Wachstum
Zum Wochenschluss verlagert sich der Fokus erneut.
Die ersten Wachstumszahlen für Deutschland und die Eurozone werden zeigen, ob sich die europäische Konjunktur im dritten Quartal stabilisieren konnte.
Gleichzeitig veröffentlichen ExxonMobil und Chevron ihre Quartalszahlen.
Die Ergebnisse könnten verdeutlichen, wie stark der Energiesektor von den hohen Öl- und Gaspreisen profitiert und ob die zusätzlichen Gewinne in Investitionen, Dividenden oder Aktienrückkäufe fließen.
Für den Gesamtmarkt entsteht daraus ein interessanter Gegensatz.
Während höhere Energiepreise die Gewinnentwicklung der Öl- und Gasunternehmen unterstützen können, belasten sie gleichzeitig Verbraucher, Industrieunternehmen und die Inflationsentwicklung.
Damit könnte sich die sektorale Differenzierung an den Aktienmärkten weiter verstärken.
Eine richtungsweisende Woche für die internationalen Aktienmärkte
Die kommende Handelswoche besitzt das Potenzial, die Markterwartungen für den Rest des vierten Quartals wesentlich zu verändern.
Mittwoch und Donnerstag bilden dabei den entscheidenden Schwerpunkt.
Am Mittwoch treffen die Quartalszahlen zahlreicher DAX-Unternehmen auf die Fed-Zinsentscheidung und die Ergebnisse von Microsoft und Alphabet.
Am Donnerstag folgen die amerikanischen BIP- und PCE-Daten, die EZB-Zinsentscheidung sowie die Quartalszahlen von Amazon, Intel und weiteren europäischen Unternehmen.
Am Freitag schließen die Bank of Japan, die europäischen Wachstumsdaten und die Ergebnisse der großen amerikanischen Ölkonzerne die Woche ab.
Für den DAX dürfte insbesondere entscheidend sein, ob die deutschen Industrieunternehmen trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds ihre Gewinnprognosen bestätigen können.
Für die amerikanischen Aktienmärkte wird dagegen die Frage im Mittelpunkt stehen, ob das Wachstum der KI-Infrastruktur weiterhin ausreicht, um die außergewöhnlich hohen Investitionsausgaben zu rechtfertigen.
Die zentrale Marktfrage lautet damit: Können die Unternehmensgewinne weiterhin schnell genug wachsen, um das hohe Zinsniveau und die gestiegenen Bewertungsanforderungen zu kompensieren?
Die Antwort dürfte wesentlich darüber entscheiden, ob die Aktienmärkte mit einer stabilen Ausgangsbasis in den November starten oder ob sich die Diskussion über Gewinnrisiken, Finanzierungskosten und Kapitalrenditen weiter verschärft.
Wichtige Unternehmens- und Quartalstermine
Datum Uhrzeit MEZ Unternehmen Termin und Marktfokus
Mo., 26.10. 12:00 / Call 13:30 Verizon Q3 2026. Mobilfunkkunden, Wettbewerb, Cashflow und Investitionen in Netzwerkinfrastruktur. Verizon
Di., 27.10. Call 13:30 Coca-Cola Q3 2026. Preisentwicklung, Absatzvolumen, Margen und globaler Konsum. The Coca-Cola Company
Di., 27.10. Call 15:30 Boeing Q3 2026. Flugzeugauslieferungen, Produktionshochlauf, Free Cashflow und Auftragsbestand. Boeing Investoren
Di., 27.10. Uhrzeit offen PayPal Q3 2026. Zahlungsvolumen, Transaktionsmargen, Venmo und Wachstum im digitalen Zahlungsverkehr. PayPal Investor Relations
Di., 27.10. Call 22:00 Visa Q4 und Gesamtjahr 2026. Konsumausgaben, grenzüberschreitende Zahlungen und Transaktionsvolumen. Visa Investor Relations
Mi., 28.10. 07:00 BASF Q3 2026. Energiepreise, Chemienachfrage, Margen und Ausblick. BASF
Mi., 28.10. Uhrzeit offen Deutsche Bank Q3 2026. Nettozinserträge, Investmentbanking, Kreditrisiken und Kapitalausstattung. Investor Relations
Mi., 28.10. Uhrzeit offen Mercedes-Benz Q3 2026. China-Geschäft, Fahrzeugmargen, Elektromobilität und Cashflow. Mercedes-Benz Group
Mi., 28.10. Uhrzeit offen Banco Santander Q3 2026. Kreditgeschäft, Kapitalquote, Risikovorsorge und internationale Bankaktivitäten. Santander
Mi., 28.10. 19:30 Call Airbus Neunmonatsergebnisse. Auslieferungen, Produktionskapazitäten, Margen und Free Cashflow. Airbus
Mi., 28.10. 21:30 Call Alphabet Q3 2026. Google Cloud, Werbung, Gemini, KI-Investitionen und Free Cashflow. PublicNow
Mi., 28.10. 22:30 Call Microsoft Q1 FY2027. Azure, Copilot, Cloud-Wachstum, KI-Infrastruktur und Investitionsausgaben. Nasdaq
Do., 29.10. Uhrzeit offen Volkswagen Neunmonatsbericht. China, Kernmarken, Elektromobilität, Margen und Free Cashflow. Volkswagen Group
Do., 29.10. 08:00 / Call 14:00 TotalEnergies Q3 2026. Öl- und Gasproduktion, Raffineriemargen, LNG und Ausschüttungen. TotalEnergies.com
Do., 29.10. Uhrzeit offen Shell Q3 2026. LNG, Ölhandel, Raffinerien, Cashflow und Aktienrückkäufe. Investegate
Do., 29.10. Call 14:00 Mastercard Q3 2026. Konsumausgaben, Zahlungsvolumen und internationale Transaktionen. Mastercard Investor Relations
Do., 29.10. Call 21:15 Starbucks Q4 und FY2026. US-Konsum, China, Kundenfrequenz und operative Neuausrichtung. Starbucks Investoren
Do., 29.10. Call 22:00 Amazon Q3 2026. AWS, KI-Investitionen, Onlinehandel, Werbung und Margen. Amazon
Do., 29.10. Call 22:00 Intel Q3 2026. Foundry-Geschäft, Fertigungstechnologie, Rechenzentren und Turnaround. Intel
Do., 29.10. Q&A 22:00 Coinbase Q3 2026. Handelsvolumen, Kryptomarktaktivität, Stablecoins und institutionelles Geschäft. Coinbase Investor Relations
Fr., 30.10. Call 14:00 AbbVie Q3 2026. Immunologie, Onkologie, Medikamentenpipeline und Jahresprognose. AbbVie
Fr., 30.10. Call 14:30 ExxonMobil Q3 2026. Fördergeschäft, Raffinerien, Margen, Cashflow und Investitionsplanung. ExxonMobil Holdings Corporation
Fr., 30.10. Call 16:00 Chevron Q3 2026. Öl- und Gasförderung, Raffineriemargen, Cashflow und Ausschüttungspolitik. Chevron Corporation
Wichtige makroökonomische Daten:
Datum Uhrzeit MEZ Region Ereignis und Marktbedeutung
Mo., 26.10. 10:30 Deutschland ifo-Geschäftsklima Oktober. Wichtigster deutscher Frühindikator zum Wochenauftakt. September: 89,9 Punkte. ifo Institut
Di., 27.10. 13:30 USA Auftragseingänge langlebiger Güter September. Wichtig für Industrie, Investitionsgüter und Unternehmensinvestitionen. Census.gov
Di., 27.10. 15:00 USA Conference Board Consumer Confidence Oktober. Konsumentenstimmung, Erwartungen und Arbeitsmarkteinschätzung. IFC Markets
Di.–Mi., 27.–28.10. — USA FOMC-Sitzung. Zweitägige geldpolitische Beratungen. Federal Reserve
Mi., 28.10. 19:00 USA Fed-Zinsentscheidung. Aktueller Zielkorridor: 3,75–4,00 %. Wichtigster geldpolitischer US-Termin der Woche. Federal Reserve
Mi., 28.10. 19:30 USA Fed-Pressekonferenz. Im Fokus stehen Inflation, Arbeitsmarkt und der weitere Zinskurs. MarketUpdate.net
Do., 29.10. 13:30 USA BIP Q3, erste Schätzung. Wichtigster amerikanischer Wachstumsindikator der Woche. Wirtschaftsanalyse
Do., 29.10. 13:30 USA Personal Income & Outlays September einschließlich PCE-Inflation. Zentral für die weitere Fed-Politik. Wirtschaftsanalyse
Do., 29.10. 14:15 Eurozone EZB-Zinsentscheidung. Aktueller Einlagensatz: 2,50 %. Macrosetup
Do., 29.10. 14:45 Eurozone EZB-Pressekonferenz. Inflationsrisiken, Wachstum und weitere geldpolitische Ausrichtung. European Central Bank
Do.–Fr., 29.–30.10. Keine feste Entscheidungszeit Japan Bank-of-Japan-Sitzung und neuer Wirtschafts- und Inflationsausblick. Wichtig für Yen und japanische Staatsanleihen.
Fr., 30.10. 00:30 Japan Tokyo-Verbraucherpreise Oktober, vorläufig. Frühindikator für den landesweiten Preisdruck. Statistikamt
Fr., 30.10. 07:30 Japan Pressekonferenz der Bank of Japan. Aussagen zu weiteren Zinsschritten und Inflationsrisiken.
Fr., 30.10. vorauss. 10:00 Deutschland BIP Q3, erste Schätzung. Zentraler Konjunkturtest für die deutsche Wirtschaft.
Fr., 30.10. 11:00 Eurozone BIP Q3, vorläufige Schnellschätzung. Wachstum und konjunkturelle Dynamik im Euroraum.
Fr., 30.10. 11:00 Eurozone Arbeitslosenquote September. Wichtig für Arbeitsmarkt, Lohnentwicklung und EZB-Ausblick.
Fr., 30.10. 13:30 USA Employment Cost Index Q3. Arbeitskosten und Lohndruck; relevant für die mittelfristige Inflation.