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Zehn neue für den DAX – Ist da Deutschlands Amazon oder Apple dabei?

Zehn neue für den DAX – Ist da Deutschlands Amazon oder Apple dabei?

Stolze 32 Jahre hat Deutschlands meist diskutierter Index – der Deutsche Aktienindex – bereits auf dem Buckel. Um fast 1.300 Prozent ist die Bewertung der in ihm enthaltenen Unternehmen seit der Einführung bis heute gestiegen, über die Zusammensetzung wurde bislang nur wenig diskutiert. Doch langsam, aber sicher zeigen sich erste Risse im Fundament. Dieselgate, der Handelskrieg zwischen den Großmächten USA und China und ein beispielloser Wirtschaftskrimi um einen Münchner Zahlungsabwickler, der einst die Welt erobern wollte, bringen die Deutsche Börse und die Beratungsgremien unter Zugzwang.

Zu stark ist der DAX gegenüber anderen internationalen Indizes in den vergangenen Jahren ins Hintertreffen geraten. Besonders auffällig gegenüber den US-Indizes. Hier dominiert seit der Finanzkrise 2009 der Technologiesektor das Geschehen. Unternehmen wie Apple und Amazon haben dem Gesamtmarkt mit ihrem Wachstum in den letzten Jahren ihren Stempel aufgedrückt. Gleiches erhofft man sich nach den Neuerungen nun auch in Deutschland vom DAX, in dem der Anteil von Chemie-, Auto- und Industriekonzernen unter den großen Aktiengesellschaften deutlich zu hoch erscheint. Mit der Erweiterung von 30 auf 40 Werte will die Deutsche Börse den Wandel in der Wirtschaft besser darstellen. Mehr Branchen sollen berücksichtigt werden, mit dem Fokus auf Technologiewerten.

Die deutsche Suche nach Amazon und Apple

Schaut man sich jedoch in der Unternehmenslandschaft in Deutschland um, fragt man sich zu Recht, wer dieses berühmte „Einhorn“ sein soll, dass sich in den nächsten Jahren so entwickeln soll wie zum Beispiel Amazon oder Apple. Wunsch und Realität liegen hier meilenweit auseinander. Eine Mindestgröße für die Aufnahme in den Index sowie drei, vier Quartale mit schwarzen Zahlen sollten definitiv ein Zugangskriterium für den DAX sein. Die Aufnahme an sich ist oft allerdings nur ein kurzfristiges Hoch in der Wachstumsstory des jeweiligen Unternehmens – ein Stimmungshoch, nach dem Motto, viel besser kann es nicht werden.

An der Börse geht es in den meisten Fällen um Mode und Trends. Derzeit liegen Wasserstoff, E-Commerce und Elektromobilität im Trend. Nach der US-Wahl werden nun das Thema Sektor-Rotation und die Frage diskutiert, ob die Technologieunternehmen vielleicht sogar ihren Zenit erreicht und überschritten haben. Mit großer Anstrengung sind auch bei großen deutschen Konzernen wie Daimler, BMW oder Thyssen durchaus die nötigen Transformationen in diese Richtung möglich, so dass die alten Zugpferde in Zukunft auch die neuen sein könnten.

Die Spekulation über die Aufsteiger hat bereits begonnen

Die Spekulationen über die künftige Zusammensetzung des DAX haben bereits begonnen. Frühestens zur Überprüfung der Indizes im März kommenden Jahres dürften die Neuerungen in Kraft treten. An den Kräfteverhältnissen würde sich im DAX aufgrund des hohen Gewichts der bisherigen Schwergewichte im Index wie SAP, Linde, Siemens und Allianz allerdings nur wenig ändern. Sie werden den Index auch in Zukunft dominieren.

Mögliche Kandidaten für einen Aufstieg in den größeren DAX könnten aufgrund ihrer Marktkapitalisierung Unternehmen wie Symrise, Zalando, Sartorius, Qiagen und LEG Immobilien sein. Auch der Flugzeugbauer Airbus hat gute Chancen, nachdem es wohl so aussieht, als würde sich das ESG-Thema kontroverser Geschäftspraktiken nun doch nicht in den Regeländerungen wiederfinden. Weitere Kandidaten könnten Brenntag, Siemens Healthineers und auch die erst seit September an der Börse notierte Siemens-Abspaltung Siemens Energy sein.

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